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Lust auf gutes Leben von Afflerbach, Horst (eBook)

  • Erschienen: 08.08.2014
  • Verlag: Brunnen-Verlag, Gießen
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Lust auf gutes Leben

Tugenden sind die Sprache des Himmels, die auch Jesus gesprochen hat und die alle verstanden haben. So handeln, wie Jesus gehandelt hätte - gut und richtig, also richtig gut leben. Wer möchte das nicht gerne? Klugheit, Gerechtigkeit, Treue, Einfachheit ... nur wer diese Tugenden trainiert, wird sie auch leben können, wenn es drauf ankommt - so wie ein Fußballer den genialen Pass spielen kann, weil er ihn vorher oft trainiert hat. Entdecken Sie diese Sprache in 15 kurzen Lektionen neu und lassen Sie sich anstecken von der Lust auf Tugend.

Dr. Horst Afflerbach, geboren 1953, ist Dozent für Systematische Theologie und Leiter der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest. Ralf Kaemper, geboren 1963, ist Schriftleiter der Zeitschrift 'Perspektive'. Prof. Dr. Dr. Volker Kessler, geboren 1962, leitet die Akademie für christliche Führungskräfte und ist Professor für Christian Leadership an der University of South Africa, Pretoria.

Produktinformationen

    Größe: 931kBytes
    Herausgeber: Brunnen-Verlag, Gießen
    Untertitel: 15 Tugenden neu entdeckt
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 144
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783765571770
    Erschienen: 08.08.2014
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Lust auf gutes Leben

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Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist – spätestens in Zeiten der Globalisierung – wieder zu einem unsere Welt neu bestimmenden Thema geworden. Wir werden Zeugen, wie immer mehr Menschen ungehalten reagieren, wenn sie Ungerechtigkeit in ihren vielen Varianten entdecken. Sie gehen auf die Straße und demonstrieren für Freiheit und Gerechtigkeit. Wer sich ungerecht behandelt fühlt, will das nicht hinnehmen und reagiert zu Recht für das Recht. Wenn Frauen unterdrückt oder misshandelt werden, löst das – auch in konservativen Kulturen wie Indien und im arabischen Raum – immer stärkere Reaktionen aus. Dass Regierungen und Organisationen es sich immer noch leisten, Ungerechtigkeit und Korruption zu dulden oder gar zu decken, zeigt nur den Zustand unserer Welt und wie nötig es ist, die von Gott geforderte Gerechtigkeit ernst zu nehmen.

Es ist in unserer Zeit eine neue Sensibilität für Gerechtigkeit entstanden, und ungerechte wirtschaftliche und politische Strukturen werden deutlicher wahrgenommen. Keiner kann heute mehr die Augen davor verschließen, dass Schokolade zu essen oder Kaffee zu trinken etwas mit unserem Thema zu tun hat. Wenn Kinder unter unzumutbaren Bedingungen schuften müssen oder Menschen (vor allem Frauen und Kinder) missbraucht und ausgebeutet werden, damit wir unsere hippen Klamotten preiswert einkaufen oder unsere tollen Smartphones benutzen können, dann kann man nicht mehr länger wegsehen und muss sich dem Thema Armut, Ausbeutung und Gerechtigkeit stellen. Wenn Menschen auf Kosten anderer leben, ist das ungerecht und nicht hinnehmbar.
Geschichtliche Überlegungen

Gerechtigkeit bezeichnet – in ihrer klassischen Definition des römischen Juristen Ulpian und des einflussreichen Kirchenlehrers Thomas v. Aquin – jene Verhaltensweise, die "jedem das Seine" – suum cuique – zukommen lässt. D. h., jedem soll das, was ihm (von Natur aus) zusteht, auch gewährt werden. Dass diese Einsicht pervertiert werden kann (und pervertiert worden ist), zeigt die zynische Aufschrift "Arbeit macht frei" auf den Eingangstoren der NS-Konzentrationslager.

Nach Aristoteles (in seiner Nikomachischen Ethik) ist derjenige gerecht, der die gerechten Gesetze beobachtet. Von dieser allgemeinen Gerechtigkeit unterscheidet er eine partikulare Gerechtigkeit. Dabei geht es sowohl um eine Gerechtigkeit der Verteilung als auch um eine Gerechtigkeit des ordnend Ausgleichenden. Hier werden bereits Grundlagen für eine soziale bzw. gesellschaftliche oder (wirtschafts-) politische Gerechtigkeit aufgezeigt.

Gerechtigkeit darf aber nicht mit Egalisierung (Gleichmachung) verwechselt werden. Alles gleichmachen zu wollen, kann zu großer Ungerechtigkeit führen, weil Eigentum und unterschiedliche Potenziale missachtet und nivelliert werden. Die Forderung von Umverteilung und Enteignung (das alte sozialistische und kommunistische Anliegen) hat letztlich nicht zu Gerechtigkeit geführt, sondern zu Unfreiheit und Ungerechtigkeit, wie die Geschichte gezeigt hat.

Aber auch die von Werten völlig losgelöste Freiheit – zügelloser Kapitalismus – führt nicht zu mehr Gerechtigkeit. Wenn Freiheit nicht mit sozialer Verantwortung gepaart wird, führt sie zu Ungerechtigkeit. Es ist z. B. ungerecht, wenn Steuerzahler für die Rettung von Banken aufkommen sollen, die durch ihr verantwortungsloses Handeln zur Weltwirtschaftskrise beigetragen oder sie gar ausgelöst haben.

Das Spannende ist nun, dass sich einerseits immer mehr Christen konkret für soziale und gesellschaftspolitische Gerechtigkeit einsetzen

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