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Allein unter 1,3 Milliarden: Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu Neuausgabe! Erstmals mit Fotos von unterwegs! von Schmidt, Christian Y. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2014
  • Verlag: Kahl Verlag
eBook (ePUB)
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Allein unter 1,3 Milliarden: Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu

Neuausgabe, erstmals mit Fotos von unterwegs! Um endlich selbst ein echter Chinese zu werden, begibt sich Christian Y. Schmidt, der bereits seit Jahren in Peking lebt, auf eine ungewöhnliche Reise. Er folgt der Nationalstraße 318, auch 'Windknochen Chinas' genannt, die das Riesenreich auf einer Länge von 5.386 Kilometern vom Gelben Meer im Osten bis zu den westlichen Rändern des Himalaya durchschneidet. Der drei Monate lange Trip wird zu einer Zeitreise vom glitzernden 21. Jahrhunderts Shanghais bis nach Tibet, wo Yaks züchtende Nomaden noch halb im Mittelalter leben. Dazwischen besucht der Autor die malerische Wasserstadt Xitang, den gewaltigsten Staudamm aller Zeiten, die mit über 30 Millionen Einwohnern fast weltgrößte Stadt Chongqing, den Potala-Palast in Lhasa und nach zahllosen Tempeln, Klöstern, Punkschuppen und Discos ganz zuletzt das Basecamp am Mount Everest. Christian Y. Schmidt hat einen ebenso spektakulären wie komischen Reisebericht geschrieben, der von der Kritik hoch gelobt wurde und sofort nach Erscheinen auf der Spiegel-Bestseller-Liste stand. Inzwischen gilt das Buch als moderner Klassiker der China-Reiseliteratur. Bis 1996 Redakteur des Satiremagazins Titanic, arbeitet er seitdem als freier Autor (u.a. für FAZ, SZ, GEO, Merian, Zeit, Jungle World) sowie die Zentrale Intelligenz Agentur. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen die 2013 wieder erschienene, vieldiskutierte Joschka-Fischer-Biografie 'Wir sind die Wahnsinnigen' sowie die China-Bücher 'Bliefe von dlüben' (2009), 'Im Jahr des Tigerochsen' (2011) und 'Im Jahr des Hasendrachen' (2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 01.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783938916278
    Verlag: Kahl Verlag
    Größe: 9928 kBytes
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Allein unter 1,3 Milliarden: Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu

Mission: Impossible IV

In der Wasserstadt Xitang geht der Held der Frage nach, was den chinesischen Schein von der chinesischen Wirklichkeit unterscheidet. Er besteht wichtige Prüfungen, ist aber trotzdem ratlos. Der amerikanische Schauspieler Tom Cruise spielt auch kurz mit.

"Mission: Impossible III" war kein besonders guter Film, aber auch in den chinesischen Kinos sehr erfolgreich. Vielleicht unter anderem deshalb, weil die letzten zwanzig Minuten in Shanghai spielen. Dabei wäre der Film beinahe wegen dieser Szenen nicht in die hiesigen Kinos gekommen. Die Zensoren vom Filmbüro kritisierten, der Film zeichne ein verzerrtes, unrealistisches Chinabild. Das kann man wohl sagen: Tom Cruise springt in Shanghai von einem Hochhaus und landet mit einem Satz in einem kilometerweit entfernten Stadtteil. Oft ist es auch gar nicht Shanghai, was da im Film gezeigt wird: Große Teile der Straßenszenen wurden in Los Angeles gedreht, andere in der von Shanghai neunzig Kilometer entfernten Wasserstadt Xitang. Das ist ungefähr so, als hätte man Szenen für einen deutschen Hauptstadtschocker in einem Dorf im Spreewald gefilmt, wollte dem Publikum aber weismachen, es handele sich hier um Berlin-Mitte.

Sicher: Ein Spielfilm ist kein Dokumentarfilm. Aber auch die Fernsehfeatures und Reportagen westlicher Fernsehsender malen oft seltsame Porträts des Landes. Hinterher haben die Leute etwas im Kopf, das ungefähr so aussieht: China ist eine schlimme kommunistische Diktatur bei gleichzeitigem Raubtierkapitalismus, alle sind bitterarm, bis auf ein paar Reiche, die allesamt korrupt sind und am Wochenende in Stadien Leute erschießen. Die Armen aber tragen weiterhin alte, verschlissene Mao-Anzüge, in denen sie bis zum Umfallen in Kohlegruben oder unter einem grauen, tief versmogten Himmel schuften. Während die Chinesen gefaktes Kinderspielzeug herstellen, vergiftete Schuhe und verseuchte Autos, lächeln sie geheimnisvoll.

Mir fällt das alles gerade ein, weil ich zwei Tage nach der Vince-Weber-Vision im Blues & Jazz tatsächlich auf einem Busbahnhof stehe und ein Ticket nach Xitang in der Tasche habe, der Stadt, in der der chinesische Part von "Mission: Impossible III" gedreht wurde. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen regulären Busbahnhof, sondern einen für Tourbusse, den ich nach hartnäckiger Recherche schließlich doch gefunden habe. Von hier aus starten Tagestouristen zu Fahrten in die Umgebung Shanghais. Als ich gestern Nachmittag unter den ganzen Ausflugsangeboten eine Tour nach Xitang fand, griff ich sofort zu. Zwar muss ich für das ganze Tourpaket bezahlen, obwohl ich nicht nach Shanghai zurückfahre. Doch der Tourbus ist wohl die einzige Möglichkeit, ohne Umwege in diese Stadt zu kommen, die nur ein paar Kilometer südlich der 318 liegt.

Jetzt ist es Sonntagmorgen, und ich bin tatsächlich der einzige Ausländer auf dem Busbahnhof unter Tausenden von Chinesen, die sich aufgeregt plappernd auf ihren Ausflug freuen. Der Busfahrer reißt mein Ticket ab und zeigt stumm auf die ausgedruckte Abfahrtszeit. Ich zeige ihm dafür drei große Schlüsselbunde, die herrenlos auf dem Asphalt liegen, nur zwei Meter vom Bus entfernt. Das sind sicher nicht unwichtige Auto-, Bus- und Sicherheitsschlüssel, jeder Bund in einem schönen Lederetui. Irgendjemand ist wegen dieses Verlustes sicher schon in heller Panik. Der Fahrer aber schaut kurz hin, grummelt etwas und winkt ab. Auch etliche Reisende sehen die Schlüssel, und doch tut jeder so, als seien sie nicht vorhanden. Sie denken wahrscheinlich das, was Chinesen in einem solchen Fall meistens denken: Was geht mich das an? Fasse ich die Schlüssel an, bringt das nur Scherereien und möglicherweise richtig Ärger. Erst zwanzig Minuten später kommt

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