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Australien (Ein abenteuerlicher Reisebericht) von Gerstäcker, Friedrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.07.2014
  • Verlag: e-artnow
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Australien (Ein abenteuerlicher Reisebericht)

Dieses eBook: 'Australien (Ein abenteuerlicher Reisebericht)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Friedrich Gerstäcker (1816-1872) war ein deutscher freier Schriftsteller und Übersetzer. 1844 veröffentlichte er sein erstes Buch, Streif- und Jagdzüge durch die Vereinigten Staaten Nordamerikas (Grundlage war sein Tagebuch). Auch für die deutschen politischen Verhältnisse besaß er ein waches Auge und beobachtete die Ereignisse der Revolution von 1848 sehr genau. 1849 unternahm der junge Familienvater eine weitere Reise, die ihn diesmal nach Südamerika, Kalifornien, Tahiti und Australien führte. Aus dem Buch: ''Es war überhaupt ein wunderliches Gefühl, mit dem ich in Australien an Land sprang. - Australien - Alles was verkehrt und sonderbar ist, gewöhnt man sich den vielen Beschreibungen nach die uns darüber von Kindheit an vorgekommen, gerade unter dem Namen Australien zu denken, und man möchte gleich beim ersten Ansprung schon über die Häuser, die ja ebenso aussehen wie in jeder andern civilisirten Stadt, hinweg schauen können, nur um die jedenfalls dahinter liegenden Sonderbarkeiten zu entdecken. Känguruh - schon der Name hat einen gewissen Zauber, besonders für einen Jäger - Schnabelthier - Kirschen mit den Kernen auswärts, Bäume die die Rinde abwerfen, für den gerade von Europa kommenden auch noch die verkehrten Jahreszeiten, das Alles sind Sachen, an die man gerade nicht bestimmt denkt in dem Augenblick, deren Bild uns aber doch in einer verworrenen Masse - Köpfe nach unten natürlich - vorschwebt, und die Farben, wie in einem Kaleidescop rasch wechseln und in einander fließen läßt. ''

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 648
    Erscheinungsdatum: 19.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026816577
    Verlag: e-artnow
    Größe: 777 kBytes
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Australien (Ein abenteuerlicher Reisebericht)

2. Postfahrt von Sidney nach Albury.

Inhaltsverzeichnis

Die Beförderung von Passagieren und Briefen ist hier in Australien ganz in den Händen von Privatpersonen, die sich contractlich verpflichten, die "Mail," d. h. die Briefsäcke, zu gewissen Stunden an Ort und Stelle zu liefern, und die Passagiere, die ihnen auf Gnade und Ungnade übergeben sind, als eine zwar lästige, aber doch des Gewinnes wegen nöthige Zugabe betrachten. In diesem Sinn, und von diesem Princip ausgehend, ist auch die ganze Posteinrichtung getroffen, und ein Passagier, der sich auf der "Royal-Mail," wie die Karren prunkvoll genug heißen, einschifft, mag nur seine Seele einstweilen Gott empfehlen und sich ganz und gar mit seinem Körper beschäftigen, denn dessen Mißhandlung wird sicherlich seine ganze Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Doch zur Sache.

Dienstag den 22. April, Nachmittags 4 Uhr ging die Post ab. Am Tage vorher hatte ich meinen Passagierschein genommen - d. h. mein Geld gezahlt, denn ein Schein wurde dafür nicht ausgegeben - und auf meine Frage, ob viele Passagiere mitführen, erhielt ich die trockene und etwas eigenthümliche Antwort: "Nur eine Dame, für die Sie werden Sorge tragen müssen."

Das war short and sweet , und ich wußte im Anfang nicht, was ich daraus machen sollte, der Mann sah aber so ernst aus und hatte so entsetzlich viel zu thun - nicht mit Postbeförderung, sondern er war auch nebenbei Ausschenker in einem Schnapsladen, und bediente seine Kunden fortwährend, indeß er mich zu gleicher Zeit Thurn und Taxirte - daß ich ihm meine "drei Pfund Sterling" bis Yaß - eine Zwischenstation - geduldig auszahlte, und mir nun auch nicht weiter den Kopf über die geheimnißvolle Dame zerbrach, sondern meine Vorbereitungen zur morgenden Abreise traf und dem Schicksal dann ruhig seinen Lauf ließ.

Der Nachmittag 4 Uhr kam und mit ihm die Postkutsche, ein sehr bequemes und elegantes Fuhrwerk, und unseren Postwägen nicht unähnlich, aber ohne Vorder-und Hintercoupees, eine einfache, vortrefflich gepolsterte Kutsche. Vorsichtigerweise war ich zeitig genug an Ort und Stelle, stieg ein und drückte mich nun behaglich in die eine Ecke auf den hinteren Sitz. So, den hatt' ich sicher.

Ich saß kaum ordentlich, als die Thüre wieder aufging und eine Dame durch den galanten Kutscher einbefördert wurde - ah, meine Schutzbefohlene, dachte ich bei mir selber, und rückte etwas mehr in die Ecke - es war ein allerliebstes kleines Frauchen von etwa 20 bis 21 Jahren, mit einem kleinen rothbäckigen Säugling auf dem Arm. Der Sitz war breit genug, daß wir ganz bequem neben einander sitzen konnten, und die Dame nahm nach kurzem Gruß den andern Rücksitz ein.

"So, nun kann's fortgehen," dachte ich, hatte mich aber geirrt. Da öffnet sich behend ein zweites Thor, und daraus rannte nicht etwa etwas hervor, sondern da hinein wurde jetzt, wie es schien, durch die "Rückwirkung" zweier zinnoberrother Männergesichter eine Dame geschoben, welche die Muschel eines gewöhnlichen Schlittens vollkommen ausgefüllt hätte, und uns beide erstaunten Passagiere jetzt gerade so ansah, als ob sie fragen wollte: nun, welchen von beiden soll ich zuerst todtdrücken?

Mein armer Rücksitz - die Höflichkeit gegen Damen erforderte, daß ich ihn aufgab, und dieser Koloß hätte die Höflichkeit gegen zwei Damen fordern können; ich glitt auf einen Vordersitz, Kürbiß drückte sich neben meiner Schutzbefohlenen ein und entwickelte hier, zu meinem unbegrenzten Erstaunen, als sie den breiten

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