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Auf in die Fremde! Mit dem VW-Bus nach Indien. von Fleischmann, Sybille (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Auf in die Fremde!

Ein junges Paar kauft sich einen 24 Jahre alten VW-Bus, kratzt etwas Geld zusammen und startet mit seinem Hund ins Abenteuer: Über den Iran und Pakistan fahren sie von Deutschland nach Indien. Die Begegnungen mit den fremden Kulturen sind von solch ungeahnter Intensität, dass der Trip das Leben der Fleischmanns für immer verändert.

Seit die Sozialpädagogin ihr Studium beendet hat, ist sie vom Fernweh infiziert. Die vielen Eindrücke der langen Reisen sind der Grundstein für ihre Karriere als Reisejournalistin und Buchautorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Erscheinungsdatum: 24.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741286834
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 5637kBytes
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Auf in die Fremde!

In der Fremde

Ich bin sehr neugierig auf den Iran. Das erste Land auf unserer Fahrt, das uns wirklich fremd ist. Wir kennen niemanden, der hierher gereist ist. Es ist eines der strengsten muslimischen Länder der Welt und meines Wissens das Einzige, in dem es auch für ausländische Frauen Kopftuchpflicht gibt. Wie werden sie mich hier wohl behandeln? Wir werden uns als Ehepaar ausgeben, ansonsten wäre es in den Augen der Muslime nicht legitim für uns, als Mann und Frau zusammen zu reisen. Das dürfen nur Geschwister, Cousins oder verheiratete Paare. Da es der Wahrheit am nächsten kommt, entscheiden wir uns für letzteres. "Als verheiratete Frau dürfen sie dich nicht anfassen, gib ihnen also nicht die Hand, jedenfalls den Männern nicht", schärft Michael mir ein. Kurz vor der Grenze binde ich mir ein Tuch meiner Oma um den Kopf. Es ist ein bisschen klein und reicht gerade für einen einfachen Knoten um den Hals. Keine Muslima trägt ihr Tuch auf diese Weise. Sie verhüllen mit den farbigen Stoffen kunstvoll ihr Haar und den Hals, ohne dass ein Knoten oder Nähte zu sehen sind - ich weiß bis heute nicht, wie das gemacht wird.

Mit Michaels schwarzem Sweatshirt, weiten blauen Hosen und dem kleinen, beige-farbenen Tuch fühle ich mich wie schlecht verkleidet. "Das sieht ganz schön doof aus", stelle ich mit unzufriedenem Blick in den Spiegel fest. - "Wir besorgen dir ein größeres Tuch ... und ein etwas dunkleres vielleicht", meint Michael, als er mich mit den Augen eines ehemaligen Modeverkäufers skeptisch betrachtet. "Aber für den Anfang geht es schon", fügt er hinzu.

Neugierig und nervös fahren wir am 19.01.2007 zum Grenzort Gürbulak-Dogubayaz t. Auf der türkischen Seite spricht uns ein Mann in zivil an, der unsere Papiere haben will. Zwar kann er sich auf unsere Nachfrage hin ausweisen, doch als er mit den Reisepässen verschwindet und auch nach einigen Minuten noch nicht zurückkommt, sind wir nervös genug, dass Michael aussteigt und nach ihm sucht. Ich habe Zeit um mir auszumalen, was passieren würde, wenn unsere Papiere weg wären. Doch dann gibt es Entwarnung. Michael kommt zurück und steigt ein: "Alles in Ordnung. Wir können rüber auf die iranische Seite." Dort werden wir von einem Mann begleitet, der recht gut Englisch spricht. Er ist sehr freundlich und bestätigt uns, dass mein Outfit völlig in Ordnung ist. Wir bekommen die Stempel in unsere Papiere, dann noch ein paar Ratschläge ("bitte denken Sie an das Alkoholverbot im Iran") und schon fahren wir unsere ersten Meter auf iranischem Boden: Der Ort Bazargan.

Schon hier machen wir Bekanntschaft mit den landesüblichen Methoden der Geschwindigkeitskontrolle: Speed-Breaker. Das sind spitz zulaufende Huckel, die quer über die Straße laufen. Das Gemeine daran: Sie scheinen sich an völlig willkürlich ausgewählten Stellen zu befinden und tauchen für uns total unerwartet auf: Mitten in der Stadt, vor einer Stadt, manchmal auch auf der Autobahn. Vor manchen Speed-Breakern gibt es Warnschilder, nicht vor allen. Wenn man mit 10 km/h darüber fährt, macht das Auto schon einen kräftigen Hüpfer. Ist man schneller als 30 km/h dran, tut es langsam weh. Hoffentlich übersehen wir keinen.

Ich sitze am Steuer als es langsam dunkel wird. Die Beleuchtung der anderen Autos verwirrt uns ein bisschen. Wenn sie bremsen, leuchtet das Licht für den Rückwärtsgang auf, vielleicht auch ein Blinker - oder gar nichts. Vorne haben sie nur manchmal Licht, mindestens aber kleine bunte, blinkende LED's. "Wie eine rollende Disco", sagt Michael kopfschüttelnd, als ein besonders auffälliges Exemplar an uns vorbeizieht. Als ich mich kaum mehr konzentrieren kann, tauschen wir und Michael fährt noch ein gutes Stück bis zur Stadt Tabriz. Wir möchten vor allem irgendwo schlafen, zweitens müssen wir dringend tanken. Beides ist schwierig. Tabriz ist sehr groß und belebt - wie sollen wir da einen ruhigen Platz finden? Kaum sind wir dort, fühlen wir uns ziemlich

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