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Die Bücherschmuggler von Timbuktu Von der Suche nach der sagenumwobenen Stadt und der Rettung ihres Schatzes von English, Charlie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2018
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Die Bücherschmuggler von Timbuktu

"Ein Meisterwerk des investigativen Journalismus. Ein kluges, fesselndes Buch!" The Guardian Timbuktu ist ein Mythos - einst so reich, dass angeblich sogar die Sklaven Goldschmuck trugen, verfügt die abgelegene Stadt am Niger über einen ganz besonderen Schatz: eine der größten Bibliotheken mittelalterlicher Schriften. Als im Jahr 2012 die Stadt in die Hände von Islamisten fällt, droht die Vernichtung der Bücher. Doch eine Gruppe von Bibliothekaren und Archivaren schmuggelt die Bücher unter Lebensgefahr aus der Stadt. Eine große, meisterhafte Reportage über Menschen, die sich mutig der Vernichtung eines Wissensschatzes und Erbes der Menschheit entgegenstellen - und eine Zeitreise zu einer sagenumwobenen Stadt. Charlie English arbeitete als Redakteur beim Guardian , zuletzt als Chefredakteur des Auslandressorts. Erstmals reiste er im Alter von neunzehn Jahren nach Afrika, seitdem ist er immer wieder dorthin zurückgekehrt. Er lebt mit seiner Familie in London. Auf Deutsch erschien von ihm bislang Das Buch vom Schnee (2009).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 14.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455000290
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Originaltitel: The Book Smugglers Of Timbuktu
    Größe: 3116 kBytes
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Die Bücherschmuggler von Timbuktu

Prolog:
Ein Mann von Genie und Tatkraft

Unter den Millionen von Dokumenten, die im Staatsarchiv der britischen Regierung schlummern, befindet sich auch ein schlankes Dossier mit dem schlichten Titel " CO 2 / 20 ". Nach dem Bändchen wird nur selten verlangt. Schließlich werden in den National Archives Unterlagen verwahrt, die tausend Jahre britischer Geschichte umfassen. Die meisten Besucher der modernen, hellen Räumlichkeiten im Londoner Stadtteil Kew sind auf der Suche nach anderen Raritäten: dem "Domesday Book" etwa oder Shakespeares Testament oder den unlängst zugänglich gemachten Akten über Verräter und Spione des kalten Krieges. Alle paar Jahre jedoch verlangt jemand nach dem Dossier " 2 / 20 " des "Colonial Office". Dann wird die in Cheshire gelegene Stadt Winsford verständigt, wo das Dossier in einer Lagereinrichtung tief im Innern von Großbritanniens größtem Salzstock aufbewahrt wird. Dort macht sich ein Angestellter in die trockene Dunkelheit auf, sucht die Akte aus den über fünfunddreißig Regalkilometern heraus, die für die National Archives reserviert sind, und schickt sie Richtung Süden.

Die Schachtel, die einige Tage später im Leseraum eintrifft, besteht aus dicker Pappe und ist mit weißem Baumwollband zugebunden. Darin befindet sich ein Konvolut von etwa hundert handschriftlichen Dokumenten, die der britische Konsul in Tripolis Mitte der zwanziger Jahre des 19 . Jahrhunderts nach London schickte. Die weichen, rissigen Blätter haben eine weite Reise hinter sich, und jedes einzelne von ihnen beschwört längst vergangene Zeiten herauf. Eine Handvoll davon besitzt besondere Relevanz für unsere Geschichte: Es sind die letzten Briefe des heute ziemlich in Vergessenheit geratenen Forschers Alexander Gordon Laing - Briefe, in denen er über jenen Teil seiner Entdeckungsreisen berichtet, der ihn in die "weithin berühmte Hauptstadt von Zentralafrika" führte. Die Rede ist von Timbuktu.

Laing, ein aus Edinburgh stammender Major mit Koteletten à la mode, war vom Schicksal dazu auserkoren, diesen sagenumwobenen Ort 1826 als erster Europäer zu betreten. Bis ins 19 . Jahrhundert beflügelte Timbuktu das europäische Afrika-Bild wie "El Dorado" das Bild vom südamerikanischen Kontinent. Man glaubte, Timbuktu beherrsche eine reiche subsaharische Region namens "Sudan" - nach dem arabischen "Bilad al-Sudan", "Länder der Schwarzen". Gerüchte über die Existenz der Stadt kursierten seit Jahrhunderten in Europa, und spätestens im 14 . Jahrhundert begann man ihren Reichtum zu preisen. Bereits Marco Polos "Zipangu" war angeblich ein Land, dessen Königspalast mit Gold gedeckt war. Auch hier hieß es nun, die Häuser Timbuktus besäßen goldene Dächer. Scharen von Entdeckern wurden entsandt, die Stadt zu finden, doch alle Versuche scheiterten.

Im Jahr 1826 war Major Laing an der Reihe. Laing war britischer Soldat - ein typisches Produkt jener Zeit zwischen Waterloo und dem "Todesritt der leichten Brigade" in der Schlacht von Balaklawa, als Militärs allerorten Ruhm und Ehre suchten und dabei den Tod nicht scheuten. Mit seinem guten Aussehen und seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein hätte er einem Roman wie Jahrmarkt der Eitelkeit entsprungen sein können, doch es war eine andere Geschichte, die sein abenteuerliches Leben prägte: Daniel Defoes Robinson Crusoe .

"In jeder freien Minute verschlang ich Reiseberichte", schrieb er einmal. "Besonders die Geschichte von Robinson Crusoe fesselte meine jugendliche Phantasie." Wie Defoes Held wollte auch Laing sich nicht mit der vermeintlichen "Glückseligkeit des Mittelstands" zufriedengeben. Wie Crusoe stürzte er sich in die Welt auf der Suche nach Sinn und Erfüllung.

"Ich werde tun, was noch keiner zuvor getan hat", schrieb er, "und mich als das beweisen

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