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Mut zur Patchwork-Familie So gelingt das neue Miteinander von Bethke-Brenken, Inga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2011
  • Verlag: ERNST REINHARDT VERLAG
eBook (ePUB)
17,99 €
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Mut zur Patchwork-Familie

Wir sind eine Familie! Wer sich nach einer Trennung auf einen neuen Partner einlässt, traut sich was. Wer sich auf eine neue Familie einlässt, braucht eine gehörige Portion Mut - und häufig guten Rat. Dieses Buch gibt praktische Hilfestellung für brenzlige Situationen im Alltag einer Patchwork-Familie. Wie lassen sich die komplexen Familienbeziehungen gestalten, damit sie für Eltern und Kinder ein Gewinn werden? Wie kann man schwierige Verhaltensmuster im Zusammenleben erkennen und verändern? Wo findet man notfalls Unterstützung? Einfühlsam beschreiben die Autoren die besondere Situation von Patchwork-Familien. Sie zeigen, wie Eltern die anfängliche Begeisterung erhalten und in Phasen von Unsicherheit den Familienzusammenhalt stärken und neues Vertrauen schaffen können. Inga Bethke-Brenken, Beratungslehrerin, Co-Leiterin der Abt. Lehrertraining im Hamburger Landesinstitut f. Lehrerbildung, Supervisorin, Paar-/Familientherapeutin, und Dr. Günter Brenken, Wirtschaftsing., Manager, Paar-/Familientherapeut, Supervisor, sind in der Paar- und Familienberatung tätig - und Patchwork-Eltern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 01.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783497600250
    Verlag: ERNST REINHARDT VERLAG
    Größe: 777 kBytes
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Mut zur Patchwork-Familie

6 Für eine stärkende Stimmung sorgen (S. 146-147)

"Akzeptanz ist wie die fruchtbare Erde, die einem winzigen Saatkorn erlaubt, sich zu der schönen Blume zu entwickeln, zu der es die Anlagen besitzt." (Gordon 2009, 239)

Trotz des Auf und Ab im Zusammenspiel der Patchwork- Familie verbannt eine positive Grundstimmung in der Familie schlechte Laune oder Aggressionen ins Abseits. Sogar Trauer kann in einer angenehmen Atmosphäre Raum haben, und der Traurige wird Trost finden. Besonders Kinder tun sich schwer, sich nach dem Stimmungseinbruch mit seinen traumatischen Phasen wieder in eine aufbauende, das neue Familienleben akzeptierende Rolle einzufinden – zumal eine neue Belastungsprobe durch die Gründung der Patchwork-Familie entsteht. Ein "seelisches Immunsystem" (Gruhl 2010, 13) hilft, eine Anpassungs- oder Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, die mit "Resilienz" bezeichnet wird.

6.1 Das Konzept der Resilienz

Das Konzept der Resilienz ist durch verschiedene Untersuchungen über die seelische Widerstandskraft entstanden (Fröhlich- Gildhoff / Rönnau-Böse 2009). Es wurde analysiert, was Kindern hilft, schwierige Lebensbedingungen und Situationen erfolgreich zu bewältigen. "Anstatt Risiken und krankmachende Einflüsse zu bekämpfen, sollen Ressourcen gestärkt werden, um Menschen gegen Risiken widerstandsfähig zu machen." (S. 13) Es geht also um vorsorgende, präventive Maßnahmen, um günstige Entwicklungsbedingungen, die besonders für Kinder zu schaffen bzw. abzusichern sind. Nuber betont die Anpassungsleistung, die von resilienten Menschen erbracht wird: "Sie sind in der Lage, das eigene Verhalten an die Außenwelt anzupassen, flexibel auf neue Situationen zu reagieren und ihre bestehenden Lebenskonzepte entsprechend zu erweitern." (2011, 23)

Wir haben einen Jugendlichen begleitet, der trotz schwieriger Ausgangsverhältnisse sich mit resilientem Verhalten seinen Weg in ein erfolgreiches Leben bahnen konnte:

Als Robin gerade zwölf Jahre alt war, starb seine Mutter. Der Vater versuchte ihn zu betreuen, was sich wegen der starken beruflichen Inanspruchnahme weitgehend auf eine Versorgung mit dem Nötigs ten reduzierte. Negativ wirkte sich die rigide Haltung des Vaters im Umgang mit Problemen seines Sohnes aus, ihr Verhältnis zueinander war belastet. Nach zwei Jahren erweiterte sich die Restfamilie um eine Patchwork-Mutter und deren Sohn Frank.

Auch das konnte das starre Familienleben nur wenig beleben. Der Patchwork-Mutter fiel es schwer, mit Robins Schweigsamkeit und seinem befremdlichen Verhalten umzugehen. Beim Frühstück zupfte er lange und umständlich an seiner Platzdecke herum, bis sie richtig zu liegen schien. Er aß morgens nur Knäckebrot mit Nougat und verweigerte alle anderen Angebote. Nach dem Essen mussten Teller und Tasse in derselben Ordnung bis zum Mittagessen stehenbleiben. Allerdings fand Robin zu seinem etwas jüngeren Bruder, dem Sohn der Patchwork-Mutter, guten Kontakt, insbesondere auf Basis des gemeinsamen Umgangs mit dem Computer.

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