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Am grünen Fluss Isar - Abenteuer und Natur pur von Rohrbach, Carmen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2020
  • Verlag: Piper Verlag
eBook
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Am grünen Fluss

Abenteuer und Natur pur mitten in Deutschland: Zu Fuß, mit dem Schlauchboot, auf Skiern und mit dem Fahrrad von der Quelle bis zur Mündung, von den Alpen bis zur Donau, so reiste Carmen Rohrbach auf und an der Isar.

Carmen Rohrbach, geboren in Bischofswerda, ist Entdeckerin aus Leidenschaft. Sie studierte Biologie in Greifswald und Leipzig und schloss mit der Promotion in München ab. Ihre Reisen führten sie nach Südamerika, Afrika, Asien und Arabien, auf dem Jakobsweg durch Frankreich und Spanien und entlang der Isar durch Bayern und Österreich, stets auf der Suche nach intensiven Begegnungen und Naturerlebnissen. Heute ist sie die beliebteste Reiseschriftstellerin Deutschlands, dreht Dokumentarfilme, schreibt für Zeitschriften und hält Vorträge über ihre Reisen. Mit ihren persönlich geschriebenen Reiseberichten hat sie sich inzwischen eine große Fangemeinde erworben. Bei MALIK und MALIK NATIONAL GEOGRAPHIC erschienen mehr als zehn Bücher von Carmen Rohrbach, darunter der Spiegel-Bestseller 'Unterwegs sein ist mein Leben'.

Produktinformationen

    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 12.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492997799
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 13615 kBytes
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Am grünen Fluss

Quellensuche

Für »meinen« Fluss kann ich mir keinen passenderen Geburtsort vorstellen als das wilde Karwendelgebirge in den Alpen. In vier langen Bergketten erstreckt es sich von Ost nach West und schließt drei Täler ein.

Das Felsenreich duldet nur zeitweise Gäste: im Sommer die Bergwanderer und den Almauftrieb des Viehs, im Winter einige verwegene Skitourengeher. Die Bergketten aus lichtgrauem Kalkgestein können nur geübte Wanderer überschreiten, und der schroffe Felsaufbau mit seinen schwindelerregenden Abstürzen, Spitzen und Pfeilern ist sowieso nur etwas für die Spezialisten unter den Felskletterern. So entzieht sich das Karwendel auf natürliche Weise den Aktivitäten der Menschen und blieb bis heute eines der ursprünglichsten Gebiete der Alpen.

Quellensuche - ein aufregendes Spiel. Irgendwo in diesen Bergen entspringt die Isar, aber wo genau? Der Streit um die einzig richtige Isarquelle ist alt. Die Scharnitzer hatten im Hinterautal, in einer Gegend, die von alters her »Bei den Flüssen« heißt, eine Tafel angebracht mit der Aufschrift »Isar-Ursprung«. Das Schild war wenig später verschwunden und weiter oben im Gebirge am Halleranger, das schon zu Tirol gehört, tauchte ein neues auf: »IsarQuelle«.

Als wolle sie sich von Anfang an mit einem Geheimnis umgeben, macht es uns die Isar schwer, ihren Geburtsort genau zu bestimmen. Kann es eine spannendere Voraussetzung für meine Quellensuche geben? denke ich, als ich an einem sonnigen Tag im Juli in Scharnitz aus dem Zug steige und den Rucksack schultere. Mein Plan ist einfach: Ich will dem Flusslauf hinauf in die Berge folgen, bis dorthin, wo das Wasser erstmals ans Licht kommt.

 

Vom Bahnhof aus gehe ich geradewegs durch den Ort und suche meinen Fluss. Nachdem ich ein paar Straßen überquert habe, stehe ich auf einer Brücke - eine Inschrift zeigt an, dass sie in den Jahren 1963/64 erbaut wurde - und blicke hinab auf ein schnell fließendes, weiß schäumendes Gewässer, kein Bach mehr und doch noch zu schmal, um bereits ein Fluss zu sein. Trotzdem, es ist schon die Isar. Die Erwartung kribbelt in mir. Wie mag die Stelle aussehen, an der sie zum ersten Mal an die Erdoberfläche tritt?

Der kleine Ort Scharnitz liegt bald hinter mir und ich steige auf breitem Forstweg hinauf ins Gebirge. Die Isar ist von diesem Weg aus nicht sichtbar und so verlasse ich ihn, schlage mich durch den Wald, bis ich vor einer Abbruchkante stehe und in eine enge Klamm blicke. Tief unten rauscht sie, die Isar. Sie hat den Felsriegel durchbrochen. Türkisblau leuchtet sie zwischen senkrechten Wänden.

Ein Raunen schwingt durch die Luft - der Wind hält Zwiesprache mit den Blättern. Auf Moospolstern malen Sonnenstrahlen goldene Kringel, es riecht nach moderndem Holz und nach Pilzen. Im Schatten des Waldes gedeiht blauer Schwalbenwurzenzian und dort, zwischen braunem Laub, lockt mich eine rote Blüte. Ich knie mich nieder und staune: ein wildes Alpenveilchen! Blumenläden quellen über von gezüchteten Alpenveilchen, und wohl niemand denkt bei seinem Namen daran, dass es ursprünglich aus den Alpen und anderen Hochgebirgen stammt, niemand schätzt es als besonders wertvoll ein. Weil diese zarte Blütenpflanze aber wild und frei hier im Gebirgswald wächst, ist sie für mich wie ein kleines Wunder und ein gutes Omen gleich zu Beginn meiner Isarwanderung.

Am fließenden Wasser dem Ursprung entgegenzugehen ist einfacher gesagt als getan. Nach wenigen Kilometern entstehen Zweifel, denn von links schnellen Wassermassen in die Felsenklamm und vereinigen sich mit der Isar. Es sind nun zwei Quellbäche. Welchem soll ich folgen? Mittels Wanderkarte klärt sich das Problem: Es ist der Karwendelbach.

Zwei Kilometer später wieder ein wild schäumendes Wasser, diesmal von rechts, der Gleirschbach. Wäre ich in einem unerschlossenen Gebiet, müsste ich den drei Quellbächen folgen und sie vermessen, um den längsten und damit die Quelle meines Flusses festzust

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