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Liebe, wie geht's? 52 Impulse für gelingende Beziehungen von Bösel, Sabine und Roland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2020
  • Verlag: Verlag Orac im Kremayr & Scheriau Verlag
eBook
16,99 €
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Liebe, wie geht's?

Immer streiten wir über dasselbe. Oder: Ich bin halt so, das musst du aushalten. Aussagen wie diese sind alles, nur nicht konstruktiv, denn sie ändern genau gar nichts am Zustand der Beziehung. Status 'festgefahren' also. Beziehungen sollten uns Kraft geben, uns nähren, uns weiterentwickeln, doch oft kann der Alltag ziemlich herausfordernd sein, nicht nur in der Liebe, sondern auch mit den Eltern, Kindern, Geschwistern und Kollegen. Dieses Buch bietet 52 Anregungen für gelingende Beziehungen. Es sind Impulse und Denkanstöße, um die immer wiederkehrenden Ärgernisse des Alltags aufzulösen, aus Konflikten nachhaltig zu lernen, Schrullen und eingefahrene Verhaltensmuster zu verändern, sodass Krisen, Trennungen und Kontaktabbrüche gar nicht erst entstehen müssen. Sabine und Roland Bösel schöpfen aus ihrem großen Erfahrungsschatz als Imago-PaartherapeutInnen und machen große Lust darauf, die eigenen Beziehungen aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und weiterzuentwickeln.

Dr. Sabine und Roland Bösel sind Psycho- und Imago-PaartherapeutInnen. Sie sind seit über 40 Jahren ein Paar, haben vor etwa 30 Jahren ihre Praxis in Wien gegründet und bieten sehr erfolgreich Paar- und Generationenworkshops an. Sie sind regelmäßig zu Gast in TV und Hörfunk, immer dann, wenn es um Themen der Liebe geht. Sabine und Roland Bösel haben drei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Zuletzt erschienen: 'Leih mir dein Ohr und ich schenk dir mein Herz' (2010) und 'Warum haben Eltern keinen Beipackzettel?' (2013).

Produktinformationen

    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 19.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701506309
    Verlag: Verlag Orac im Kremayr & Scheriau Verlag
    Größe: 1431 kBytes
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Liebe, wie geht's?

2. Mit Rucksack durchs Leben

Über die wichtige Erkenntnis, dass 90 Prozent unseres Tuns mit uns selbst zu tun haben und nur 10 Prozent mit unserem Gegenüber.

Ein paar Menschen warten vor der Supermarktkassa. Eine Frau kommt dazu, geht an der Warteschlange vorbei und bemerkt diese gar nicht. Nennen wir sie die "Verträumte". Eine der wartenden Personen, die es oft eilig hat in ihrem Leben, begehrt auf. Nennen wir sie die "Getriebene".

Getriebene (aufgebracht): Haben Sie keine Augen im Kopf? Wir warten hier auch. Hinten anstellen!

Verträumte (erschrocken): Oh, Entschuldigung, das habe ich übersehen.

G: Ja, das sagen sie alle. Tun so, als wären sie die Unschuld vom Lande und lavieren sich so durchs Leben.

V: Sie haben vollkommen Recht, ich stelle mich schon hinten an.

G (zu ihrem Vordermann): Ich packe das einfach nicht. Die Leute haben überhaupt kein Benehmen mehr!

Die Verträumte steht hinten und denkt: Oje, schon wieder einen Fehler gemacht. Dabei habe ich die Schlange wirklich nicht gesehen.

Am Anfang steht dieser so magische Moment: unsere Geburt, der Sprung ins Leben. Die meisten von uns sind zu diesem Zeitpunkt so richtig prall im Leben gelandet, und obwohl die Geburt auch für ein Baby Umstellungsstress bedeutet, pulsiert es dennoch vor lauter Lebenskraft und Energie. Das Leben wird dann bald herausfordernder, denn wir werden von außen beeinflusst, und zwar auf zweierlei Art: Wir werden von unseren Eltern (oder den entsprechenden Bezugspersonen) genährt und von ihnen sozialisiert. Unter Nähren verstehen wir, dass wir als Baby mit allen fünf Sinnen wahrgenommen und angesprochen werden. Ein Baby braucht Berührung, es braucht, dass jemand mit ihm spricht, dass es jemand anschaut, dass es Nahrung bekommt und vertraute Personen riechen kann. Das heißt, es geht darum, dass Mutter und Vater einen Input geben. Ein Baby, das gut genährt ist, bekommt die Grundbotschaft "Es ist gut, zu sein" mit auf den Weg.

Sozialisation wiederum ist das, was man gemeinhin als "Erziehung" bezeichnet. Während das Genährtsein für die ersten Lebensjahre wichtiger ist, hat die Sozialisation mehr Auswirkung in den Folgenjahren und in der Pubertät und Adoleszenz. Ein Kind, das ein weites Spektrum an Sozialisation erfährt, lernt, dass es gut ist, Verschiedenes auszuprobieren, und dass es gewisse Spielregeln für ein sinnvolles Miteinander gibt. Allerdings werden wir in der Sozialisation auch manipuliert und manchmal zu kleinen Robotern gemacht, die ganz nach der Pfeife der Bezugspersonen tanzen, anstatt aus der Fülle, die das Leben grundsätzlich für uns bereithält, zu schöpfen. Die Anweisung, immer schön brav still zu sitzen und nur ja nicht die Erwachsenen zu stören beispielsweise, schränkt kleine Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang ein und verhindert, dass sie neugierig die Welt erobern.

Wie wir genährt und sozialisiert wurden, formt unsere Persönlichkeit und eröffnet uns entweder ein weites oder enges Spektrum an Möglichkeiten. Und so sammeln wir Erfahrungen: Man bleibt bei der roten Ampel stehen, man wäscht sich die Hände vor dem Essen. Wenn man Wasser ins Feuer gießt, geht das Feuer aus. Regenwürmer kitzeln, wenn sie über die Handfläche krabbeln. Und genauso lernen wir: Eltern streiten und versöhnen sich nicht, also ist das Eheleben eine Last. Der Vater ignoriert mich, also muss ich mich sehr anstrengen, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Oder wir folgen bestimmten Sätzen, die wir immer wieder hören und an die wir unser Verhalten bis ins Erwachsenenleben anpassen. Ein Beispiel: "Klettere nicht auf den Baum, du wirst hinunterfallen." Als Kind lernen wir, dass wir unseren Impulsen nicht vertrauen können, weil die Mama weiß, dass da et

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