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Auf der Fährte des Teufels Zu Fuß durch Sierra Leone und Liberia von Butcher, Tim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2014
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Auf der Fährte des Teufels

Selbstherrliche Diktatoren, gnadenlose Machtkämpfe, drohende Bürgerkriege: Als junger Kriegsreporter berichtete Tim Butcher über die verheerenden Zustände in Sierra Leone und Liberia. Zehn Jahre später kehrt er zurück in die von archaischen Ritualen und Rohstoffkonflikten gezeichneten Staaten und lotet aus, ob es einen Ausweg aus der Spirale von Armut und Gewalt geben kann. Er legt 300Kilometer auf Dschungelpfaden zurück, von Freetown bis nach Monrovia, einer Route, die 75Jahre vor ihm der britische Schriftsteller Graham Greene bereist hat, und begibt sich damit auf einen lebensgefährlichen Fußmarsch mit ungewissem Ausgang.

Jahrgang 1967 und Oxford-Absolvent, ist seit 1990 Journalist beim englischen "Daily Telegraph". Er arbeitete für die Zeitung als Kriegsberichterstatter unter anderem im Irak, Kosovo, in Bosnien und Sierra Leone. Mehrere Jahre war er Afrikakorrespondent mit Sitz in Johannesburg. Inzwischen lebt er als freier Autor mit seiner Frau und zwei Kindern in Kapstadt. "BloodRiver",Butchers erstes Buch, stand auf der Shortlist des Samuel-Johnson Prize 2008, erhielt einen der wichtigsten britischen Publikumspreise (Richard & Judy Book Club) und wurde über Nacht zum Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 15.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492964746
    Verlag: Piper
    Größe: 46077kBytes
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Auf der Fährte des Teufels

Kapitel 1

Ein Steinchen
in meinem Schuh

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wann ich meine erste Todesdrohung erhielt. In den 13 Jahren als Kriegsberichterstatter hatte ich etliche Reibereien mit autoritären Regimen erlebt. Die angolanische Regierung hatte sich gegen mich gewandt, weil ich über Korruption in ihren Reihen berichtet hatte, und mir mitgeteilt, ich würde nie mehr ein Einreisevisum in ihr Land erhalten. Die offizielle Regierungszeitung Simbabwes hatte mich namentlich auf ihrer Titelseite denunziert. Und die Tochter von Radovan Karadzic, des bosnisch-serbischen Warlords, hatte einmal versucht, meine Pressezulassung zu annullieren, nachdem ich sie als überspannt bezeichnet hatte.

Der Anruf aber, den ich eines Tages in meiner Wohnung in Südafrika erhielt, war viel ernster als alle vorherigen Misshelligkeiten. In der Leitung war ein befreundeter Diplomat der britischen High Commission in Pretoria mit einer Nachricht aus Liberia, das damals von Charles Taylor regiert wurde, einem der übelsten Kriegstreiber Afrikas. Das war im Juli 2003 , und Taylors Regime lag in den letzten Zügen, denn feindliche Rebellen hatten den größten Teil des Landes besetzt und waren dabei, die Hauptstadt Monrovia anzugreifen. Trotzdem fand seine Regierung noch Zeit, sich ernsthaft mit ausländischen Korrespondenten anzulegen.

"Tim, du solltest wissen, dass unser Vertreter in Monrovia von den dortigen Machthabern eine Drohung gegen dich aufgeschnappt hat", erklärte mein Freund.

"Was für eine Drohung?", fragte ich.

"Die schlimmstmögliche", kam die diplomatisch formulierte, aber unmissverständliche Antwort. Mir war klar, dass es zumindest in absehbarer Zeit zu gefährlich sein würde, wieder nach Liberia zu reisen.

Einige Wochen zuvor war ich nach Monrovia geflogen, um für den Daily Telegraph über das Vordringen der Rebellen zu berichten. Ich war damals der Afrikakorrespondent der Zeitung. Obwohl Taylors Regime immer wieder ernsthafte Rückschläge erlitten hatte, seit es sich in den 19 90 er-Jahren an die Macht gekämpft hatte, stand fest, dass der Angriff in der Regenzeit 2003 der Anfang vom Ende war.

Es war nicht leicht gewesen, nach Monrovia zu kommen. Die notorisch unzuverlässigen Fluglinien Westafrikas weigerten sich in Unruhezeiten, in Liberia zu landen, daher gab es kaum Flüge, seit das Stadtzentrum von Monrovia von Rebellen bedroht war. Als ich in Ghana zu meinem gebuchten Flug aufkreuzte, überraschte es mich kaum, als ich erfuhr, dass er gestrichen war. Während ich mir am Nachmittag die Zeit vertrieb, entdeckte ich in einer örtlichen Zeitung einen Artikel, der davon berichtete, dass das gesamte Personal von Ghana Airways kürzlich an einer dreistündigen Gebetsandacht teilgenommen und um Gottes Hilfe gebeten habe, den Flugverkehr am Laufen zu halten.

Ich war nicht sicher, ob es an den Gebeten lag, jedenfalls brachte mich Ghana Airways in einer Feuerpause schließlich doch auf den internationalen Flughafen in Robertsfield, einst eine der betriebsamsten und strategisch überaus wichtigen Verkehrsdrehscheiben Afrikas. In der zweiten Hälfte des 20 . Jahrhunderts hatte der Planungsstab der NASA aufgrund der Stabilität der damals uneingeschränkt proamerikanischen Regierung und der Lage unter der äquatorialen Raumschiffflugbahn dafür gesorgt, dass die Landebahn in Robertsfield als möglicher Notlandeplatz für die Space Shuttle ausgebaut wurde. Liberia und sein internationaler Flughafen hatten also eine Unterstützerrolle bei einem der großen Technologieprojekte des 20 . Jahrhunderts gespielt.

Das Mit

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