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Style Queen Stilvoll leben mit kleinem Budget - Shoppen, wohnen, speisen, reisen - Unbezahlbare Tipps von Johnson, Anna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: Mosaik bei Goldmann
eBook (ePUB)
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Style Queen

Guter Stil muss nicht teuer sein.
Tolle Kleider, stilvolle Einrichtung, köstliches Essen, interessante Reisen - all das trägt für Anna Johnson zum guten Leben bei. Auch bei begrenztem Budget möchte sie nichts missen. Deshalb hat sie gelernt, mit Geschmack, Stil und Fantasie die schönen Dinge des Lebens zu genießen, ohne ein Vermögen dafür auszugeben. Mit tollen Vintage-Kleidern, selbst gemachten Details für die Wohnung, Flohmarkt-Schätzen oder günstigen Unterkünften an traumhaften Orten. Anna Johnson verrät, wie man es schafft, mit kleinem Budget ein Leben auf luxuriös angenehmem Niveau zu führen.

Anna Johnson ist Autorin mehrerer Modebücher und schreibt für "InStyle", "Condé Nast Traveller", "Vogue", "Elle" und "The Guardian". Sie lebt mit Ehemann, Sohn, Tochter und Katze in Sydney. Dort wächst ihre Sammlung an Teekannen, Miniaturen und Vintage-Kleidern immer weiter an.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641162535
    Verlag: Mosaik bei Goldmann
    Originaltitel: Savvy Chic. The Art of More for Less
    Größe: 36253 kBytes
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Style Queen

Eins

Wenn die Fetzen fliegen:
So überlebt man einen Sample Sale

D as teuerste Kleid, das ich mir je gekauft habe, verschenkte ich an eine mir flüchtig bekannte Kassiererin bei "Gourmet Garage" in SoHo. Sie sagte, sie brauche ein rotes Kleid für eine Weihnachtsfeier. Meines war ein blutrotes, perlenbesticktes Fishtail-Abendkleid aus Seidensamt von Badgley Mischka, das bei Bergdorf Goodman dreitausend Dollar kostete. Ich hatte dafür vierhundertsiebzig Dollar bezahlt und trug es ein einziges Mal, am Valentinstag bei einem Dinner im "La Luncheonette", bei dem zäher Hummer serviert wurde. "Du bist overdressed", meinte mein Mann nur, als ich von der Hotelsuite zum Taxi stakste. Und ich zog das Kleid nie wieder an.

Ich hatte das Kleid bei einem riesigen Sample Sale ergattert - der Art von halbprivatem Verkaufsevent, auf dem Frauen einem mit ihren Kinderbuggys über die Füße fahren, um ein Ballkleid zu ergattern, und auf dem Ladeninhaber zwanzig Kleider auf einmal kaufen, um sie an Debütantinnen weiterzuverscherbeln. Bei derselben Gelegenheit erstand ich auch eine pinkfarbene, bauchfreie Taftbluse im Bollywood-Stil und einen Escada-Bleistiftrock aus Goldleder. Lächerliche Teile, die wohl eher zu einem Soap-Star oder einer Verkäuferin in Vegas gepasst hätten, typisch für Käufe, die unter Hochdruck und in einer Treibhausatmosphäre zu Stande kommen. Es fällt schwer, Luxusklamotten in der richtigen Größe - noch dazu verbilligt - zu widerstehen. Kleidungsstücke aus Stoffen, bei denen der Quadratzentimeter mehr kostet als auf dem entweihten Preisschild steht, setzen die Logik außer Kraft. Hier geht's um Zugreifen und Ergattern, und da spielt Vernunft keine Rolle mehr. Wenn die Fetzen fliegen und erwachsene Frauen in Unterwäsche herumlaufen und sich kristallbesetzte Babydoll-Negligés krallen, ist es schwierig, sich noch darauf zu besinnen, was man eigentlich braucht.

Nein, bei Sample Sales geht es nicht um Bedürfnisse oder eine kühne Auswahl. Wenn Sie beim Sample Sale gar eine praktische schwarze Strickjacke suchen, haben Sie den Sinn und Zweck dieser Veranstaltung vermutlich nicht kapiert. Die Art Sample Sale, die ich meine und die meistens in irgendeinem hässlichen New Yorker Hintergebäude mit Betondecke im Garment District stattfindet, ist wie ein Boot-Camp. Ein Hindernislauf für Fashion Victims. Man steht stundenlang in einem stickigen Treppenhaus oder einem Vorraum Schlange, zusammen mit Frauen, die am Handy Bestellungen für ihre Verwandten aufnehmen. Man beobachtet, wie hochnäsige, vom Einkaufen völlig erschöpfte Frauen mit überquellenden Plastiktüten aus den Türen strömen, und traut sich nicht zu fragen, ob für einen selbst noch etwas übrig ist. Man verspürt eine Mischung aus Demütigung und Stolz, während die bleiernen Stunden verstreichen und einen daran erinnern, dass in Manhattan niemand echte Ladenpreise bezahlt. Zumindest niemand, der einen Funken Verstand besitzt. Bekanntlich stürzte sich auch Martha Stewart einmal bei einem Sample Sale von Hermès ins Getümmel und ergatterte angeblich eine Kelly Bag aus Krokodilleder. Wen interessiert schon, was es wirklich war? Bei so viel blanker Scheußlichkeit sieht alles wie eine Trophäe aus. Und wenn die Verkaufstüren dann auffliegen, endlich! Kaum haben Sie die Schwelle überschritten, deponieren Sie Ihre Tasche an der Tür, hängen Ihren Mantel an eine überquellende Kleiderstange und mischen sich unter die Horden, die es auf die 200-Dollar-Hochzeitskleider oder die Wühlkiste mit den italienischen Bikinis abgesehen haben.

Vielleicht sind nur New Yorkerinnen bereit, auf so grobe, wüste Art um ihre Kleidung zu kämpfen. Die Ironie, an einem Ort, der an eine Konservenfabrik erinnert, Luxus-Bettwäsche oder hauchzarte Seidenklamotten für den Urlaub im Calypso Resort zu kaufen, die achtlos in Pappkartons mit der Aufschrift "10 Dollar, gekauft wie gesehen, keine Rückgabe" geworfen wurden, liegt darin, dass der eigentliche Luxus da

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