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Vatermilch Die nackte Wahrheit übers Vatersein von Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2021
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Vatermilch

Eine Windel kommt selten allein - alles, was Väter wissen müssen!
Fernab von beschönigenden Klischees sprechen Max und Jakob, bekannt aus dem Erfolgspodcast »Beste Freundinnen«, über alles, was Väter und werdende Väter bewegt: Wie reagiert man, wenn die Freundin schwanger wird? Wie übersteht man die Geburt? Und wann muss man ein Baby eigentlich wickeln? Unterhaltsam, witzig und gespickt mit hilfreichen Tipps erzählen die beiden Väter, warum man seiner schwangeren Freundin besser nicht sagt, dass sie dick aussieht, was man(n) unbedingt im Kreißsaal dabei haben sollte und was es für ein Gefühl ist, das erste Mal seinen Nachwuchs in den Armen zu halten. Ein absolut ehrliches Must-have für alle Männer!


Max ist der fleischgewordene Spießertraum mit Freundin, Kindern und Reihenhaus. Ein Leben, das sich jeder vielleicht mal vorgestellt hat, bevor es ganz anders kommt.
Jakob war bisher bekennender Dandy. Jetzt wurde er von einer Frau und der Nachricht, bald Vater zu werden, überrannt.
Zusammen haben sie den erfolgreichen Podcast »Beste Freundinnen«. Eine Beziehung, die zusammenpasst wie Romantik und Frittenfett, aber durch Herz und Humor verbunden ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 08.02.2021
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641264130
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10568
    Größe: 2506 kBytes
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Vatermilch

Wenn man ungeplant Vater wird

Jakob: Angst. Angst war in meinem Leben das Gefühl, das ich immer vermeiden wollte. Ich war dabei lange sehr erfolgreich, bis zu dem Tag, als ich 14 Anrufe in Abwesenheit von Alina auf dem Handy sah. Ich rief sie sofort zurück. Noch bevor ich ihre Stimme hörte, fühlte ich mich wie bei einem heftigen Autounfall. Die Reifen hatten bereits den Boden verlassen und reckten sich in Richtung Himmel. Alles lief in diesem Moment wie in Zeitlupe ab. Ich wusste, dass ich gleich aufprallen würde. Ich wusste, dass ich nicht angeschnallt war. Ich wusste, was sie zu sagen hatte. »Ich muss dir etwas sagen ...«, dieser Satz läutet oft ein Ende ein. »Ich habe jetzt den zweiten Schwangerschaftstest gemacht, und er ist auch positiv.« Das Ende aller Unbeschwertheit. Sex und Zeugung waren bis zu diesem Moment nicht miteinander verbunden gewesen. Oft praktiziert und nie ist etwas passiert. Vielleicht war ich in der Routine nachlässig geworden. Vielleicht hatte mein Unterbewusstsein schon den Weg geebnet. Es war wie die Todesanzeige meines alten Lebens.

Ich war wie gelähmt. Ruhig im Auge des Orkans. Die Ruhe hielt allerdings nur 60 Sekunden an, und von da an versuchte mein Gehirn, tausend Gedanken pro Millisekunde durch den Flaschenhals meines Verstandes zu pressen. Die Panik kochte über. Es war wie wenn man zum ersten Mal realisiert, dass wir irgendwann alle sterben werden. Es gibt kein Entkommen. Egal wie reich, schön, gesund oder berühmt man ist. Alle müssen sterben. Es gab in diesem Moment für mich nur den Ausweg, die Realität zu biegen, und ich schlug einen Schwangerschaftstest einer anderen Marke vor. Aber auch der war nur eine Bestätigung dessen, was wir schon längst wussten.

Ich ging meine Möglichkeiten durch, und endlich übernahm mein Verstand wieder und breitete die Löschdecke über meine Angst. Abtreiben oder bekommen? Abtreiben oder bekommen? Mit diesem Gedanken machte ich mich auf den Weg zu meiner Freundin. Alina öffnete, mit Eyeliner-verschmiertem Gesicht, die Tür nur einen schmalen Spalt, als ob sie mit der Sache lieber alleine sein wollte. Wir waren zu diesem Zeitpunkt drei Monate zusammen. Die meisten Affären in den letzten fünf Jahren kannte ich besser als sie. Wer war sie, die Frau, die dort im Türrahmen stand? War es die Mutter meines zukünftigen Kindes? Ihr Gesicht war tieftraurig und sprach eine andere Sprache. Schon komisch, wie das Leben immer wieder eine Frage der Perspektive ist. Wahrscheinlich gibt es keine Sache auf der Welt, die den Canyon der Gefühlswelten weiter aufreißt als die Nachricht einer Schwangerschaft. Auf der einen Seite gibt es Paare, die es Monate oder gar Jahre probieren, in Fertilitätskliniken viel Geld ausgeben, sich beim Sex verrenken und Hormontherapien unterziehen, um dann, wenn es geklappt hat, bei einem positiven Schwangerschaftstest vor Glück zu explodieren; oder bei denen, wenn es nicht klappt, die Beziehung daran zerbricht. Auf der anderen Seite gibt es One-Night-Stands, für die ein positiver Schwangerschaftstest ein Schock ist. Klar lautet dann die erste Frage, wie man nur so dumm sein konnte, ungeschützten One-Night-Stand-Sex zu haben. Aber das gehört in das Notgeil-Kapitel. Wir waren auf jeden Fall eher auf der One-Night-Stand-Seite.

Ich trat ein und fragte Alina, wie es ihr ging. Den Umständen entsprechend scheiße, lautete ihre Antwort. Klar, das hätte ich mir auch selber denken können. War auch mehr so eine leere Routinefrage und als amerikanisches »How are you« gemeint. Wenn man die Antwort nicht aushält, ist es eh so eine Sache, nach den Gefühlen einer anderen Person zu fragen.

»Was denkst du?«, fragte ich weiter.

»Ich weiß es nicht.«

Ich fragte sie, wie lange man es machen kann.

»Was machen?«

Na, sich dafür oder dagegen entscheiden? Bei dafür ist klar: Es bedeutet ein Leben lang. Ich wollte mehr über das Dagegen wissen

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