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Liebe trotz Zeitnot Brennpunkte einer Paarkultur von Cöllen, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Liebe trotz Zeitnot

Die Paare leiden in den heutigen Zeiten unter chronischem Zeitmangel. Arbeitsplatz, Kinder, Haushalt, Freizeitaktivitäten lassen kaum noch Raum für die eigene Liebesbeziehung. Die enge Taktung und die Alltagsbewältigung, die uns das heutige Leben aufzwingt, lastet Paare oft komplett aus. Immer wieder scheitern Partnerschaften deshalb aufgrund von Entfremdung. Analysiert wurde diese Problematik bereits mehrfach von Psychologen, Soziologen und Philosophen. Die renommierten Paartherapeuten Michael Cöllen und Ulla Holm haben nun erstmals ein praktisches Programm entworfen, mit dem sich Paare präventiv, aber auch akut gegen diese Bedrohung schützen können, basierend auf dem bewährten Konzept der Paarsynthese. Anknüpfend an Michael Lukas Moellers Zwiegespräche erweitert die Paarsynthese das rein kommunikative Konzept um weitere Säulen, die den Körper und die Seele der Paare einbeziehen. Michael Cöllen hat ab 1975 das paartherapeutische Verfahren der Paarsynthese begründet. Er ist Buchautor für Integrative Paartherapie und Lehrtherapeut der Deutschen Gesellschaft für Integrative Paartherapie und Paarsynthese (GIPP e.V.), die er gemeinsam mit Ulla Holm 1992 gegründet hat und die sie bis heute gemeinsam leiten. Als Diplom Psychologen und Diplom Pädagogen arbeiten sie in paartherapeutischer Praxis zusammen. Sie leben als Paar in Hamburg. Ulla Holm (Dipl. Päd., HP) ist integrative Paar- und Sexualtherapeutin und Mitbegründerin und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Integrative Paartherapie und Paarsynthese (GIPP e.V.). Zusammen mit Michael Cöllen leitet sie den Fachbereich Paar- und Sexualtherapie am Osterberg-Institut.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451815959
    Verlag: Verlag Herder GmbH
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Liebe trotz Zeitnot

1 Die fünf Bausteine der Liebe

Die eigenen Liebesgefühle auch im Alltag immer wieder zu reaktivieren, sie direkt an den Partner heranzutragen, mit ihm darüber in lebendigen Austausch zu gehen, das lässt die Liebe auch in Krisen stark bleiben. Fortgeschrittene Liebende, die über die Flitterwochen-Gefühle hinaus aktiv lieben, d. h. Höhen und Tiefen bewusst, intensiv und auch selbstkritisch gestalten, begreifen ihre Partnerschaft als Entwicklungsgemeinschaft und Herausforderung zur Persönlichkeitsentfaltung. Sie werden auf diese Weise Entwicklungshelfer der besonderen Art füreinander.

Dazu braucht es neben tiefem gegenseitigem Einfühlungsvermögen auch Wissen um die fünf "Bausteine der Liebe". Für die Liebe wird nämlich nicht nur das Herz, sondern auch der Kopf gebraucht, Klugheit, Vernunft und breitgefächertes Begreifen um die Gesetzmäßigkeiten und Regeln der Liebesdynamik. Intuitives Fühlen und stürmische Impulse, erotischer Frühling und dramatische Szenen einer Ehe reichen nicht aus.

Wer auf die Liebe bauen will, muss die Baustoffe und die Bausteine kennen, ebenso das nötige Handwerkszeug. Wir als Architekten an unseren Häusern der Liebe brauchen dafür sehr spezifische Baupläne. Im Vergleich zum Hausbau ist der Aufbau einer Liebesbeziehung allerdings weitaus dynamischer und impulsiver beziehungsweise weniger statisch. Sich immer wieder neu zu verlieben in den "alten" Partner und noch tiefere Gefühle zu entwickeln, sie oder ihn mit immer neuen Augen zu entdecken - trotz Zeitnot! -, das ist die erotische Kunst. Liebesgefühle wieder und wieder aufzubauen, statt in Gewohnheit und Alltag zu erstarren, ist der sichere Weg dahin.
Aktives Lieben

Kein Weg führt daran vorbei: Das wichtigste Eigenkapital zum Aufbau starker Liebe liegt darin, nicht einfach nur Zeit, sondern intensive Zeit einzusetzen. Ohne Zeit stirbt jede Liebe. Aktiv oder gar proaktiv lieben, heißt aber noch mehr, nämlich das dynamische Entfalten und Gestalten von Liebesglück bewusst, konsequent und zeitgerecht in die eigenen Hände zu nehmen. Reaktive Gestaltung (Viktor Frankl 1946) dagegen, also abwartende, sich anpassende oder gar passive Liebesgestaltung in Abhängigkeit von der jeweiligen Stimmungslage, bringt auf Dauer hohe Verluste an Liebeszeit und Liebeserfüllung. Das kostbare Zeitbudget, das uns heute zur Verfügung steht, gerecht und vor allem im Sinn intensiver Liebe aufzuteilen zwischen Paarzeit, Familienleben, beruflicher Anforderung und persönlicher Neigung, wird immer wieder neu zu einer Herkulesaufgabe.

Oft genug endet das Ringen um diese wichtige Intimzeit mit dem Partner aber auch als Sisyphusarbeit. Viele Paare verzweifeln daran. Worte reichen nicht aus, den resultierenden Frust zu schildern. Einige brechen aus in hilflose Zornattacken, andere in ebenso hilfloses Schluchzen. Viele beginnen dann, den Partner als Gegner zu identifizieren, obwohl sehr viel Druck eigentlich von außen auf das Paar einwirkt. Wir alle müssen letztlich lernen, zusammen mit dem Partner nicht nur an uns selbst zu arbeiten, sondern uns gemeinsam als Paar gegen die von außen diktierte Zeitnot zu wehren.

Nicht mehr der Sturm der Gefühle und der prickelnde Rausch der Sinne wie am Anfang der Beziehung steuern jetzt den Alltag des fortgeschrittenen Paars. Wir überlassen uns nicht mehr den heftigen Gefühlen und vertrauen nicht mehr naiv darauf, glücklich gemacht zu werden. Wir kennen die Risiken der Liebe und haben ihre Schmerzen und traurigen Seiten am eigenen Leib erfahren. Wir haben uns in vielen Streitgesprächen gewappnet gegen Verletzungen, gegen Unrecht und Enttäuschung. Die Routine des Alltags hat Einzug gehalten bis ins gemeinsame Bett und hat uns meist die Höhen und Tiefen der stürmischen Leidenschaft genommen.

Doch genau hier und jetzt beginnt das "Aktive Lieben"! Wir beginnen miteinander ein neues Liebesleben. Das gezielte Bündeln der Zeit richtet sich bewusst auf int

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