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Mobbing - nicht mit mir! Warum es jeden treffen kann - Wie man sich wehrt - Mit Cybermobbing von Wyrwa, Holger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.12.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Mobbing - nicht mit mir!

Über zwei Millionen Menschen sind in Deutschland von Mobbing betroffen - sei es am Arbeitsplatz, in der Schule oder in sozialen Medien. Psychotherapeut und Mobbing-Experte Dr. Holger Wyrwa erläutert, warum es jeden treffen kann, aus welchen Gründen jemand zum Mobber wird und was man dagegen tun kann. Denn wer die Hintergründe versteht, kann aktiv gegen Mobbing vorgehen. Darüber hinaus liefert Wyrwa ganz konkrete Strategien, die Betroffenen helfen, Blockaden im Kopf zu lösen und sich selbst zu verteidigen. Ein Thema, das uns alle angeht! Dr. Holger Wyrwa ist promovierter Erziehungswissenschaftler, Vertragspsychotherapeut, Supervisor, Coach sowie Leiter des Instituts für Beratung und berufliche Fort- und Weiterbildung (IBF). Seine Tätigkeitsbereiche sind u.a. Coaching, Mitarbeiterführung und Mobbing-Beratung. Der Autor wurde selbst eineinhalb Jahre lang gemobbt und hat sich erfolgreich dagegen zur Wehr gesetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 19.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641182434
    Verlag: Goldmann
    Größe: 700 kBytes
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Mobbing - nicht mit mir!

Analyse eines Massenphänomens - Eine Erfolgsgeschichte

Vom Ende der Solidarität - Die Faktenlage

Seelische Gewalt ist, ganz gleich für welche Definition man sich entscheidet, eine Gewalt der kleinen Treffer. Man sieht sie nicht, und dennoch wirken sie ungemein zerstörerisch. Jeder Angriff, für sich betrachtet, ist eigentlich nicht schlimm - was die Gewalt ausmacht, ist die Häufung der winzigen Traumata.

Marie-France Hirigoyen, Mobbing

S chon immer in der ereignisreichen, von Gewalt durchzogenen Geschichte der Menschheit gab es eine Form der Gewalt, die eher ein Schattendasein führte. Die zwar nicht sichtbar, aber äußerst zerstörerisch ist. Eine, die einem "elitären" Kreis von Menschen vorbehalten war: Heerführern, Monarchen, Adeligen, Kirchenfürsten, reichen Kaufleuten und Politikern unterschiedlichster Couleur. Diese Form von Gewalt war einer breiten Masse nicht bekannt, weil sie sich auf einer äußerst subtilen Ebene abspielte. Ihre Wirkungsweise hingegen stand der weitverbreiteten physischen Gewalt in nichts nach. Es wurde nur nicht mittels Waffen getötet, sondern mittels mehr oder weniger ausgeklügelter Pläne, die alle nur ein einziges Ziel hatten: Menschen so zu täuschen, zu verwirren und unter Druck zu setzen, dass sie früher oder später nicht mehr dazu in der Lage waren, ihren eigenen Interessen zu folgen oder sie überhaupt noch zu erkennen. Sie systematisch zu demoralisieren, sie in Fallen zu locken, aus denen es kein Entkommen mehr gab.

Ein Beispiel dafür waren die "médisance" (üble Nachrede, Verleumdung), die höfischen Kleinkriege, die Adelige, insbesondere am Hof des französischen Königs Ludwig XV ., anwandten, um mit heimtückischen Bosheiten ihre Gegner zu zerstören. 1 Ein anderes Beispiel ist die psychologische Kriegsführung, die von den Zeiten Trojas bis heute eingesetzt wird, um Menschen Dinge vorzugaukeln, die nicht der Wahrheit entsprechen. 2

Diese invisiblen - unsichtbaren - Methoden psychischer Gewalt, deren Urform die Intrige ist, haben nichts an Aktualität eingebüßt. Was sich hingegen verändert hat, ist die enorme Ausweitung ihres Aktionsradius. Denn heute sind es nicht ausschließlich die sogenannten Eliten, die einige ihrer Mit-Menschen psychisch zerstören wollen, sondern immer mehr sind es die "ganz normalen Menschen von nebenan", die ihre Kollegen oder Mitschüler mit Psychoterror überziehen und auf deren Untergang hinarbeiten.

Es ist dem Pionier der Mobbingforschung Hans Leymann zu verdanken, dass er dieses bisher nicht ausreichend beachtete Phänomen in den 1980er-Jahren publik machte. 3 So führte er in das wissenschaftliche Denken den Begriff Mobbing ein, der aus dem Englischen (to mob) heraus übersetzt so viel bedeutet wie jemanden bedrängen, ihn anpöbeln, ihn attackieren. 4 Letztlich beschrieb Leymann nichts grundlegend Neues. Denn zu allen Zeiten wurden Menschen in Fallen gelockt, systematisch ausgegrenzt und isoliert. Doch neu war, dass das Phänomen namens Mobbing wohl mehr in unseren Gesellschaftssystemen verankert war und ist, als man es sich bis dahin vorstellen konnte.

Nach der dritten europäischen Erhebung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz 2000 sind europaweit circa 12 Millionen Menschen von Mobbing betroffen. 5 In Deutschland sind es etwa 1 bis 1,5 Millionen Menschen, Erwachsene wohlgemerkt, die von Mobbing betroffen sind. 6 Und nimmt man Kinder und Jugendliche hinzu - an Deutschlands Schulen werden zwischen 500 000 und 750 000 von ihnen gemobbt -, dann sind wir bei mindestens 2 Millionen Gemobbten. 7

Das ist eine sehr hohe Zahl. Doch sie täuscht insofern, als sie nur die Betroffenen auflistet. Denn Gemobbte müssen nun einmal von ganz realen Menschen gemobbt werden. Das heißt, dass etwa zwei Mi

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