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Power Aging von Krag, Werner (eBook)

  • Erschienen: 27.09.2005
  • Verlag: mvg Verlag
eBook (ePUB)
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Power Aging

Wie können wir unsere eigene Lebensqualität bis ins hohe Alter steigern? Dr. Werner Krag führt uns in das Wissen und die Lebensgewohnheiten anderer Kulturen ein und erläutert, wie auch wir unsere Vitalität, unsere seelische Gesundheit, Ernährung und Bewegung im Alter positiv beeinflussen können.

Dr. Werner Krag ist Diplom-Psychologe und Betriebswirt mit langjähriger Erfahrung als Therapeut und Berater. Er hält Vorträge und Seminare zu den Themen Motivation, Glück und Erfüllung. Im mvgVerlag ist von ihm Warum bin ich eigentlich nicht glücklich? erschienen.

Produktinformationen

    Größe: 716kBytes
    Herausgeber: mvg Verlag
    Untertitel: Länger leben, später altern - jetzt handeln!
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 320
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783864155789
    Erschienen: 27.09.2005
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Power Aging

1 Das gute Alter ist möglich

Herr Tanaka steht hoch oben auf der schwankenden Leiter. Der Papayabaum ist alt und knorrig, vielen Unwettern hat er getrotzt, vielen Stürmen standgehalten. Die Papayas, auf die es Herr Tanaka abgesehen hat, sind gelb, fleischig, voller Saft und duften verführerisch. Richtig zum Reinbeißen. Da kann auch er nicht widerstehen. So wie jedes Jahr im Juni, wenn die Saison hier beginnt. Es ist heiß und schwül in Okinawa. Wir sind rund tausend Kilometer vom japanischen Festland entfernt, mitten im Pazifik. Heute wird es wohl wieder ein Gewitter geben. Dann dampft die Luft und das Arbeiten wird noch mühsamer. Deswegen legt Herr Tanaka noch einen Zahn zu. Er will seine mitgebrachten vier Säcke ordentlich voll machen, denn er hat seinen Freunden Versprechungen gemacht: Heute bringe ich euch wunderbare, frische Papayas. Die Freunde warten schon ungeduldig. Die Ehefrauen wollen Papaya-Mus zubereiten, da braucht es Nachschub. Ein prüfender Blick zum Himmel: Da braut sich was zusammen, "aber die vier Säcke kriege ich noch locker voll", sagt er zu mir. So ein Sack wiegt gut und gerne seine 15 Kilo. Den zweiten hat Herr Tanaka gerade gefüllt.

Flink steigt er jetzt von der Leiter, die zwei Säcke verstaut er sorgfältig auf einem mitgebrachten Handkarren. Er sucht sich eine neue Stelle, die Leiter wird versetzt, behände klettert er wieder nach oben. Der Baum schwankt etwas. Das nahende Gewitter bringt unberechenbare, böige Winde mit sich. Das stört Herrn Tanaka aber nicht. Die Unbill des Wetters nimmt er gelassen hin. Da hat er doch schon ganz andere Stürme im Laufe seines Lebens überstanden. Als Inselbewohner sind Stürme für ihn etwas ganz Alltägliches. Von weitem sieht Herr Tanaka aus wie 50 und von nahem auch nur wie 60. Man mag unwillkürlich denken: "Dieser ältere Herr ist aber noch fit, wie macht er das bloß?"

Herr Tanaka ist allerdings nicht 60, auch nicht 70, auch nicht 80. Er ist sage und schreibe 88. Seine wachen Augen und die Lachfalten des sonnengegerbten Gesichtes geben ihm etwas Jugendlich schalkhaftes und seine positive Ausstrahlung ist ansteckend. "Letztes Jahr habe ich an einem Tag noch drei Papayabäume abgeerntet", sagt er. "Aber dieses Jahr bin ich ja schon etwas älter. Da lasse ich es etwas ruhiger angehen. Da genügen mir zwei Bäume pro Tag." Sagt's und hat den nächsten Sack schon wieder gefüllt. "Halten Sie mal den Sack", spannt er mich gleich ein und nur mühsam kann ich den Sack, nur auf halber Höhe der schwankenden Leiter stehend, erreichen. "Verdammt", murmele ich in mich hinein, "der ist fast vier Jahrzehnte älter als du und macht dir noch locker etwas vor." Den Sack halte ich mit der linken Hand und klammere mich mit der rechten fest an die Leiter. Das Ganze schaukelt für mein Gefühl etwas zu stark, nach unten wage ich nicht zu sehen. Über mir steht Herr Tanaka und lacht. Er scheint sich köstlich zu amüsieren. Sein Hobby ist es offensichtlich, auf Bäume zu klettern.

Mir ist gar nicht nach Lachen zu Mute. Mehr schlecht als recht klettere ich mühsam mit leicht schlotternden Knien hinab. "15 Kilo sind ganz schön schwer", denke ich und wuchte den Sack in den Handkarren. Ehe ich mich ausruhen kann, ist Herr Tanaka schon wieder unten und hat auch gleich einen Vorschlag für mich: "Wir beide schieben den Karren jetzt zurück zum Dorf", meint er wie selbstverständlich. Die Säcke mit den Papayas liegen jetzt fein säuberlich verstaut in dem Handkarren. Jetzt sind etwa drei Kilometer über Stock und Stein zu bewältigen, auch kurze schlammige Stellen, die die Regenzeit hinterla

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