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Liebling, ich habe die Kinder verschenkt Wie man den Familienwahnsinn als Paar übersteht von Kunze, Janine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Liebling, ich habe die Kinder verschenkt

Kinder sind einfach wunderbar, auch wenn sie 15 Minuten lang an die verschlossene Schlafzimmertür klopfen und gerade wirklich, wirklich stören. Schlimm genug, dass Frauen und Männer von Natur aus schon ganz anders ticken. Richtig kompliziert wird es dann, wenn aus dem Duo ein Trio, Quatro oder mehr wird. Jetzt müssen plötzlich ganz neue Kompromisse geschlossen werden. Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle und doch muss das Paar aufpassen, sich nicht zwischen Windeln wechseln und schlaflosen Nächten zu verlieren. Janine Kunze beschreibt in ihrer unverwechselbaren, humorvollen Art ihren turbulenten Familien-Alltag. Und sie hält ein flammendes Plädoyer für eine glückliche Zweisamkeit zum Wohle der Kinder. Wer derzeit den Fernseher einschaltet, kommt an ihr kaum vorbei: Janine Kunze. In der Krimiserie Heldt spielt sie die Staatsanwältin Ellen Bannenberg. Doch nicht nur im Krimi-Segment läuft ihre Karriere gerade richtig rund: So hat die Schauspielerin 2017 die Sendungen Promi-Shopping Queen und Das große Promi-Backen gewonnen. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 205
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732560684
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Liebling, ich habe die Kinder verschenkt
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Liebling, ich habe die Kinder verschenkt

1

Der schönste Wahnsinn oder: "Hast du mir neue Schaumlotion mitgebracht?"

Hingebungsvoll beiße ich in meinen Vollkornbagel, der mit Käse und Tomaten belegt ist. Zum Glück habe ich gerade eine kurze Drehpause, die ich nutzen kann, um mich am Buffet zu bedienen. Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen alles drunter und drüber geht. Eine Horde Kindergartenkinder, die über das Außengelände hüpft, das eigentlich leer sein sollte. Diverse Special-Effects, die nicht ganz so funktionieren wie erhofft. Ein Flugzeug, das genau im Moment der Aufnahme vorbeifliegt und damit zuverlässig sämtliche Dialoge übertönt.

Nach den ganzen unvorhergesehenen Zwischenfällen ist das Zeitraster so eng, dass jemand vom Team in Erwägung gezogen hat, mich auf die Toilette zu verfolgen, um weitere Zeit einzusparen. Keine Chance. Zumindest aufs stille Örtchen gehe ich noch alleine.

Ich liebe meine Arbeit, und ich genieße die Abwechslung, die sie mir bietet, aber heute kann ich es kaum erwarten, wieder bei meiner Familie zu sein. Manche Tage sind einfach so stressig, dass ich das Gefühl habe, gar nicht zu Atem zu kommen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf zu Hause freue. Meine persönliche Oase der Harmonie. Mein Mann, unsere drei Kinder und - nicht zu vergessen - der Familienhund. Egal, wie fordernd der Tag war: Der Gedanke an meine Lieben zaubert mir zuverlässig ein Lächeln ins Gesicht.

Nach Drehschluss erledige ich ein paar Dinge, dann ist endlich Familienzeit angesagt. Schon während ich den Wagen in der Einfahrt abstelle, höre ich aus der Oase der Harmonie Türknallen und wildes Gekläffe. Geschickt raffe ich die Einkäufe aus dem Kofferraum und schwanke mit diversen Tüten und Taschen behängt zur Haustür.

Bevor ich die Sachen abstellen muss, wird die Tür aufgerissen. Vermutlich hat die Familie bereits ungeduldig auf mein Erscheinen gewartet und gespürt, wie sehr ich ihrer Unterstützung bedarf. Da besteht eine geradezu magische Verbindung zwischen uns, ganz sicher.

Ich lächle froh und bereite mich darauf vor, meine Liebsten in die Arme zu schließen.

"Hast du mir neue Schaumlotion mitgebracht?"

Mein Lächeln verliert ein wenig an Strahlkraft. Eigentlich hatte ich auf eine Begrüßung meiner großen Tochter gehofft, die vor mir im Türrahmen steht und mich abwartend mustert. Andererseits kann ich froh sein, dass sie überhaupt Notiz von mir nimmt. In ihrem Alter kommen Erwachsene auf der Liste der stressigen Dinge kurz nach Hausaufgaben und direkt vor Zimmer aufräumen . Wobei ihr Ausdruck eher darauf schließen lässt, dass ich gerade unangefochtener Anführer eben erwähnter Liste bin.

"Hallo, mein Schatz", erwidere ich freundlich. Wie heißt es so schön? Wenn du lächelst, lächelt die Welt zurück. "Ich freue mich, dich zu sehen. Hattest du einen guten Tag?"

Die Älteste zuckt mit den Schultern und schenkt mir ein angedeutetes Lächeln. "Hi, Mama", grüßt sie dann doch. "War ganz okay heute. Was ist jetzt mit der Schaumlotion?"

Statt mir einen Teil meines Gepäcks abzunehmen, folgt sie mir mit verschränkten Armen und sieht zu, wie ich beladen wie ein Frachtschiff durch den Flur balanciere. Dabei versuche ich, nicht über den Hund zu stolpern, der plötzlich mit einem enthusiastischen "Wuff!" um die Ecke biegt. Der vierbeinigen Frohnatur dicht auf den Fersen folgt die Mittlere, die wie immer leise vor sich hin singt.

Mit dem Fuß stoße ich die Küchentür auf. Mein Blick fällt auf den Jüngsten, der am Tisch sitzt und meinen Auftritt stumm beobachtet. Das ist eher atypisch, normalerweise liefert er sich mit dem Hund ein Wettrennen, wer zuerst bei mir ist.

Mit letzter Kraft schaffe ich es, die Einkäufe neben den Kühlschrank und mich selbst auf einen Stuhl fallen zu lassen. Der anstrengendste Teil des Tages wäre geschafft, nun beginnt der Feierabend. Zumindest in der Theorie.

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