text.skipToContent text.skipToNavigation

Resilienz bei schwerer Krankheit Psychische Ressourcen stärken mit einfachen Methoden von Reinicke, Claudia A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.11.2017
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Resilienz bei schwerer Krankheit

Einfach nur wieder gesund werden, das ist der wichtigste Gedanke während einer Krankheit. Um die Selbstheilungskräfte in Gang zu bringen, brauchen wir eben jene psychische Widerstandskraft, die es uns ermöglicht, auf die inneren Ressourcen zurückzugreifen - Resilienz. Im Verlauf ihrer Krebserkrankung machte die Psychotherapeutin Claudia Reinicke die Erfahrung, dass es einfache psychologische Methoden gibt, die die Resilienz in dieser Zeit ungemein stärken. Diese leicht anwendbaren Methoden stellt sie in diesem Ratgeber vor.

Dipl. Psych. Claudia A. Reinicke, Mutter von fünf Kindern, zertifiziert in PEP, verhaltenstherapeutische Psychotherapeutin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 17.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451812071
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 2482kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Resilienz bei schwerer Krankheit

1. Die erste Krise: die Zeit zwischen Verdacht und Diagnose Ohnmacht - Zeit zum Klopfen

Manchen Menschen mag es in manchen Situationen gelingen, negative Gedanken oder düstere Zukunftsprognosen zu verdrängen beziehungsweise Sie beiseitezuschieben, um den Alltag wie gewohnt weiterzuführen. Mir ist das ab dem Zeitpunkt, als ich einen verdickten Lymphknoten in meiner rechten Leistenbeuge entdeckt hatte, schlicht und ergreifend weniger als gar nicht gelungen! Obwohl es eine gewisse Chance gab, eine Erklärung dafür in einer verschleppten Fußverletzung auf derselben Seite zu sehen, durchfuhr mich im Moment des Entdeckens der Gedanke: "Das ist nichts Gutes!", und er breitete sich allgegenwärtig in meinem Erleben aus. Obwohl mich ein befreundeter Internist, der die erste Ultraschalluntersuchung des Lymphknotens durchführte, zu beruhigen versuchte, gesellten sich zu diesem Gedanken vollkommen selbstständig und ungefragt unzählige weitere gedankliche und emotionale Assoziationen hinzu: Mein Vater ist mit 56 Jahren an Lymphdrüsenkrebs verstorben. - Ich war, als ich den verdickten Lymphknoten bei mir entdeckte, gerade 50. Einen Monat zuvor hatten wir einen guten Freund beerdigt, dem zwischen der Diagnose seiner Krebserkrankung und seinem Tod gerade einmal anderthalb Jahre blieben, die er zum größten Teil im Krankenhaus verbracht hatte. Auf dieser Trauerfeier hatte ich mich gefragt, warum auch immer, ob ich wohl die Nächste sei. Mir fiel auch ein, dass ich gut zwei Jahre zuvor in einem Moment der Verzweiflung über meinen gefühlten alltäglichen Druck meinem Mann prophezeite, dass ich unsere Silberhochzeit nicht erleben würde, wenn sich an meiner Belastung nichts veränderte. Ich hatte auch registriert, dass ich in Fachzeitschriften einen Bogen um Artikel über Krebs gemacht hatte - immer mit dem Hintergedanken: "Das ist jetzt nicht dein Thema! Das liest du, wenn die Zeit dafür da ist!"
Außerdem hatte ich mir unzählige Male die Frage gestellt, warum ich auch in Momenten der totalen Erschöpfung aufstehe, statt mich auszuruhen. Und ich hatte darauf immer nur eine Antwort: Der liebe Gott wird sich etwas dabei gedacht haben, mir diese Energie zu geben, also nutze ich sie. Und wenn er der Meinung ist, dass es zu viel sei, dann wird er schon den Stecker ziehen. All diese Gedanken verstärkten sich gegenseitig. Und nachdem ich zwei Tage vor Weihnachten auch noch die verschreckenden und hilflos machenden Aussagen eines um Zweitmeinung gebetenen Arztes gehört hatte ("Das ist suspekt! Der muss sofort raus!" - "Jetzt, vor Weihnachten noch?" - "Nein, wo denken Sie hin? Das macht Ihnen niemand vor Weihnachten, aber dann gleich!" - "Wie gleich?" - "So schnell es geht!"), sah ich mich in einen Zustand von geringer rationaler Handlungsfähigkeit versetzt, jedenfalls in dem geschützten Raum der Familie. Meine Reaktionen auf Kleinigkeiten in meiner Umwelt, die mit meiner gesundheitlichen Situation überhaupt nichts zu tun hatten, waren emotional überschießend, angstbesetzt, ungerecht den anderen gegenüber, verunsichernd für die Kinder, nicht nachvollziehbar. Es war ein furchtbares Weihnachtsfest! In meinem Kopf befanden sich nur noch Abschiedsszenarien: Was würde ich meinen Kindern noch sagen wollen, bevor ich sterbe? Würde ich das nächste Weihnachten noch erleben? Würde ich mich in einer völligen Hilflosigkeit befinden oder wäre es möglich, wie in anderen Kulturen, ein Abschiedsfest im Kreise der Familie und guter Freunde zu machen, bei dem man dann irgendwie zufrieden und friedlich gehen kann? In diesem Zustand war kaum ein vernünftiger Gedanke möglich. Was war passiert? Wie kann es sein, dass jemand so schlagartig seine Rollenmuster verlässt? Hirnphysiologisch lässt sich das ganz gut erkl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.