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Kein guter Sex ohne Unlust Aus dem Alltag einer Sexualtherapeutin von Wagner, Beatrice (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Kein guter Sex ohne Unlust

Sexuelle Unlust ist in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme: Jeder Zweite ist Umfragen zufolge mit seinem Sexualleben unzufrieden. Oft heißt es 'der Lack ist ab'. Die Sexualtherapeutin Beatrice Wagner akzeptiert diesen Grund nicht. Für sie liegt in der Flaute im Bett die Chance, den eigentlichen Ursachen auf die Spur zu kommen. Oft liegt es einfach daran, dass nie über die Wünsche im Bett kommuniziert wurde. Oft stecken auch Verletzungen in der Partnerschaft hinter der Lustlosigkeit. Wer diese Entdeckungsreise ins Ich antritt, erschließt sich ungeahnte Möglichkeiten zu einer neuen Lust, die dann intensiver wird als je zuvor. Anhand zahlreicher Geschichten aus ihrer Beratungspraxis illustriert die Autorin, was die häufigsten Lustkiller sind und wie das Intimleben wieder angefacht werden kann.

Dr. Beatrice Wagner ist Paar- und Sexualtherapeutin, Lehrbeauftragte an der Universität München und Buchautorin. Gemeinsam mit Ernst Pöppel schrieb sie den Bestseller 'Je älter, desto besser' (2011).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 22.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641151102
    Verlag: Goldmann
    Größe: 632 kBytes
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Kein guter Sex ohne Unlust

Kapitel 1

Margit und Florian: Sie wollten alles besser machen, doch dann verlor er die Lust auf sie

STECKBRIEF

Margit (45), ausgebildete Tänzerin, arbeitet heute in einer Werbeagentur, die sich auf medizinische Themen spezialisiert hat.

Florian (55), Mediziner, ist als Medizinjournalist tätig und hält auch Vorträge über Medizin. Margits Agentur hatte ihn einmal gebucht. Er hat zwei Kinder aus erster Ehe.

Die beiden leben in München, sind seit 15 Jahren ein Paar, seit zehn Jahren verheiratet, ohne gemeinsame Kinder.

Als Margit und Florian zu mir kamen, waren sie schon lange kreuzunglücklich mit ihrem Leben, wussten aber nicht, wie sie aus der Misere herauskommen sollten. Da passierten zwei entscheidende Dinge: Er begann eine außereheliche Affäre, und sie fand es heraus.

"Ich kann ihm das nicht verzeihen. Jahrelang hatten wir kaum noch Sex. Ich habe das sehr vermisst. Und dann geht er einfach zu der anderen. Das gibt es doch gar nicht. Und jetzt will ich keinen Sex mehr mit ihm. Bei uns stimmt nichts mehr", meinte Margit.

"Es geht nicht nur um die Affäre, die habe ich ja schon wieder beendet. Wir wollen die tieferliegenden Probleme beleuchten", erklärte mir Florian.

Abgesehen von Margits Hass auf "die andere" wirkten die beiden durchaus friedlich und einander sehr zugetan. Sie schienen lieb und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Ohne im Geringsten die Stimme zu erheben oder gar Schimpfwörter zu benutzen, beschrieb Margit, wie es ihr mit dieser Affäre ging. "Ich habe das ja nur per Zufall herausbekommen. Ich war auf seinem E-Mail-Account, weil er sich nicht so damit auskennt. So sah ich die Mails, die sie ihm geschrieben hatte."

Florian reagierte darauf, indem er die Schuld auf sich nahm. "Dich trifft gar keine Verantwortung, das geht alles auf mein Konto", sagte er in zerknirschtem Tonfall und schaute seine Frau ein bisschen mit dem Blick an, den Hunde perfekt beherrschen, wenn sie etwas ausgefressen haben. "Ich weiß, dass ich Margit enttäuscht habe, das tut mir wahnsinnig leid, aber ich habe das alles ja dann auch gleich beendet."

"Na ja, beendet hast du es schon, aber trotzdem musstest du danach diese Dame noch ein paarmal besuchen", entgegnete ihm Margit und sah dabei nicht einmal verletzt, sondern sehr zurückgenommen aus.

"Ja, das stimmt, es tut mir unendlich leid, aber ich kann es leider nicht rückgängig machen", so Florian mit leiser Stimme.

Ich mochte ihm nicht glauben. Ihm, dem Typen mit der Ausstrahlung eines Managers. Fein gekleidet, souveränes, charmantes Auftreten. Dieses Zerknirschtsein passte nicht zu ihm. Sein Büßerhemd trug Florian ein bisschen zu bereitwillig. Ich hatte den Eindruck, dass sich hinter seinen reumütigen Worten noch etwas anderes verbarg, und nahm mir vor, genauer hinter die Fassade zu schauen.

Doch zunächst einmal wollte ich mir einen Eindruck vom bisherigen Eheleben machen. Die beiden waren seit 15 Jahren ein Paar, zehn Jahre davon mit Trauschein. Beide hatten schon gescheiterte Beziehungen hinter sich und wollten es im zweiten Anlauf besser machen.

"Wir haben uns vorgenommen, uns nicht von den üblichen Problemen runterziehen zu lassen. Wir wollten immer über alles miteinander reden. Wir hatten auch ein gemeinsames Ziel, nämlich das Leben auszukosten. Reisen und tiefgründige Gespräche, das war uns von Anfang an wichtig", erklärte Margit.

"Na ja, bis du dann Kinder wolltest. Von da an drehte sich alles nur noch darum, dass du schwanger wirst. Wir mussten auf Knopfdruck Sex haben, immer dann, wenn dein Kalender es befahl, da ist mir manchmal schon die Lust vergangen", sagte Florian. Seine Stimme war immer noch leise, doch der Tonfall hatte eine vorwurfsvolle Note bekommen. Kocht da doch ein richtiger Brass hinter der Fassade?

"So wie du das jetzt hindrehst, stimmt es aber auch nicht. Ich habe nur gemeint, dass wir an den fruchtbaren Tagen häufi

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