text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Völlig losgelöst Wie wir mit weniger glücklich werden - Ein SPIEGEL-Buch

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Völlig losgelöst

Unwichtiges weglassen. Das Wichtige finden. In der Dreizimmerwohnung stapeln sich Flohmarktfunde und modische Fehlkäufe, und durch den lang erhofften Karrieresprung dreht sich das Hamsterrad nur noch schneller. Vielen Menschen geht es ähnlich: In unserer Welt voll Hektik und Überfluss sehnen wir uns danach, uns wieder auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und Zeit zu haben für Familie, Freunde und uns selbst. Konsumforscher, Psychologen und überzeugte Minimalisten zeigen in diesem Buch, wie wir uns von Unwichtigem trennen, nachhaltig konsumieren und uns endlich wieder frei fühlen - denn weniger ist in der Tat mehr.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641235475
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch .10364
Weiterlesen weniger lesen

Völlig losgelöst

Was man liebt

Das sollte man behalten. Alles andere nicht. Warum so viele Menschen versuchen, mit weniger auszukommen.

Ein Brief von MAREN KELLER

Liebe Dreizimmerwohnung, weißt du noch, wie ich dich zum ersten Mal betreten habe? Wie leer du warst und wie groß? Und wie ich Kiste für Kiste für Kiste zu dir gebracht habe. Drei Jahre haben gereicht, um dich in ein Museum meiner Erlebnisse zu verwandeln, mit einer Sammlung, deren Größe manch staatlichem Museum Respekt abnötigen würde. Ein neuer Kerzenständer kam zum Flohmarktwandteller zum Schlussverkauf-Cordrock zum Teller voll Muscheln. Bis du plötzlich weder groß noch leer wirktest. Du bist Privatarchiv vergangener Moden geworden. Eine Sammelstelle für Seltsamkeiten. Dabei würde es mir eigentlich völlig reichen, wenn du eines wärest: mein Zuhause.

Wenn dies nur eine Geschichte über dich und mich wäre und darüber, warum ich ein paar der Dinge wieder loswerden möchte, die du beherbergst, gäbe es keinen Grund, darüber einen Text zu schreiben. Aber diese Geschichte beginnt nicht mit den berühmten drei Kisten (eine für alles, das man behalten möchte, eine für alles, was verschenkt/gespendet/verkauft werden soll, und eine Kiste für alles, das auf den Müll gehört). Diese Geschichte beginnt bei Diogenes oder bei Buddha oder vielleicht noch früher.

Es ist genauso die Geschichte eines Feuilletonisten, der eine Debatte auslöste, als er in einem Text ankündigte, jede Woche zehn Bücher aus seiner Sammlung verschenken zu wollen. Es ist genauso die Geschichte der Städter, die weniger im Supermarkt einkaufen wollen und eigenes Gemüse in öffentlichen Gärten anbauen. Es ist die Geschichte darüber, warum plötzlich jeder jemanden kennt (oder mindestens in einer Talkshow gesehen hat), dessen gesamtes Hab und Gut in einen Rucksack passt. Es ist die Geschichte all dieser Leben und der Idee, die sie verbindet. Deshalb ist es eine Geschichte über einen Lebensstil.

Man kann ihn einfaches Leben nennen oder "simple living" oder Minimalismus oder "voluntary simplicity". Für diesen Lebensstil gibt es mehr Wörter, als manche seiner Anhänger Sachen haben.

Wie sehr dieser Lebensstil einen Zeitgeist trifft, kann man schon daran sehen, dass in den Ratgeberabteilungen der Buchhandlungen inzwischen mehr Bücher über das Entrümpeln stehen als über Trennkost oder Microsoft. Wenn man wissen will, was die Welt bewegt, muss man Nachrichten lesen. Wenn man wissen will, was die Menschen in ihrem Inneren bewegt, muss man in die Ratgeberabteilung der Buchhandlungen sehen. Und manchmal hat auch beides miteinander zu tun, die Nachrichten mit den Ratgebern. In den Nachrichten geht es immer öfter um Krise und Wachstum und darum, dass alles in unserer Gesellschaft auf ein unbestimmtes Mehr hin ausgerichtet ist. Aus den Nachrichten kann man lernen, dass ewiges Wachstum nicht funktioniert. Aus den Ratgebern kann man lernen, was die Alternative sein könnte. Ein Leben, das auf ein Weniger ausgerichtet ist.

Die Historiker haben verschiedene Antworten auf die Frage, wann genau unsere Gesellschaft zu der Konsumgesellschaft geworden ist, von der alle reden. In Westeuropa hat sich am meisten verändert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In den USA kam es schon zwischen den beiden Weltkriegen zu dem, was manchmal Konsumrevolution genannt wird. Eine Revolution, deren Maßeinheit Einkaufswagen sein sollten. Oder Warenkörbe. Eine Revolution, die keine Kampflieder hervorgebracht hat. Sondern nur Jingles. 7600 Generationen lang war der Mensch damit beschäftigt, gegen Mangel zu kämpfen. Erst seit zwei Generationen leben wir in ständigem Überfluss. Oder in ständigem Überdruss.

Der Durchschnittseuropäer soll heute 10 000 Gegenstände besitzen. Toaster, Gitarre, Gästematratze, Lippenstifte, Zweitfahrrad, Besteckkasten, Sommertischdecke, Winterstiefel.

Wir können gerade zugucken, wie die Konsumgeschichte um ein Kap

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.