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Wenn der, den du liebst, dir wehtut Hilfe bei seelischer und körperlicher Gewalt in der Beziehung von Cory, Jill (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2018
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Wenn der, den du liebst, dir wehtut

Dieses Buch hilft, Gewalt in der Partnerschaft zu erkennen und sich davor zu schützen. Wenn der Partner manchmal sehr liebevoll ist, dann wieder wütend, verbal verletzend oder sogar übergriffig, kann diese Widersprüchlichkeit verwirren und zutiefst verunsichern. Und sie hält Frauen oft davon ab, sich Hilfe zu suchen. Dieser Ratgeber ist ein erster Anlaufpunkt für Leserinnen, die von Misshandlung betroffen sind - oder den Verdacht haben, es zu sein. Er gibt Antworten auf schwierige Fragen, hilft, sich und seine Situation klarer zu sehen und wieder Selbstvertrauen und Zuversicht zu schöpfen. Mit vielen Fallbeispielen, Übungen, Checklisten und Fragebögen. Tabuthema: Gewalt in der Beziehung Lernen, sich selbst zu schützen Jill Cory ist seit fast zwanzig Jahren im British Columbia Women's Hospital & Health Centre tätig und bietet Workshops und Seminare zum Thema "Gewalt gegen Frauen" an. Sie hat Therapiegruppen für betroffene Frauen entwickelt und geleitet. Karen McAndless-Davis hat selbst Gewalt in ihrer Ehe erlebt. Die Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe inspirierte sie dazu, ihre Erfahrung an andere Frauen weiterzugeben. Seit 18 Jahren bietet sie Beratung für Frauen an.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 23.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211936
    Verlag: Kösel
    Originaltitel: When Love Hurts. A Woman s Guide to Understanding Abuse in Relationships
    Größe: 3142 kBytes
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Wenn der, den du liebst, dir wehtut

Allisons Geschichte

Diese Geschichte einer Frau bildet den Auftakt des Buches. Allison ist nicht ihr richtiger Name, aber ihre Erfahrungen sind real. Vielleicht spiegeln sie auch Aspekte Ihres eigenen Lebens wider. Gleichzeitig wissen wir natürlich, dass jede Frau einzigartig ist, genau wie die Situation, in der sie sich befindet; daher müssen nicht alle Teile der Geschichte auf Sie zutreffen. Es ist auch möglich, dass Allisons Entscheidungen für Sie nicht nachvollziehbar sind. Doch jede Frau findet ihre eigenen Problemlösungen, und es handelt sich hier um Allisons Weg und ihre Geschichte. Sie sollten das tun, was sich für Sie richtig anfühlt, selbst wenn Sie noch nicht genau wissen, was es ist.

Ich habe Paul während eines Fluges kennengelernt. Wir kamen ins Gespräch und er meinte: "Wie wäre es mit einem gemeinsamen Dinner und einem Film?" Das bedeutete, dass wir uns in der Mitte des Flugzeugs einen Platz suchten, um miteinander zu essen und den Film anzuschauen. Ich fand das Ganze sehr schmeichelhaft. Ich dachte: "So ein attraktiver, charmanter Mann, und er hat mich angesprochen. Wie großartig!"

Wir unterhielten uns lange und sehr angeregt, aber ich war sicher, dass wir nach dem Flug getrennte Wege gehen würden, da wir in verschiedenen Städten lebten. Zu meiner Überraschung eröffnete er mir nach der Landung, dass er sich noch ein paar Tage in der Stadt aufhalten würde und ob wir uns nicht am folgenden Abend treffen wollten. Wir gingen zum Essen und sahen uns ein Theaterstück an. In der Nacht blieb ich bei ihm im Hotel, was sehr romantisch war. Und aufregend. Rückblickend wird mir jedoch klar, dass alles viel zu schnell passierte.

Von da an trafen wir uns öfter. Er rief mich ständig an, machte mir kleine Geschenke, schrieb Karten. Kein Mann hatte mich jemals so verwöhnt und ich war hingerissen. Doch nach ein paar Monaten erhielt ich mitten in der Nacht einen befremdlichen Anruf von ihm. Er war betrunken und nahm mich regelrecht ins Kreuzverhör, warum ich nicht ans Telefon gegangen sei, er hätte mich tagsüber mehrmals zu erreichen versucht. Das war das erste Anzeichen, dass es ein Problem gab. Doch so etwas war bisher nie vorgekommen, deshalb wollte ich die Sache nicht unnötig aufbauschen.

Wir unternahmen viel miteinander, aber unterschwellig hatte ich immer ein ungutes Gefühl. Sein Interesse an mir war zu intensiv und ich hatte Zweifel bezüglich der Beziehung. Als ich meine Bedenken äußerte, beruhigte er mich mit den Worten: "Keine Sorge, ich habe mir fest vorgenommen, dir zu beweisen, dass ich der Richtige für dich bin."

Paul setzte mich massiv unter Druck, mit ihm zusammenzuziehen, und er machte mir relativ früh einen Heiratsantrag. Es war ziemlich verwirrend - er schien Feuer und Flamme zu sein, aber es behagte mir nicht, dass er mir so zusetzte; ich wollte nichts übereilen. Er erklärte, er könne sich gut vorstellen, Kinder mit mir zu haben. Das wiederum gefiel mir; ich war neunundzwanzig Jahre alt, liebte Kinder und fand, es sei der richtige Zeitpunkt, eine Familie zu gründen.

Dennoch war ich oft frustriert, schon am Anfang unserer Beziehung. Paul schien mich nie richtig zu verstehen; selbst wenn ich ihm die Situation in allen Einzelheiten erläuterte, legte er sie falsch aus. Er wurde wütend und verdrehte mir die Worte im Mund. Ich erinnere mich, dass ich ihm einmal erklärte, es wäre mir lieber, unsere Beziehung langsamer anzugehen; daraufhin warf er mir vor, ich wolle mich mit anderen Männern treffen. Aus heutiger Sicht war das ein Warnsignal, das ich damals jedoch übersah.

Nach solchen Gesprächen zweifelte ich meistens an meiner Kompetenz, meinem gesunden Menschenverstand. Ich gab mir große Mühe, zu kommunizieren und meine

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