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Naikan - Eintauchen ins Sein 50 Jahre Methode Naikan. Neue Wege zu sich selbst finden

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
9,99 €
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Naikan - Eintauchen ins Sein

Das Buch "Naikan - Eintauchen ins Sein" trägt anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Methode Naikan alle relevanten Informationen über diesen einzigartigen Weg der Selbstheilung und Selbstentwicklung zusammen. Absolventen berichten darin über ihre Erfahrungen während des Naikan-Retreats und in der Zeit danach. Naikan-LeiterInnen stellen ihren persönlichen Weg in die Methode und als Naikan-Begleiter dar. Die Methode Naikan wird umfassend beschrieben und im Kontext zur Herkunft aus Japan und der buddhistischen Meditationskultur sowie der modernen Entwicklungen der Neurobiologie, Psychotherapie und Selbsterfahrungs-Verfahren dargestellt. Die Vorstellung der deutschsprachigen Naikan-Zentren rundet den Blick auf die Entwicklung der Methode ab. Das Buch ist für alle, die mehr über Naikan wissen wollen, um selbst einmal diesen außergewöhnlichen Prozess zu absolvieren. Und für professionelle Helfer, Berater und Entscheider, die sich über Naikan informieren möchten, um es ihren Klienten zu empfehlen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 308
    Erscheinungsdatum: 06.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739299396
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 5104kBytes
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Naikan - Eintauchen ins Sein

Eine Empfehlung für Naikan

Akira Ishii

Wenn wir etwas sehen, dann nehmen wir es normalerweise durch unsere eigenen Interessen gefiltert wahr. Weil die Wahrnehmung durch unsere Interessen verändert wird, erkennen wir manchmal die Realität nicht so an, wie sie ist, sondern versuchen sie unseren Erwartungen anzupassen. Wenn ich meine Studenten bitte, ihre Augen zu schließen und sie frage, was die Farbe der Wandtafel ist, dann sagen viele Studenten, dass sie schwarz sei. Tatsächlich ist die Farbe Grün. In einer Klasse ist die Tafel sogar blau. Trotzdem können nur zwei von hundert Studenten die richtige Farbe nennen. Wir erwarten meist, dass eine Wandtafel (in Japan Blackboard genannt) schwarz ist und versehen sie darum mit einem Vorurteil, nämlich dem, dass alle Wandtafeln schwarz sind. So wird die Realität durch unsere Erwartungen verändert.

Wenn Jugendliche eine Verfehlung begehen, versehen wir diese jungen Menschen sofort mit einem Vorurteil. Dann werden diese Jugendlichen oft genau so, wie es dem Etikett, mit dem wir sie versehen haben, entspricht. Manchmal sagen wir: "Obwohl sie meine eigene Mutter ist, sorgt sie nicht gut für die Familie." Oder: "Obwohl er mein Lehrer oder mein Chef ist, verhält er sich nicht wie ein Lehrer oder ein Chef." Dann sehen wir nicht die Person, sondern nur die Rolle, die dieser Mensch spielen sollte.

Es ist auch nicht immer eine Tatsache, dass der "blaue" Himmel blau ist. Der Himmel ist nur an manchen Tagen blau. In der Nacht ist er überhaupt schwarz. Zum Sonnenaufgang oder -untergang spielt er in vielen Farben. Oft ist er auch grau gefärbt von Regenwolken.

Wenn eine Frau schwanger ist oder die eigene Partnerin ein Kind erwartet, dann stechen einem viele schwangere Frauen in die Augen. Wenn die eigenen Kinder drei Jahre alt sind, dann sehen wir viele Dreijährige in Parks oder auf der Straße.

Vor kurzem haben wir in unserem Haus die Tapeten erneuert. In dieser Zeit sah ich in Kaffeehäusern nur die Farbe der Wandverkleidungen. Nachdem wir entschieden haben, welche Tapeten wir kaufen werden, habe ich anderswo nicht mehr auf die Wände geachtet. Wenn man den Führerschein machen möchte, dann fallen einem plötzlich alle Fahrschulautos auf. Hat man den Führerschein geschafft, dann sieht man plötzlich kaum mehr eines. So sehen wir nur die Einzelheiten, die zu uns passen, und auch die nur von der Seite, die unserem Interesse entspricht.

Wenn wir einmal beschließen, dass wir eine Person nicht mögen, dann können wir nicht mehr die Wahrnehmung zulassen, dass dieser Mensch auch etwas für uns getan hat. Wenn man sich nur daran erinnert, dass einen der Vater einmal geschlagen hat, dann vergisst man alle netten Worte und Gesten, die auch vom Vater kamen.

Einmal schrieb ein Student, warum er nicht Naikan machen konnte: "Ich rede nur einmal oder zweimal pro Jahr mit meinem Vater. Wenn ich mit ihm rede, dann geht es nur um Geld, das er mir geben soll. Deswegen gibt es nichts, was ich für ihn gemacht habe und was er für mich gemacht hat." Dieser Student sieht die Sache wirklich nur von seiner Seite. Wenn wir unser Verhalten nur von dieser Seite sehen, dann sind wir die einzigen Menschen auf der Erde, die das so wahrnehmen. Alle anderen sehen uns von einer ganz anderen Seite, nämlich der, die sich nach außen zeigt. Und ich bin der Einzige, der sich nicht von dieser Außenseite wahrnehmen kann. Um aber wirklich zu wissen, wer ich bin, ist es notwendig, mich von der Außenseite her anzusehen. Wenn wir kritisieren, dass unsere Reisetasche schon alt und schäbig ist, dann vergessen wir, uns die Sache von der Seite der Tasche her anzusehen. Die Gestalttherapie zum Beispiel lädt uns ähnlich wie Naikan ein, die Sache mit den Augen der Tasche zu betrachten. Sie würde in diesem Fall sagen: "Ich habe Dich viele Jahre begleitet. Ohne mich hättest Du alle Sachen unterwegs verloren. Du hast mich schmutzig gemacht und mich nie gereinigt. Und jetzt sag

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