text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wenn Frauen Verbrecher lieben von Pfister, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.12.2013
  • Verlag: Ch. Links Verlag
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wenn Frauen Verbrecher lieben

Verurteilte Mörder, Totschläger oder Sexualverbrecher werden im Gefängnis körbeweise mit Liebesbriefen überschüttet. Und nicht selten läuten dann in der Gefängniskapelle die Hochzeitsglocken. Wer sind die Frauen, die sich in solche Männer verlieben? Was treibt sie dazu? Und wie leben sie die Beziehung mit dem Traummann hinter Gittern? Anhand von authentischen, hochdramatischen und tragischen Schicksalen geht Elisabeth Pfister diesem weithin unerforschten Phänomen nach. Einfühlsam erzählt sie von den dunklen Seiten dieser Frauen, von bewussten und unbewussten Motiven und der späteren Realität außerhalb der Gefängnismauern. Elisabeth Pfister: Jahrgang 1952, Studium der Anglistik, Germanistik und Politik; freie Fernsehjournalistin für ARD und ARTE, viele Jahre festangestellte ARTE-Redakteurin, Betreuerin zahlreicher Fernseh-Dokumentationen; lebt als freie Journalistin und Autorin in Frankfurt am Main. Hörspiel- und Buchveröffentlichungen, darunter 'Unternehmen Romeo. Die Liebeskommandos der Stasi', Berlin 1999.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 17.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862842728
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 1741 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Wenn Frauen Verbrecher lieben

Wie alles anfängt

Er sucht Sie und Sie sucht Ihn

Liebesgeschichten, die im Gefängnis spielen. Wie beginnen sie? Wie trifft eine Frau, die in Freiheit lebt, einen Mann, der ein Räuber, ein Totschläger, ein Mörder oder ein Kinderschänder ist, oft seit Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt und der dort noch lange bleiben wird?

Zufallsbegegnungen sind naturgemäß ausgeschlossen. Es sei denn, eine Frau besucht einen inhaftierten Freund, ihren Bruder oder Vater und verliebt sich dabei in einen Mitgefangenen. Das kommt vor, ist aber eher selten.

Wie findet man dann einen solchen Mann? Oder wie finden Gefangene eine interessierte Frau? Der Zugang zum Internet ist Häftlingen verboten, der Besitz von Handys ebenfalls. Festnetz-Telefonate, die zeitlich eng begrenzt sind, dürfen die Inhaftierten nur mit zuvor überprüften, genehmigten Anschlüssen führen.

In den meisten Fällen beginnt die Geschichte des späteren Liebespaares mit einer Anzeige unter der eher altmodischen Rubrik "Brieffreundschaften". Da liest man dann zum Beispiel: "Einsamer Er (50), zur Zeit in Haft, sucht liebevolle Sie, die es ehrlich meint. Alter unwichtig". Die Briefantwort geht dann via Chiffre direkt ins Gefängnis.

Aber das größte Kontaktangebot dieser Art findet sich im Internet.

Da gibt es einmal soziale und karitative Organisationen, die sich im Bereich der Straffälligenhilfe engagieren. Sie bieten auch Briefkontakte zu Gefangenen an. Bei manchen dieser Organisationen kann man sich den Gefangenen nicht aussuchen, sondern man übermittelt der Interessentin - denn es sind vorwiegend Frauen, die hier aktiv sind - einen Namen und eine Gefängnisanschrift. Die Schreiberinnen lassen sich dann von ihrem Briefpartner überraschen. In den meisten Fällen bleibt es bei einem Briefkontakt oder zumindest bei einer rein freundschaftlichen Begegnung. Aber es kommt auf diesem Wege eben auch zu Liebesbeziehungen.

Kontakte finden sich außerdem in Gefängniszeitungen, die ins Internet gestellt werden. Die Knastzeitung Lichtblick zum Beispiel, in der man zahlreiche Inserate unter der Rubrik "Er sucht Sie" findet, viele davon mit einem Foto versehen.

Das umfangreichste Angebot bietet die Website www.jailmail.de . Hier findet man gut 370 Anzeigen von inhaftierten Männern, die Kontakt zu einer Frau suchen. Fast alle sind mit einem Foto versehen. Das Angebot ist nach den Geburtsjahrgängen der Männer geordnet und bietet eine Auswahl von Inhaftierten im Alter von 20 bis 69.

Sie präsentieren sich lächelnd, cool, grimmig in die Kamera blickend, andere zeigen ihre Tattoos, einer posiert gar mit muskulösem, nacktem Oberkörper. Sie sehen aus wie andere Männer auch, und doch versucht man unwillkürlich zu ergründen, was sich hinter ihren Mienen verbirgt.

Die meisten Männer, die eine Brieffreundin oder Partnerin suchen, sind langjährige Sträflinge. Denn wer nur ein oder zwei Jahre im Gefängnis sitzt, hat meist noch Außenbeziehungen, eine Frau, Freundin oder Freunde, und ist daher weniger auf Kontakte dieser Art angewiesen. Darum stammen diese Anzeigen eher von Männern, die schwere Straftaten begangen haben, deren Familien und Freunde sich oft von ihnen losgesagt haben. Und die manchmal jahrelang ohne einen einzigen Besuch im Gefängnis leben müssen.

Sie sind darauf angewiesen, dass ihr Bild, ihr Text eine Frau anspricht - und dass die Art der Kommunikation, nämlich das Briefeschreiben, ihr zusagt.

Verblüffend ist, dass ein scheinbar längst ausgestorbener Begriff hinter Mauern überlebt hat: Federkrieg. Viele benutzen ihn in ihren Anzeigen. "Wollen wir einen lustigen Federkrieg führen?" heißt es zum Beispiel. "Suche einen Federkrieg per Retro-Post", schreibt der 39-jährige Uwe in seiner j

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen