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Sich wandeln und sich neu entdecken von Kast, Verena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.08.2017
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Sich wandeln und sich neu entdecken

Leben heißt wachsen und sich entwickeln. Gerade in Krisen oder in Lebensübergängen wird uns das oft schmerzhaft bewusst. Doch diese Zeiten können Chancen sein und eröffnen ungeahnte Möglichkeiten der Entwicklung und inneren Reifung. Verena Kast zeigt auf, wie wir uns in Zeiten des Umbruchs wandeln und immer wieder neu entdecken können. Mit einem neuen Vorwort von Verena Kast. Verena Kast, Psychotherapeutin, Dozentin, Lehranalytikerin am C.G.-Jung-Institut Zürich, Professorin, Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 18.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451811739
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3845 kBytes
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Sich wandeln und sich neu entdecken

Wie sich in Symbolen Lebensprobleme verdichten - und sie gelöst werden können

Symbol, Mythos, Märchen

Symbole, wie wir sie aus Träumen kennen, aus Faszinationen im Alltag, aus Fantasien, aus Kunstwerken, haben oft Ähnlichkeiten mit Symbolen, die uns aus Mythen bekannt sind, oder sie sind mit Motiven vergleichbar, die uns eingebunden in menschennähere Entwicklungsprozesse im Märchen begegnen.

Mythen sind Geschichten, die aus Elementen der alltäglich erfahrbaren Wirklichkeit aufgebaut sind und scheinbar auch von dieser handeln, darüber hinaus aber diese Zusammenhänge auch dazu benutzen, um das Selbstverständnis des Menschen, seine Erfahrung des Göttlichen und seine Stellung zum Göttlichen und zum Realen auszudrücken. Sollte ein Mythos Bestand haben, musste sich in ihm sowohl ein Kollektiv erkennen als auch das einzelne Individuum. Dadurch, dass der Mythos durch die Geschichtswissenschaft entmythologisiert wurde, offenbart der Mythos nun da, wo er immer noch lebendig ist, erst recht seine symbolische Funktion, seinen Hinweis auf typische menschliche emotionell bedeutsame Bindungen an einen Ur-Grund, wie immer wir diesen nennen wollen, seinen Verweis auf existenzielle Grunderfahrungen des Menschen. Und noch immer sind diesen Symbolen Erinnerung und Erwartung eigen.

Was Mythen letztlich sind, ist heute sehr umstritten, einig sind sich Anthropologen und Tiefenpsychologen aber darin, dass mythisches Denken zu den "ursprünglichen Tätigkeiten des menschlichen Geistes gehört", dass durch die mündliche Überlieferung der Mythen die Abweichungen verschwanden, "bis nur noch der Ausdruck der intellektuellen Operationen eines unbewussten, anonymen und dadurch jenseits aller kulturellen Unterschiede kollektiven Dispositivs übrig bleibt. Die Mythen sind die Erzählungen eines strukturalistischen Unbewussten, das in jedem Menschen ruht". 1

Diese Aussage eines modernen Anthropologen deckt sich etwa mit der Feststellung Jungs, der die Fantasie als imaginäre Tätigkeit für den unmittelbaren Ausdruck der psychischen Energie hält, die dem Bewusstsein nicht anders als in Form von Bildern gegeben ist. 2 "Die Fantasiebilder haben unzweifelhaft ihre nächsten Analoga in den mythologischen Typen; es ist darum anzunehmen, dass sie gewissen kollektiven Strukturelementen der menschlichen Seele überhaupt entsprechen." 3

Mythen, Riten und Märchen werden von den modernen Anthropologen wenig unterschieden: Was die einen in einem Mythos ausdrücken, drücken andere in einem Ritus oder in einem Märchen aus. 4 Immerhin betont Smith, dass Märchen weniger stark als Mythen der religiösen Orthodoxie, der logischen Kohärenz und dem kollektiven Druck ausgeliefert gewesen seien. Uns Tiefenpsychologen sind Märchen näher, besonders die europäischen; sie sind oft auch prozesshafter und dadurch besonders geeignet, mit symbolischen Prozessen in unseren Entwicklungen und Therapien in Zusammenhang gebracht zu werden. Und so wie im Mythos ursprünglich der Einzelne sich verstanden fühlte in einer Geschichte, die alle betraf, so fühlen auch wir uns verstanden, in einem größeren Zusammenhang stehend, wenn wir von einem Symbol betroffen sind, wenn ein Symbol uns betroffen macht und wir es in den Zusammenhang mit Symbolen bringen können, die schon immer eine Geltung hatten. Wir fühlen uns dann nicht so sehr als Kranke, als vielmehr als Menschen mit existenziellen Aufgaben, die zu Problemen werden können.
Symbol und symbolisierende Haltung

Schon bei der Definition des Mythos ist angeklungen: Das Symbol meint einerseits ganz Aktuelles und verweist auf Hintergründiges, auf Zusammenhänge, die jeweils nicht besser als eben in diesem Symbol auszudrücken sind.

Beispiel: Traum

Eine Träumerin steht sinnend an einem unbewegten Meer. Es ist direkt unheimlich unbewegt. Da beginnt das Meer, an einer Stelle sich aus sich heraus zu bewegen in einer Wirbelbewegung. Die Träumerin

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