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Ausflucht an den Rhein und dessen nächste Umgebungen - Im Sommer des ersten friedlichen Jahres (Vollständige Ausgabe) von Schopenhauer, Johanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2016
  • Verlag: e-artnow
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Ausflucht an den Rhein und dessen nächste Umgebungen - Im Sommer des ersten friedlichen Jahres (Vollständige Ausgabe)

Dieses eBook: 'Ausflucht an den Rhein und dessen nächste Umgebungen - Im Sommer des ersten friedlichen Jahres (Vollständige Ausgabe)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Johanna Schopenhauer (1766-1838) war eine deutsche Schriftstellerin und Salonnière. Sie war die Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer und der Schriftstellerin Adele Schopenhauer. Aus dem Buch: 'Sie, lieber Freund! wissen am besten, mit welcher Gewißheit ich immer auf diese Tage der Ruhe hoffte, wie ich beinahe eigensinnig den Glauben an sie fest hielt und in den trübsten Zeiten, die wir erlebten, nie Ihren und meiner übrigen Freunde trostlosen Gegengründen weichen wollte; obgleich ich Ihren politischen Einsichten nichts entgegenzustellen hatte, als mein inneres Gefühl, und die feste Ueberzeugung, daß alles Irdische sinken muß, wenn es den höchsten Gipfel erreicht hat, und der Uebermut das Rad des Glücks nur in schnellern Umschwung bringt, durch den er seinen eignen Fall beschleunigt. So wie man kranken Kindern von künftigen Lustfahrten vorerzählt, so beschwichtigte ich mich oft selbst in bösen Stunden mit Plänen zu einer Reise an den Rhein, sobald dieser wieder zwischen deutschen Ufern frei hinströmen würde. Die Spötter, zu denen Sie auch gehörten, lachten mich damit aus und hatten in ihrer Art nicht Unrecht, aber mein Glaube hat nun doch am Ende zu Aller Glück gesiegt, und Sie, zur Strafe für Ihren Unglauben, müssen es sich gefallen lassen, schwarz auf weiß nur zu lesen, was mich in der schönsten Wirklichkeit erfreut.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 13.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026851684
    Verlag: e-artnow
    Größe: 460 kBytes
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Ausflucht an den Rhein und dessen nächste Umgebungen - Im Sommer des ersten friedlichen Jahres (Vollständige Ausgabe)

Frankfurt

Inhaltsverzeichnis
Auf dem herrlichen, von hohen Nußbäumen beschatteten Wege, längs den fruchtbaren, reich angebauten Ufern des Mains werden die zwei Meilen von Hanau bis hierher zu einer Lustfahrt, die man in weniger als zwei Stunden beendigt. Gern hätte ich das auf halbem Wege belegene Wilhelmsbad besucht, den angenehmen geselligen Vereinigungspunkt beider Städte, dessen liebliche Anlagen mir seit mehr als zwanzig Jahren noch immer in der Erinnerung vorschweben, aber der Regen machte die Promenaden unwegsam, ich zog also für diesmal vorüber und tröstete mich mit der Zukunft.

Der Eintritt in Frankfurt überraschte mich wahrhaft. Zwar ist die Reihe von Jahren, die seit meinem ersten Hierseyn vorüberging, nicht unbedeutend, aber die Verschönerungen, welche ich überall erblicke, sind selbst für den langen Zeitraum von zwanzig Jahren erstaunenswürdig, besonders wenn man bedenkt, unter welchen Stürmen der größte Teil derselben verlebt ward. Frankfurt ist jetzt nicht nur eine der reichsten, auch eine der schönsten Städte in Deutschland große palastähnliche Häuser der reichen Bewohner ziehen sich in langen Reihen durch viele Straßen hin, und auch die bescheidenen Wohnungen des Mittelstandes erscheinen zierlich, anständig, und zeugen von frohem Lebensgenuß. Das, mir so liebe, reichsstädtische Ansehen ist der Stadt geblieben; man sieht, daß nicht der Wille eines Einzigen diese schönen Gebäude alle entstehen hieß, sondern daß jeder Besitzer baute, wie sein Wille oder seine häusliche Lage es bestimmten. Aber man sieht auch, daß gebildete, die Kunst liebende Menschen hier wohnen, die mit dem Zeitalter fortschreiten und ihre Reichtümer auf würdige Weise anzuwenden wissen.

Die Straßen wimmeln von wohlgekleideten Leuten aus allen Klassen, von schönen Equipagen und allem Gewühl einer großen Handelsstadt. Seit zehn Jahren, die ich in Weimar verlebte, ward dieses mir fremd. Mich, ergreift hier ein heimatliches Gefühl, alles erinnert mich an Danzig, meine liebe Vaterstadt, und an Hamburg, wo ich durch eine Reihe von dort verlebten Jahren einheimisch ward. Glänzende Magazine und Laden, angefüllt mit allem, was das Leben zum Schmuck und zur Erhaltung erfordert, nehmen den Erdstock fast aller Häuser ein. Alles, was ich sehe, trägt das Gepräge von Wohlhabigkeit und Lust am Lebensgenuß nach gethaner Arbeit, die hier ihren Lohn reichlich erndtet. Zwar mag wohl in Frankfurt wie in andern Städten mancher Dürftige in Elend schmachten, aber nirgends erblickte ich eine Spur davon. jeder Arbeitsfähige kann hier lohnende Beschäftigung finden, und so wird es, bei der anerkannten Wohltätigkeit der hiesigen Reichen gegen Hilflose, auch wahrscheinlich, das hier im Ganzen weniger Armut zu finden sei, als in andern großen Städten, ungeachtet das Leben in Frankfurt sehr teuer ist.

Wir haben hier leider nur zwei Tage zu bleiben, weil wir in Schwalbach die Kur anfangen wollen, ehe der in diesem Jahre dort erwartete große Schwarm von Badegästen eintrifft, und acht und vierzig Stunden sind sehr wenig für eine Stadt wie diese. Doch wir wollen jede einzeln benutzen und zusehen, wie weit wir damit reichen.

Nach Göthe noch etwas von der ehrwürdigen Domkirche, dem Römer und den übrigen öffentlichen merkwürdigen Gebäuden und Anstalten Frankfurts sagen zu wollen, wäre anmaßend und überflüssig zugleich. Nur des neuern schönsten Teils der Stadt, der langen Reihe prächtiger Häuser längs dem Ufer des Mains will ich erwähnen. Mit Recht trägt diese den Namen der ,,schönen Aussicht", denn wenig Städte haben eine ähnliche aufzuweisen, als die ist, welche die Fenster dieser Häuser gewähren. Der dicht vorüberströmende, von Flößen und Schiffen belebte Main, die einem Garten ähnlichen entgegengesetzten Ufer, die Vorstadt Sachsenhausen und die große steinerne Brücke, welche zu dieser über den breiten Strom, sanft sich wölbend, führt, bilden hier ein herrliches Panorama. Wir

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