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Vietnam 1973 - 1974 - ein DDR-Auslandskader erzählt Zwischen Dschungel, Taiga, Savanne, Wüste und Heimat. von Mosler, Günter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.06.2013
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
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Vietnam 1973 - 1974 - ein DDR-Auslandskader erzählt

Während im Süden Vietnams der Aggressionskrieg amerikanischer Truppen in den letzten Zügen liegt, erhält Günter Mosler im Auftrag der DDR über das VEB Bau- und Montagekombinat 'Chemie Halle' die Chance, am Bau des Stahl- und Walzwerkes 'Gia Sang', unweit der Stadt Thai Nguyen, in der nördlichen Provinz Bac Thai aktiv mitzuwirken. In seinem aus den Jahren 1973 und 1974 stammenden, mit zahlreichen Fotos dokumentierten Bericht beschreibt der Autor detailliert die ihm bis dato unbekannte Welt, in der die Auswirkungen eines schrecklichen Krieges allgegenwärtig sind. In einem Kollektiv, umgeben von Armut, tropischer Hitze, seltsamen Traditionen und asiatischer Mentalität gilt es, die hochgesteckten Zielvorgaben zu erreichen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 190
    Erscheinungsdatum: 07.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954888337
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 6023kBytes
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Vietnam 1973 - 1974 - ein DDR-Auslandskader erzählt

Der Flug Berlin - Hanoi

Von quälender Last befreit, mit zurück gewonnen Selbstbewusstsein und steigender Neugier auf die erste Flugetappe mit der IL-62 unserer Fluggesellschaft "Interflug", sitzen wir, drei abgekämpfte Mohikaner, schweigend auf der Bank und warten auf den Aufruf, zum Ausgang zu gehen. Es kommen immer mehr Passagiere, zum Flug nach Moskau und in andere Richtungen. in den Transitraum. Nach kurzer Verschnaufpause treten wir zur Bar, ein kleines und noch ein großes Bierchen, eine warme Bockwurst, dann ein Magenbitter, Cognac und Wodka, damit der nächste Schritt in guter Laune vollzogen wird. Wir lernen uns kennen, im Zuge der Vorbereitung und Einarbeitung beim VEB SKET-Ingan Berlin, gab es wenig Zeit für private Unterredungen.

Werner, der älteste von uns, war schon, vor dem 26.12.1972, in Vietnam und ist mit den dortigen Arbeits- und Lebensbedingungen vertraut. Mit lockerer Zunge werden Fragen an ihn gerichtet, die er auch ungeschmückt beantwortet. Wir sitzen weiter gemütlich an der Bar, duzen uns nach Bierchen und Schnäpschen, und horchen aufmerksam Werners Vietnam-Erzählungen zu.

Plötzlich der Aufruf, Passagiere zum Flug nach Moskau möchten zum Ausgang zu gehen. Die Maschine ist vollbesetzt. Während eine Stewardess zum letzten Mal die Vollständigkeit der Passagiere auf ihren Plätzen prüft, erklingt das Bordmikrofon, "Gurte sind anzuschnallen, das Rauchen während des Startvorganges ist nicht gestattet."

Auch Hinweisschilder "Bitte Gurte anschnallen" und "Nicht Rauchen" leuchten über dem Durchgang auf. Im Vorderteil des Flugzeuges präsentiert eine Stewardess eine Rettungsausrüstung mit schriftlicher Instruktion und belehrt Fluggäste über Verhaltensweise im Falle eines unvorhergesehenen Ereignisses. Pünktlich, 8:45 MEZ startet unsere IL-62. Der erste Abschnitt des Fluges Berlin-Hanoi, beginnt mit einem Ohrenbetäubenden Anschublärm und immer schneller werdender Startgeschwindigkeit, bis zum Abheben der Maschine. Vom ovalen Fenster aus, sehe ich, wie schnell das Flugzeug an Höhe gewinnt, immer ferner werden Flughafenkomplex, Grundstücke, Häuser, Wege, Straßen, die Autobahn, Kraftfahrzeuge, die "Mauer" pardon der "antifaschistische Wall" zu Westberlin, auch der Lärm lässt nach, die erste Wolkenschicht wird durchgestochen. Leuchtende Hinweisschilder erlöschen, es gibt einen Hinweis, wir befinden uns auf Flughöhe. Flugpassagiere befreien sich von der Gurtschnallung, Entspannen mit Tageszeitung in der Hand, Stewardessen verlassen die Sitzplätze, gehen in die Bordküche um den Fluggästen das Frühstück und die Getränke vorzubereiten. Aus dem Bordlautsprecher erklingt die Stimme des Flugkapitäns, er stellt sich mit Namen vor, begrüßt Passagiere, macht Angaben zur Flughöhe- und Geschwindigkeit, Außentemperatur, beschreibt die Flugroute und wünscht angenehmen Flug. Weitere Bordinformationen folgen. Wir überfliegen, etwa 10 Minuten nach dem Start, die Staatsgrenze zu Polen, um 9:45 MEZ die Stadt Vilnius, in 10.000 m Höhe, mit einer Fluggeschwindigkeit von 850 km/h, bei -42°C Außentemperatur, ist aus dem Lautsprechen zu hören. Das Frühstück, im schmalen Servierwagen transportiert, reichen nette Stewardessen auf einem Tablett. Es schmeckt und ist sehr reichlich. Schweigend frühstücken die Passagiere mit gutem Appetit, richten hin und wieder mal ein Blick zum Fenster. Außerhalb des Flugzeuges macht sich dem Betrachter eine märchenhafte Landschaft breit, die ein Fluggast, der zum ersten Mal fliegt, nie vergessen wird. Unter der braven Il-62 liegt ein unendlich weit und breit gestreckter Teppich aus gleichmäßig zerstre

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