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Liebe dein Leben und nicht deinen Job. 10 Ratschläge für eine entspannte Haltung von Behrendt, Frank (eBook)

  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Liebe dein Leben und nicht deinen Job.

Frank Behrendt gilt als "Guru der Gelassenheit", seit er mit Ideen zur Bewältigung eines anstrengenden Berufslebens für Furore gesorgt hat. Denn trotz 60-Stunden-Woche und engagiertem Familienleben ist der erfolgreiche Agenturmanager tatsächlich ein tiefenentspannter, fröhlicher Mensch. Wie ihm das gelingt? In seinem Buch erzählt Behrendt, wie er Dinge angeht und was ihm Kraft und Energie gibt. Kurzweilig und informativ lässt er Höhepunkte und Niederlagen Revue passieren, immer mit Blick darauf, was ihm geholfen hat, tägliche Herausforderungen zu meistern. Eine Inspiration für alle, die Berufs- und Privatleben unter einen Hut bekommen müssen! Frank Behrendt, geb. 1963, ist seit gut 20 Jahren ausgewiesener PR- und Kommunikationsfachmann mit intensiven Kontakten zu Medien, Wirtschaft und Politik. Nach Stationen bei BILD, Dornier, Henkel, RTL Television und Universal Music war der Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München Deutschland-Chef bei KetchumPleon, bevor er 2011 als Vorstand zur fischerAppelt AG wechselte. Seit Februar 2017 ist er in der Serviceplan-Gruppe tätig. Im März 2017 wurde er von der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) als 'PR-Kopf des Jahres' ausgezeichnet. Frank Behrendt lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195342
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 5505 kBytes
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Liebe dein Leben und nicht deinen Job.

Kapitel 1: Jeito

Mach dir jeden Morgen noch mal klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen. Egal, was wir hier machen oder nicht machen - die Welt dreht sich weiter. Deshalb sollten wir uns bei aller Ernsthaftigkeit selbst nicht zu wichtig nehmen.

Gänsehaut kriecht über meinen Rücken. Ich stehe auf dem Fünf-Meter-Brett. Allein. Alle anderen sind schon gesprungen. Tief unter mir, merkwürdig perspektivisch verkürzt, brüllt der Lehrer vom Beckenrand zu mir hoch. Wie immer im blauen Trainingsanzug mit drei Streifen an der Seite und mit der Trillerpfeife um den Hals. Der kennt keine Gnade. Genauso wie im Französischunterricht - da führt dieser Lehrer gerne der gesamten Klasse die Tonbandaufnahmen der schlechteren Schüler aus dem Sprachlabor vor, als abschreckendes Beispiel. Die eine Hälfte der Klasse lacht sich dann schlapp, die andere ist erleichtert, dass heute mal ein anderer lächerlich gemacht wird. Und einer versinkt vor Scham in den Boden.

Zurück zum Sprungturm. Allein der Aufstieg hat mich schon fertig gemacht. Ich bin 12 Jahre alt, kein Weichei, aber mit der Höhe hab ich es nicht so. Vor Kälte bibbernd starre ich in die Tiefe. Ich kann bis auf die Fliesen auf dem Grund sehen, gute zehn Meter unter mir. "Jetzt spring endlich!" Das Geschrei des Lehrers hallt von den gekachelten Wänden des Hallenbads wider. Dazu das mitleidlose Grinsen der Mitschüler, das Kopfschütteln. Einigen ist schon langweilig geworden, sie schauen nicht mal mehr hoch. Ich weiß genau: Nur ein kleiner Schritt, dann habe ich es hinter mir. Aber ich kann nicht. Besiegt steige ich die Leiter wieder hinunter.

Ich habe schon ewig nicht mehr an diese Geschichte gedacht. Erst jetzt, wo ich an diesem Buch arbeite und eine Situation beschreiben will, in der ich mich machtlos und ausgeliefert fühlte, fällt sie mir wieder ein. Dabei war dieser Moment gefühlt einer der schlimmsten in meinem Leben. Die Sechs für die "Leistungsverweigerung" im Schwimmen hat mir nicht so viel ausgemacht. Aber die Scham. Und dass ich geheult habe, als ich mittags nach Hause kam und meine Mutter ahnungslos fragte, wie es in der Schule war.

Es war furchtbar für mich, in den Tagen nach diesem Desaster zur Schule zu gehen. Da waren die Blicke der anderen, aus denen ich nur Häme herauslas. Das geht nie vorbei, das muss ich jetzt bis an mein Lebensende aushalten, war mein Gefühl ...

... und dann habe ich die Geschichte vergessen. Alle anderen um mich herum auch. Wahrscheinlich hat es keine Woche gedauert, bis Gras über die Sache gewachsen war. Dass ich gekniffen hatte, war nicht mehr wichtig.

Ich denke, jeder hat solche Geschichten in seiner Kindheit erlebt. Erst aus der Distanz heraus wird klar: Na, so ein Drama war es dann doch nicht. Die miese Note im Zeugnis, die kaputte Fensterscheibe, das entlaufene Kaninchen - alles Stürme im Wasserglas und Schnee von gestern. Man hat Erfahrungen gemacht, Fehler wieder ausgebügelt, neue Wege beschritten ... die Welt hat sich weiter gedreht.

Gehe in das Gefängnis, begib dich direkt dorthin ...

Damals brauchte ich ungefähr eine Woche, bis ich denken konnte: "Ich bin nicht vom Fünfer gesprungen - na und?" Ich hätte mir ein paar sehr unangenehme Tage sparen können, wenn ich von vornherein hätte gelassener sein können. Dann hätte ich noch in der Schwimmhalle zusammen mit meinen Kumpels gelacht. Doch zu dieser Leichtigkeit war ich zu jener Zeit nicht fähig. Gelassenheit hat schließlich etwas mit Distanz zu tun. Mir fehlte der nötige Abstand, um das Geschehene objektiv einordnen zu können und in meinen Gedanken auf ein vernünftiges Maß zu bringen. Ich war in der Situation gefangen. Dabei hatte ich noch Glück - irgendwie ging es ja ganz von allein vorbei.

Als Erwachsener muss ich mich nicht mehr auf das Glück verlassen. Denn ich habe gelernt, gelassen zu bleiben und mich nicht von Leben

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