text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Was uns wirklich trägt Über gelingendes Leben von Kohl, Walter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.01.2019
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 03.01.2019 per Download lieferbar

Online verfügbar

Was uns wirklich trägt

Zwei Menschen, zwei Lebensläufe, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine, in einer prominentenfamilie aufgewachsen, geprägt von Jahren der persönlichen Ausgrenzung und Stigmatisierung sowie der Terrorismusgefahr, persönlich und beruflich durch Tiefen und Krisen bis zum Scheitern gegangen. Der andere früh im Kloster, ging konsequent den Weg monastischer Gottsuche, mit einer scheinbar geradlinigen 'Karriere' als Mönch, als erfolgreicher Cellerar, der das einfache Leben ins Zentrum stellt und als weltbekannter Autor und geistlicher Begleiter von vielen gehört wird. Und doch, beide sagen: Wir sind nicht am Ziel. Wir sind auf dem Weg. Beide fragen, was Leben ausmacht, was es gefährdet und was wirklich Sinn stiftet, was ihren eigenen Kurs bestimmt und was anderen helfen könnte..

Anselm Grün OSB, geb. 1945, Dr. theol., ist Mönch der Abtei Münsterschwarzach, Meditationsleiter, weltweit populärster christlicher Autor unserer Tage.

Walter Kohl, geb. 1963, ältester Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl, Unternehmer, Berater, erfolgreicher Buchautor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 03.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451814846
    Verlag: Verlag Herder GmbH
Weiterlesen weniger lesen

Was uns wirklich trägt

1
Unsere Herkunft als Mitgift Warum ich? Herkunft kann manche Belastungen mit sich bringen. Ist das gut oder schlecht? Ich glaube, dass diese Frage nicht im Vordergrund stehen sollte. Uns ist ein Leben gegeben, und die für mich viel wichtigere Frage lautet: Was können wir aus unserem Leben, aus unserer Herkunft machen? WALTER KOHL Eine besondere Situation Jede Herkunft hat ihre eigenen, ganz besonderen Prägungen und wird zu unserer ganz persönlichen Quelle der Erfahrung. Herkunft ist der Mutterboden, der Humus unserer Entwicklung. Aus ihr kommen wir, ob wir es wollen oder nicht. Herkunft ist schicksalhaft und wer nicht akzeptiert oder nicht versteht, woher er kommt, wird sich auch schwertun, seine Zukunft zu gestalten. Ob man nun dazu neigt, die Vergangenheit zu verklären, sie zu beklagen oder sie gar abzuspalten: Sie war, wie sie war. Was vorbei ist, lässt sich nicht mehr ändern. Wichtig ist nur, wie wir damit umgehen. Erfahrungen, die wir in der Kindheit gemacht haben, Einflüsse der Umgebung, Erwartungen, mit denen wir aufwuchsen und mit denen wir - wie auch immer - umgegangen sind, sie gehören zur Mitgift für unser Leben. Unsere Kindheit kann schwierig gewesen sein und uns lebenslang als verseuchter Boden vorkommen. Sie kann aber auch zu einer Kraftquelle werden. Die Rückbindung kann positiv, aber auch als Fessel erlebt werden. Und nicht immer ist das eine vom anderen leicht zu trennen. Es ist eine Frage unserer ganz persönlichen Einstellung und Entscheidungen. Bei mir war das nicht anders. Geboren bin ich 1963, zwei Jahre vor meinem Bruder Peter. Das Besondere an meiner Geschichte: Ich wuchs in einer politisch sehr aktiven Familie auf. Mein Vater war 1963 schon Fraktionsvorsitzender im Landtag von Rheinland-Pfalz. Wahrgenommen habe ich zunächst nur, dass zu Hause immer viel los war. Als kleines Kind konnte ich nicht verstehen, was da genau um mich herum passierte. Aber anscheinend war es normal, dass bei uns andauernd Leute kamen und gingen, Menschen, die ich nicht kannte. Bei den Familien in der Nachbarschaft gab es das nicht. Warum? Das verstand ich nicht. Die Welt der Erwachsenen erschien mir mysteriös. Sie sprachen über offensichtlich wichtige Dinge, doch ihre Welt blieb mir verschlossen. Es war, als ob in unserem Haus zwei Welten nebeneinander existierten: die der Erwachsenen mit ihren Gesprächen und die von uns Kindern. Zwischen beiden Welten gab es eine zwar unsichtbare, aber jederzeit erkennbare Trennlinie. Wenn wieder einmal einige dieser fremden Leute zu Besuch kamen, wurde kurz mit uns gesprochen, und dann wurden wir zum Spielen geschickt, je nach Wetterlage in den Garten oder in unser Zimmer im ersten Stock. Mein Eindruck als Kind war: Diese Fremden kamen zu allen Tages- und Nachtzeiten. Sie bestimmten den Rhythmus und das Leben unserer Familie. Sie waren wichtig, ihre Themen interessant. Wenn sie kamen, hatten wir Kinder zurückzutreten. Ihnen gegenüber, das wurde mir mit der Zeit klar, waren wir Kinder zweitrangig. Private Gespräche mit Parteifreunden, mit Journalisten, manchmal auch mit Menschen aus einem anderen politischen Lager gehören zum Leben eines Politikers. So werden Netzwerke gebildet. Und solche Kontakte stellen einen zentralen Baustein für politische Karrieren dar. Und es sind diese Gesetze der Karriere, die die Wirklichkeit und die Prioritäten vieler Familien bestimmen. Auch die der unseren haben sie bestimmt. Die Menschen, die da kamen, das waren für mich - als Kind im Vorschulalter - einfach unbekannte Erwachsene. Sie strömten in einem schier endlosen Strom in unser Haus, machten sich in unserem Wohnzimmer breit und schienen unser Familienleben zu beherrschen. Schon früh musste ich anerkennen: Die Politik hat Priorität. Sie bestimmt unser Leben als Familie, ihr haben sich

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen