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Mach was draus! Mehr Kraft. Mehr Gelassenheit. Mehr Leben - von Berg, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.07.2014
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Mach was draus!

"Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht der inneren Einstellung." (Erich Fromm)
Ziele mit Leidenschaft umsetzen, die innere Kraftquelle finden und die eigenen Talente nutzen - diese aktive Lebenshilfe kommt von einem, der als Contergan-geschädigter Mensch auch aus widrigen Umständen das Beste zu machen versteht: Matthias Berg ist Sportler, Hornist, Jurist und gefragter Referent zu den Themen Haltung, Persönlichkeitsentwicklung, Führungskompetenz und ethisch verantwortliches Handeln. Aus seiner Biografie und den damit verbundenen Herausforderungen hat er ein klares und überzeugendes Konzept entwickelt, das motiviert, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, sich auf das zu konzentrieren, was man kann, und die Ziele zu erreichen, die man sich gesteckt hat. Leben ist das, was jede und jeder von uns daraus macht!
Wie ich mein Leben anpacke - Leitlinien eines außergewöhnlichen und erfolgreichen Menschen
Eine Entdeckungsreise zu inneren Kraftquellen und zu den eigenen Talenten
Ziele mit Freude, Begeisterung und Leidenschaft umsetzen
Matthias Berg ist vielgebuchter Motivationscoach

Matthias Berg, Jahrgang 1961, ist ein gefragter Motivational Speaker und Referent. Als Jurist ist er Stellvertreter des Landrats im Landkreis Esslingen und leitet das Dezernat für Umwelt und Technik mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als Hornist konzertierte er weltweit auf vielen Bühnen und mit insgesamt 27 Medaillen bei Paralympics und Weltmeisterschaften sowohl in der Leichtathletik als auch im alpinen Skilauf ist er einer der erfolgreichsten Behindertensportler der Welt. Er vertritt den Behindertensport sowohl in nationalen wie internationalen Gremien, bis hinauf ins IOC. Seit dem Jahr 2000 ist er regelmäßig der "ZDF-Experte" bei den Fernsehübertragungen von den Sommer- und Winterparalympics. Und er ist Contergan-behindert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 28.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641146160
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 1988kBytes
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Mach was draus!

MEDIZINISCHE EXPERIMENTE

Unterbrochen wird diese Unbeschwertheit der 60er Jahre von Zeit zu Zeit durch allerlei medizinische Tests, die an uns Contergan-Kindern vorgenommen werden. Schließlich wollen die Ärzte ja nur das Beste für uns - und da wird man dann ja wohl noch ein bisschen experimentieren dürfen! In Münster gibt es ein solches Experimentierzentrum. Wir werden dort immer wieder zusammengezogen, damit man den Eltern und uns zeigen kann, wie aus uns richtige Menschen werden können. Und ein richtiger Mensch hat nun mal eben alle Gliedmaßen, keine Diskussion, Basta! Also muss man doch für diese missgestalteten Menschlein künstliche Arme, Beine, Finger, Füße und was sonst noch fehlt, basteln und mit Schlingen, Lederriemen, Schnallen, Ösen und Metallgeschirren am kleinen Körperchen festzurren dürfen, bis sie kaum noch Luft kriegen. Das müssen die doch mögen, gefälligst! Man will ja nur, dass aus denen mal was wird!

Doch wie heißt es so treffend: Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. Es ist damals sehr schwer bis unmöglich, einige vom Experimentierwahn, Technik- und Fortschrittsglauben besoffene Ärztinnen und Ärzte davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, erst den Verstand einzuschalten, bevor man Eltern bevormundet und kleine Kinder quält. Leider setzen sich zu häufig die Halbgötter in Weiß durch. Und so ist man dann dort auf Station, mal nebeneinander liegend in Reih und Glied, mal über den Boden kriechend, mal stapft jemand auf stelzenartigen Metallstangen vorbei und meistens weint jemand irgendwo. Es ist eine ziemliche Schinderei, zuerst den Oberkörper eingegipst zu bekommen, damit die Passform stimmt, dann mit harten Riemen und Metallschnallen die Haut zuweilen wund zu scheuern, damit die bleischwere Prothese auch sitzt. Und mit den gummiüberzogenen Metall-Greiffingern, die sich durch Ein- und Ausatmen öffnen und wieder schließen, sieht man dann aus wie ein verzerrter Captain Hook-Verschnitt.

Wir Contergan-Kinder bieten so manchem Arzt hervorragende Profilierungschancen - die von diesen auch weidlich genutzt werden. Zur Ehrenrettung des gescholtenen Berufsstandes sei gesagt, dass dies natürlich eine holzschnittartige Pauschalierung ist und viele Ärztinnen und Ärzte den Kindern und Familien wichtige und hervorragende Unterstützung gegeben haben. Aber in den Kliniken habe ich vor allem die anderen kennengelernt.

Neben Profilierungsdrang und Allwissenheitsphantasien gibt es in dieser Zeit einen fatalen Denkfehler der Ärzte - manchmal auch der Familien. Es gibt nämlich einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen einer Behinderung, die jemanden im Verlauf des Lebens ereilt, und einer Behinderung von Geburt an: Im ersten Fall kennen Körper und vor allem das Gehirn den "Urzustand", der sich durch ein Ereignis verändert. Jede Bewegung und jeder Gedanke unterliegt deshalb dem permanenten Abgleich von "alt", so war es vorher = gut, und "neu", so ist es heute = es fehlt etwas. Da macht es Sinn, alle Anstrengungen zu unternehmen, den Körper und das Gehirn durch Hilfsmittel wieder möglichst nah an den Urzustand zurückzuführen.

Bei einer Behinderung, die von Geburt an vorhanden ist, ist das aber anders. Der "Urzustand" ist der Zustand mit Behinderung. Körper und Gehirn bewerten diesen als "Original" und nicht als aufgezwungene Veränderung. Es gibt deshalb kein "alt" = gut und "neu" = es fehlt etwas. Diese Unterscheidung gibt es nur von außen betrachtet. Der Mensch, der von außen auf diesen Menschen mit Behinderung schaut, nimmt nämlich einen anderen Vergleich vor: Er oder sie vergleicht den einen Menschen mit einem anderen

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