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Mutter, Spender, Kind Wenn Singlefrauen Familien gründen von Steiner, Anya (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2015
  • Verlag: Ch. Links Verlag
eBook (ePUB)
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Mutter, Spender, Kind

Katrin wollte schon immer Kinder haben. Jetzt ist sie Mitte 30, frisch getrennt und müsste sofort einen neuen Mann finden, wenn sie noch Kinder möchte. Oder nach Alternativen suchen. Sie bekommt ein Kind von jemandem, der nicht ihr Partner ist. Nele und Marie erfüllen sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe einer Samenbank. Nadine findet einen schwulen Mann, der als Vater für ihre Kinder präsent sein will. Simone adoptiert einen Jungen aus dem Ausland. Immer mehr Frauen gründen heute Familien ohne einen festen Partner. Warum entscheiden sie sich dafür? Welche Möglichkeiten stehen ihnen zur Verfügung? Was bedeutet das für die Kinder und für unsere gesamtgesellschaftliche Entwicklung? Darauf antworten die Frauen, Männer und Experten in diesem Buch.

Jahrgang 1970, studierte Slawistik und Allgemeine Sprachwissenschaft und arbeitete unter anderem als Redakteurin, Projektmanagerin, Lektorin und Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 29.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862843039
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 723 kBytes
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Mutter, Spender, Kind

Wenn der Kinderwunsch wächst,
aber der Partner fehlt

Den Frauen möchte ich sagen: Macht euren Kinderwunsch nicht abhängig vom Wunsch nach romantischer Liebe.
Eva Illouz

Wie kann es sein, dass Frauen ohne Partner Kinder bekommen wollen? Was geht in diesen Frauen vor? Was ist heutzutage medizinisch möglich, was ist ethisch vertretbar, was ist finanziell machbar? Das sind Fragen, die plötzlich ins Gespräch kommen, wenn es um Singlefrauen geht, die sich ihren Kinderwunsch gezielt erfüllen, und zugleich Fragen, die in der öffentlichen Debatte kaum auftauchen. Fragen, mit denen sich sehr viele Menschen nie zuvor auseinander gesetzt haben.

Auch Singlefrauen mit Kinderwunsch haben sich in der Regel nicht mit diesem Thema beschäftigt - bis zu einem bestimmten Punkt in ihrem Leben. Dem Moment, in dem ihr Kinderwunsch so stark und allgegenwärtig wurde, dass er sich nicht mehr verdrängen ließ, sie aber keinen Partner an ihrer Seite hatten, der mit ihnen Kinder bekommen wollte. "Ich wollte immer Kinder haben." Mit diesem Satz beginnt fast jede der porträtierten Frauen ihre Geschichte. Damit passen sie so gar nicht in die Schublade von Karrierefrauen, denen kurz vor den Wechseljahren einfällt, dass ihnen noch ein Kind zur Vervollkommnung ihres durchgestylten Lebens fehlt. Im Gegenteil, die meisten der Frauen, die ich kennengelernt habe, haben sich nicht vordergründig auf die Karriere konzentriert, sondern auf die Familiengründung. Wer also sind diese Frauen, die sich entscheiden, als Single Mutter zu werden? Die Kulturanthropologin Linda Layne vom Rensselaer Polytechnic Institute in New York kam 2011 in einer Vergleichsstudie zwischen den USA und Großbritannien zu der Charakterisierung, dass es sich in den USA in der Regel um heterosexuelle, weiße, gebildete, finanziell gut gestellte Frauen über 35 Jahre handelt, die vorrangig in Städten leben. Drei Viertel der US-amerikanischen Singlefrauen werden durch Insemination mit dem Sperma eines offenen Spenders schwanger, die anderen haben einen Spender aus dem Bekanntenkreis oder adoptieren ein Kind. In Großbritannien sind die Frauen im Durchschnitt etwas älter und müssen deshalb eher auf invasive Methoden wie eine In-vitro-Fertilisation zurückgreifen. Für Deutschland liegen keinerlei Studien vor. Jedoch scheint mir die Situation so ähnlich wie in Großbritannien zu sein.

Neben dem Vorwurf, es handele sich um Karrierefrauen, kommen zwei weitere Klischees üblicherweise ins Gespräch, wenn es um Singlefrauen mit Kindern geht. Zum einen existiert das Bild der überforderten alleinerziehenden Mutter, die von Sozialleistungen lebt. Die Singlefrauen, die ich kennengelernt habe, passen jedoch auch nicht in diese Schublade, mehr dazu im Kapitel über Alleinerziehende und Netzwerke. Die dritte Zuschreibung - Frauen, die es durchziehen, als Single ein Kind zu bekommen, seien engagierte Feministinnen, Männerhasserinnen, Aktivistinnen für die öffentliche Zurschaustellung der Macht der Frauen - trifft ebenfalls nicht zu. Im Gegenteil, die meisten Frauen sind sehr geprägt von dem konventionellen Familienbild, das sie selbst nicht leben. Sie scheuen die Öffentlichkeit, leben unauffällig und angepasst, es könnte sich um die nette Frau von nebenan oder die sympathische Grundschullehrerin im Reihenhäuschen handeln.

Manche Frauen haben lange nach ihrem Traumprinzen gesucht, ihre Zeit mit Dates und in Partnerschaftsbörsen verbracht, um endlich den richtigen Mann zu finden, der bereit wäre, den Traum von einer Familie mitzuträumen. "Ich probierte so ziemlich alles, was Internet, Zeitungen und Blind Dates hergaben", erzählt Susanne von ihrer verzweifelten Suche nach Mr. Right in ihren Dreißigern. Und eines Tages tickt die biologische Uhr dann so laut, dass die Frau zu überlegen beginnt, ob der Traumprinz denn wirklich zur Erfüllung des Kinderwunsches notwendig ist. Die

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