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Natürlich mit links Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand von Neumann, Marina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2014
  • Verlag: Ariston
eBook (ePUB)
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Natürlich mit links

Den Knoten im Gehirn lösen Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Marina Neumann mit umgeschulten linkshändigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie ist selbst Linkshänderin, wurde aber in der 1. Klasse zum Schreiben mit rechts gezwungen. So kennt sie die problematischen Auswirkungen einer Umerziehung von der linken auf die rechte Hand genau. Glaubwürdig und informativ vermittelt Marina Neumann, die sich im Alter von 47 Jahren erfolgreich auf das Schreiben mit links zurückgeschult hat, dass eine Befreiung aus dieser Unterdrückung auch im Erwachsenenalter noch möglich ist - ja dass dieser Prozess sogar eine Vielzahl neuer Entwicklungschancen bietet. Viele Fallbeispiele und Hintergrundinformationen eröffnen einen Weg, eigene Stärken neu zu entdecken - und bewirken vor allem eines: neuen Mut zu machen! Marina Neumann ist Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin. Sie wurde 1952 geboren und im Alter von sechs Jahren auf die rechte Hand umgeschult. Erst im Jahr 2000 begann sie, sich davon zu befreien und zu lernen, wieder mit links zu schreiben. In ihrer Praxis arbeitet sie schwerpunktmäßig mit umgeschulten linkshändigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In zahlreichen Vorträgen, Fortbildungsveranstaltungen, Zeitungsartikeln und Radiointerviews hat Marina Neumann immer wieder auf die Problematik der unterdrückten Linkshändigkeit aufmerksam gemacht. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 11.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641141820
    Verlag: Ariston
    Größe: 621 kBytes
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Natürlich mit links

Kapitel 2

Zu Tode betrübt: Das umerzogene linkshändige Kind

Bei jedem Linkshänder wirkt sich die Umschulung auf rechts anders aus, aber es gibt kaum einen Betroffenen, der nicht schon als Kind mit den vielfältigen Folgen der unterdrückten Linkshändigkeit zu kämpfen hatte.

Die gewaltsame Umerziehung auf die rechte Schreibhand ist ein massiver Eingriff in Persönlichkeit, Freiheit und Natur eines Kindes. Sein Wille wird dadurch frühzeitig angeknackst. Aus solchen Kindern werden häufig unendlich traurige oder aggressive Erwachsene mit wenig Selbstbewusstsein.

Die Umerziehung führt fast immer dazu, dass sich das Leben zum Negativen verändert und im Laufe der Jahre immer anstrengender, schwieriger und freudloser wird. Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht und finde sie jedes Mal bestätigt, wenn ich Schulkinder teste, die Lern- und Leistungsprobleme haben und deren Händigkeit unklar ist.

Viele dieser Kinder wirken auf mich wie gestresste kleine Erwachsene. Sie sind ungewöhnlich ernst und haben ihre kindliche Unbeschwertheit weitgehend verloren. Eltern, die beim Test dabei sind, berichten mir oftmals, dass mit dem Schuleintritt für ihren Sohn oder ihre Tochter alles anders geworden sei. Ihr bis dahin interessiertes und fröhliches Kind habe sich nach wenigen Monaten zu einem ängstlichen, introvertierten oder auch aggressiven Schulkind entwickelt. Seine Lernprobleme seien völlig unerklärlich, das Kind sei nicht wiederzuerkennen.

Bei mir selbst hat die Umerziehung auf rechts dazu geführt, dass ich in den ersten beiden Schuljahren meine Unbeschwertheit und Kreativität verloren habe. Auch mit links zu zeichnen oder zu malen machte mir keine Freude mehr. Im Alter von sieben Jahren bekam ich ungewöhnlich schweren Keuchhusten, war viele Wochen lang krank und danach sehr geschwächt. Mit acht Jahren fühlte ich mich so unwohl und erschöpft, dass ich bereits in diesem kindlichen Alter zum ersten Mal daran dachte, mich umzubringen. Es gab nichts, das mich erfreut hätte, mein Leben bestand nur noch aus Arbeit und Qual. Im Innern war ich einfach nur traurig und resigniert, und diese Befindlichkeit wurde während meiner Gymnasialzeit noch stärker.

Feinmotorische Probleme

Die konkreten Schwierigkeiten beginnen für viele umerzogene Linkshänder, wenn sie mit der für sie falschen Hand schreiben lernen müssen. Die meisten von ihnen drücken mit rechts unwillkürlich sehr stark auf und halten den Stift verkrampft. Vielen dieser Kinder sieht man die Kraftanstrengung regelrecht an.

Sie erfassen intellektuell, was sie aufs Papier bringen sollen. Aber schon bei einzelnen Buchstaben kann die Umsetzung schwierig werden: Die einen haben Mühe, überhaupt die Linie im Heft zu treffen, anderen gelingt es nicht, einen Buchstaben ordentlich und schön hinzuschreiben, auch wenn sie noch so viel üben. Jedes intelligente und lernwillige Kind hat eine klare Vorstellung von dem, was es schreiben oder malen will. Die Frustration darüber, dass die rechte Hand die Idee nicht umsetzen kann, wird immer größer, je öfter sich diese Erfahrungen wiederholen.

Ein typisches Beispiel ist ein 6-jähriger Junge, den ich kurz vor der Einschulung auf seine Händigkeit getestet habe. Er hatte viele Ideen im Kopf und wollte mir mit rechts ein kompliziertes Labyrinth aufmalen - dabei war er eindeutig ein unterdrückter Linkshänder. Er fing fröhlich an, aber nach wenigen Minuten wurde sein Dilemma sichtbar: Seine rechte Hand konnte die Linien einfach nicht so hinbekommen, wie er sich das vorgestellt hatte. Die Enttäuschung über sein Unvermögen wuchs und entlud sich schließlich fast in einem Tobsuchtsanfall. Seine Mutter und ich mussten ihn festhalten,

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