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Quintessenzen Überlebenskunst für Anfänger von Böttcher, Sven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.04.2013
  • Verlag: Ludwig
eBook (ePUB)
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Quintessenzen

Was ist im Leben wirklich wichtig?
"Vor ein paar Jahren hatte ich Lisa, meiner ältesten Tochter, versprochen, alles Wesentliche über das Leben, das Universum und den ganzen Rest aufzuschreiben. In gebotener Kürze, versteht sich. Und nur für alle Fälle. Vor allem für den Fall, dass ich in den entscheidenden Momenten ihres Lebens unentschuldigt fehlen würde..." (Sven Böttcher)
Geistesblitze voller Humor und Optimismus, geschrieben mit großem Herzen und verblüffender Seelenruhe - nicht nur für junge Erwachsene, sondern für alle lebens- und erkenntnishungrigen Menschen.
Mit Anfang 40 erkrankt der Schriftsteller und Fernsehmacher Sven Böttcher an Multipler Sklerose, nach schwerem Krankheitsverlauf prophezeien ihm die Ärzte, er werde einen weiteren Schub vermutlich nicht überleben. Daraufhin beschließt er, die ihm verbleibende Zeit zu nutzen und seinen drei Töchtern in schriftlicher Form all das mitzugeben, was er ihnen möglicherweise nicht mehr selbst wird sagen können.
Jedoch wird man die gängigen Sinnsprüche in den Quintessenzen vergeblich suchen. Böttchers "hoffentlich hilfreiche Anmerkungen zu diesem, jenem und dem ganzen Rest" lauten zum Beispiel: "Geld ist Zeit", "Sei unnatürlich" oder "Heirate dich selbst". In rund 50 kurzen Texten entwickelt er eine umfassende und unkonventionelle Philosophie der Lebenskunst, die Herz und Verstand aller Menschen berührt, die sich Gedanken machen über den Kosmos, die Liebe, das Leben und den Tod.

Sven Böttcher, Jahrgang 1964, schreibt Krimis und fantastische Romane, arbeitet als Comedy- und Drehbuchautor und Media-Konzeptioner ('ran', 'Beckmann').

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 22.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641091286
    Verlag: Ludwig
    Größe: 2287kBytes
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Quintessenzen

Der Sinn des Lebens

Stellen wir uns einen Irren vor. Einen Irren, der sicher ist, dass er kraft seines allmorgendlichen Rituals (Aufstehen um vier, ein rohes Ei an der eigenen Stirn zerschlagen, den Blick fest nach Osten gerichtet) die Menschheit rettet, jeden Tag wieder, weil nämlich allein sein Ritual die Sonne aufgehen lässt. Verschliefe er, ginge die Welt unter.

Dieser Irre ist ein glücklicher Mensch. Er trägt gern Verantwortung. Gut, manchmal möchte er ausschlafen, aber das bedeutet ihm nicht die Welt. Und er macht kein großes Gewese aus seiner Bedeutung. Seine Pfleger wissen nicht, wie wichtig er ist. Was macht das schon? In ihren Augen zerschlägt sich bloß allmorgendlich ein Irrer ein Ei am Kopf. Aber er weiß es besser. Das Glück der Menschen ist sein Werk, alles Glück, jedes Lachen ist sein Lohn. Dieser Mensch ist ein sehr zufriedener Irrer.

Wir sind dieser Irre.

Es gibt keinen naturgegebenen "Sinn des Lebens", schon gar keinen, den wir herausfinden könnten. Unser Leben hat so viel Bedeutung, so viel Sinn, wie wir ihm zuweisen. Und das kann atemberaubend viel sein. Nichts kann dich daran hindern, Königin der Welt zu sein. Die einzige Welt ist die, die du dir machst, und deiner Vorstellung sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Ob du deswegen glauben musst, allein deinetwegen ginge jeden Morgen die Sonne auf? Warum nicht? Aber es geht vielleicht auch eine Nummer kleiner.

Du wirst zu Recht einwenden, es wäre doch – wenn schon – netter, glaubten auch wenigstens ein paar andere, dass du die Sonnenerweckerin bist, die Königin, eine tolle Pianistin oder die beste Mutter der Welt. Recht hast du, das ist netter. Nimm es als Zugabe.

Aber deine Welt, dein Glück und deine Bedeutung, der Sinn deines Lebens, hängen nicht an der Wahrnehmung anderer und schon gar nicht an deren Applaus. Du allein entscheidest, wie viel Sinn dein Leben hat.

Das eine Glück

Sprache formt Gedanken. Du kannst möglicherweise fühlen, aber nicht denken, wofür du keine Begriffe, keine Worte hast ( ? elementares Wegdenken ). Diesbezüglich haben wir es mit unserer differenzierten Muttersprache wirklich gut getroffen, aber beim Begriff "Glück" versagt sie eigenartigerweise fast vollständig. Die Engländer sind lucky, happy und fortunate, die Franzosen sind heureux und kennen sowohl bonne chance als auch bonheur, wenn sie nicht gerade eben falls fortune haben. Was die Eskimos sind, weiß ich nicht, aber da sie für verschiedene Schneearten und -zustände angeblich haufenweise Begriffe haben, kennen sie vielleicht auch fünf für die grundverschiedenen Glücke.

Wir hingegen sind glücklich, haben Glück oder noch mal Glück gehabt und schießen glückliche Tore. In dieser sprachlichen Schwäche dürfte begründet liegen, dass wir Deutschen nie so ganz glücklich sind, denn das Wort verlangt viel zu viel von uns.

Sparen wir uns daher circa fünf Bibliotheken mit Glücksformeln und einigen wir uns beim Glück, das wir zwei hier meinen, dem wesentlichen, auf jenes, das mit unserer Haltung zu tun hat, nicht mit "Schwein gehabt" oder "Das fühlt sich jetzt aber gut an", und halten wir assistierend Folgendes fest: Die vollkommene Abwesenheit von Negativem bei gleichzeitiger Anwesenheit von möglichst viel Positivem, das wäre wohl in den Augen der aller

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