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Wenn die Welt plötzlich kopfsteht Gefühle in der Lebensmitte von Bohn, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Wenn die Welt plötzlich kopfsteht

Die Gefühle sind im Wandel und innerlich herrscht Aufruhr. Und dabei stehen familiäre Veränderungen, berufliche Umbrüche, neue Lebensentwürfe, die Wechseljahre, das eigene Älterwerden an. Wie können Frauen mit der Sehnsucht nach Rückzug, erhöhter Empfindsamkeit, mit der neuen Unruhe, aber auch den Versprechungen eines Neuanfangs gut umgehen? - Caroline Bohn weist Leserinnen einen Weg durch die Gefühlswelt in der Lebensmitte und gibt Impulse, wie Frauen in dieser Zeit gut für sich sorgen können.

Dr. phil. Caroline Bohn, Studium Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft und Soziologie, Systemische Coachin.Seit 1998 Durchführung von Einzelberatung und Seminaren für Frauen sowie bundesweit Vorträge.www.institutbohn.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 15.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451805349
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 2361 kBytes
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Wenn die Welt plötzlich kopfsteht

Teil II:
Die große Welt der Gefühle

Warum faszinieren und beschäftigen uns Gefühle eigentlich so sehr? Ganz einfach, weil sie uns immer und überall betreffen. Unsere Gefühle machen uns aus. Durch sie sind wir lebendig. Ob im Privatleben oder im Beruf - überall stoßen wir auf unterschiedliche Stimmungen, Befindlichkeiten und Gefühle anderer Menschen. Und ständig sind wir damit beschäftigt herauszufinden, wie wir uns selbst gerade fühlen, warum wir uns so und nicht anders fühlen oder wie wir unsere Gefühle verändern können.

Die Vielfalt unserer Gefühle ist groß: Wir sehnen uns nach etwas oder nach jemandem. Wir sind wütend, verliebt, erfreut, gerührt, enttäuscht, verärgert, gekränkt, verängstigt oder einsam. Wir fühlen uns wohl oder unwohl, unbehaglich oder geborgen, betrogen oder geschützt.

Unsere Gefühle steuern unser Leben und sie zeigen uns die Richtung an. Ohne sie wären wir orientierungslos und ohne Warnsystem. Denn durch das, was wir fühlen, wissen wir, wer oder was uns guttut und wer oder was uns schadet.

Gefühle verbinden und trennen uns von anderen Menschen. Sympathie, Zuneigung und Liebe lassen Beziehungen entstehen. Neid, Eifersucht und Hass können sie wieder zerstören. Es gibt Gefühle, die dafür sorgen, dass wir uns zurückhalten, wie Angst oder Ekel. Und es gibt Gefühle, die uns herauslocken, wie Liebe oder Stolz.

Gefühle stecken auch an. So springt die gute Stimmung der Kollegin manchmal ebenso auf uns über wie die schlechte Laune des Partners. Und selbst gespielte Gefühle können auf uns übergreifen. Denken Sie nur an rührselige Filmszenen, die uns sogar zum Weinen bringen oder tiefe Sehnsüchte in uns erwecken können.

Häufig sind wir damit beschäftigt, unsere eigenen Gefühle und die anderer zu verstehen oder auf sie zu reagieren. Wir fühlen uns in uns selbst oder in andere hinein und wir teilen unsere Gefühle mit. Wir können manche Gefühle vorspielen und andere trotz aller Mühe nicht verbergen. Wir können Gefühle verdrängen und versuchen, sie wieder zu erwecken.

Im Laufe unseres Lebens schaffen wir es in der Regel recht gut, unsere Gefühle zu kontrollieren und zu managen. Das ist nicht immer leicht. Die amerikanische Soziologin Arlie Hochschild bezeichnet diesen Versuch daher als Gefühlsarbeit. Und diese Arbeit an unseren Gefühlen gelingt uns an manchen Tagen besser und an manchen eben weniger gut.

Meistens versuchen wir, uns in eine andere, bessere Gefühlslage zu versetzen. Denn unser Ziel sind vor allem die positiven Gefühle. Das heißt, wir wollen, dass es uns ständig gut geht. Das ist verständlich. Nur was muten wir uns da eigentlich zu? fragt auch die Psychotherapeutin Alice Holzhey in Psychologie Heute (Ausgabe 05/2008). Denn ist es nicht zu viel verlangt, dass wir uns selbst in schwierigen Zeiten auch noch gut fühlen wollen? Und trotzdem versuchen wir es, obwohl wir insgeheim genau wissen, dass das in Wirklichkeit gar nicht möglich ist. Ob es uns also passt oder nicht: Wir alle müssen auch negative Gefühle aushalten und ertragen. Denn negative wie positive Gefühle sind wichtig, und seelisch gesund sind wir letztlich erst dann, wenn unsere Gefühle der jeweiligen Situation angemessen sind, meint Alice Holzhey.

Besonders in der Lebensmitte bleiben wir von belastenden Gefühlen nur selten verschont. Denn in dieser Zeit wechseln sich Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Angst, Sorge, Einsamkeit und Unsicherheit ab. Das heißt, Gefühle, die wir am liebsten aus unserem Leben verbannen möchten. Aber wir empfinden auch schöne Gefühle: tiefes Vertrauen, Dankbarkeit, Liebe und Geborgenheit. Nur das ungestüme Hin und Her unseres Gefühllebens macht uns in der Mitte des Lebens oft zu schaffen. Aber wir leben - und in dieser Zeit eben besonders intensiv.

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