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Wenn die Eltern plötzlich alt sind Wie wir ihnen helfen können, ohne uns selbst zu überfordern von Lambers, Birgit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2016
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
13,99 €
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Wenn die Eltern plötzlich alt sind

Eines Tages ist es soweit: Die eigenen Eltern können ihr Leben nicht mehr alleine meistern, und die Kinder sind plötzlich in der Pflicht. Anfänglich ist die Unterstützung der alten Eltern selbstverständlich. Doch mit der Zeit wird sie für viele zur physischen und emotionalen Überforderung. Birgit Lambers bietet Entlastung, indem sie zeigt, dass diese Situation kein Einzelschicksal ist. Vielmehr versucht eine ganze Generation, ein gesellschaftliches Problem jeweils individuell zu lösen. Die Autorin benennt die klassischen Reibungspunkte: das schlechte Gewissen, Suche nach später Anerkennung, schwierige Eltern-Kind-Beziehungen und Geschwisterrivalitäten. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht sie, wie sich auch die Eltern in dieser Situation fühlen, und ermöglicht es mit diesem Verständnis, für sich selbst Lösungen zu finden. Ihr hilfreicher Ratgeber zeigt ganz konkret Wege aus der Überforderung, so dass jeder die Frage: Wieviel will ich geben und wieviel kann ich geben? für sich beantworten kann. Birgit Lambers ist Sozialpädagogin, Coach und ausgebildet in Gestalt- und Familientherapie. Seit 1997 ist sie selbständig als Management-Coach und Trainerin tätig. Zum Thema 'Wenn die Eltern alt werden und die Kinder überfordert sind' bietet sie seit 2010 erfolgreich Vorträge und Tagesseminare an, die auf sehr breites Interesse stoßen und stark nachgefragt sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 29.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641191771
    Verlag: Kösel
    Größe: 792 kBytes
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Wenn die Eltern plötzlich alt sind

Kinder alter Eltern: So geht's uns wirklich

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Geburtstagsfeier. Sie gesellen sich zu Bekannten, so zwischen 40 und 60 Jahre alt. Zunächst wird über das Wetter und den zunehmenden Verkehr gesprochen, aber dann beginnt Ihre Nachbarin von der Sorge um ihre alten Eltern zu erzählen. Sie berichtet von ihrem 84-jährigen Vater, der vor zwei Wochen auf der Treppe stürzte und seitdem im Krankenhaus liegt. Ihr ist es trotz vollgepacktem Terminkalender gelungen, die nun unversorgte, an Alzheimer erkrankte Mutter in einer Kurzzeitpflege unterzubringen. Aber als Berufstätige schafft sie es einfach nicht, während der Woche die 150 Kilometer Entfernung zu überbrücken, um ihre Eltern zu besuchen. Ihr Vater ist in großer Sorge um seine Frau und möchte, dass seine Tochter häufiger kommt. Sie bat ihren Bruder um Unterstützung, aber der meinte, die Eltern seien gut versorgt.

Kaum neigt sich die Erzählung Ihrer Nachbarin dem Ende zu, kennt die Mitteilungsfreude der anderen Zuhörer keine Grenzen mehr: Sie erfahren beispielsweise die Geschichte von einem Mann, der in letzter Zeit ständig Anrufe während der Arbeitszeit von seiner Mutter erhält, weil sie nach dem Tod ihrer Freundin nichts mehr mit sich anzufangen weiß. Eine im Schichtdienst tätige Frau erzählt von ihrer Schwiegermutter, die seit einem Fahrradunfall vor zwei Jahren ihren Haushalt nicht mehr selbst versorgen kann, und ein Mann berichtet vom letzten Wochenendbesuch bei seinem alleinlebenden 84-jährigen Vater. Der Blick in den Kühlschrank versetzte ihm einen Schrecken, denn hier herrschte nicht nur gähnende Leere, sondern bei den paar vorhandenen Lebensmitteln war das Haltbarkeitsdatum bereits seit Wochen abgelaufen.

Ihre Erfahrung auf der nachbarschaftlichen Geburtstagsfeier ist keine Ausnahme, denn: Eine ganze Generation hat sich plötzlich viel zu erzählen. Die betroffenen Kinder und Schwiegerkinder sprechen von ihren Sorgen, Nöten, von Verzweiflung, Wut und Ohnmacht. Während die Gesprächsinhalte auf der Feier vor 15 Jahren noch eher von Beruf, Kindern, Häusern oder Reisen handelten, sind jetzt die alten Eltern das Thema. Bei den tragischen oder auch komischen Geschichten, die sich erwachsene Männer und Frauen erzählen, geht es im Großen und Ganzen immer um dasselbe: Schleichend und unbemerkt ist eine Veränderung eingeläutet worden, die für die meisten Kinder plötzlich und überraschend kam.

Die Eltern werden alt und brauchen Hilfe - am liebsten von ihren Kindern.

Natürlich wussten wir bereits, dass die Kräfte unserer Eltern irgendwann nachlassen. Aber dieser Gedanke ist nur theoretisch, denn für uns ist es unvorstellbar, dass die großen, starken Beschützer unserer Kindheit, dass ausgerechnet diese Menschen hilfsbedürftig werden. Selbst wenn sie bereits der Young Silver Generation angehörten, also äußerlich durch weißes Haar ihre Zugehörigkeit zu einer älteren Generation zu erkennen war: Solange unsere Eltern geistig fit und sozial eingebunden sind und im günstigsten Fall wegen zu vieler Aktivitäten sogar Terminschwierigkeiten haben, gehen wir vom gleichen Irrtum aus wie unsere Eltern selbst: Alt werden immer nur die anderen.

Plötzlich sind sie alt geworden

Oft sind es Kleinigkeiten, die Kinder zum ersten Mal aufhorchen lassen: Vater und Mutter sind vielleicht nicht mehr so adrett wie früher, angeschlagene Tassen stehen auf dem Tisch oder die Sauberkeit der elterlichen Wohnung lässt zu wünschen übrig. Sie überraschen Ihre Mutter beim Fensterputzen auf einem wackeligen Küchenstuhl und stellen fest, dass sie als 81-Jährige - genauso wie die letzten 70 Jahre auch - mit der drei Meter hohen Leiter in den Apfelbaum klettert. Kinder bemerken, dass ihre Eltern plötzlich starrsinnig auf ihrer Meinung beharren, obwohl diese nachweislich falsch ist. Auch eine nie gekannte Ängstlichkeit kann den Alterungsprozess

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