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Deutschlandsafari 15 Reisen zu wilden Tieren von Stork, Ralf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.06.2014
  • Verlag: Haffmans Tolkemitt Verlag
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Deutschlandsafari

Nach dem Bestseller 'Cool Camping Deutschland' erkundet nun 'Deutschlandsafari' die unbekannten Ecken unseres Landes. Ralf Stork hat sich auf die Reise gemacht zu den wilden Tieren Deutschlands und zeigt, dass die Tierwelt vor unserer Haustür viel spektakulärer ist als wir es für möglich halten: Wildpferde, Kraniche, Wisente, Robben, Murmeltiere, freilebende Flamingos und viele andere wilde Tierarten leben in unserem Land. Dazu gibt es riesige Wanderbewegungen, durchchoreographiertes Imponiergehabe und dramatische Kämpfe um Leben und Tod. Das Tolle dabei: Viele der Tiere kann man bequem mit der ganzen Familie und aus unmittelbarer Nähe beobachten - und ganz nebenbei faszinierende Landschaften entdecken. Ein Titel aus unserer Erfolgsreihe 'Cool Camping'! Mit vielen Karten und Informationen zu den Tieren, zur Anfahrt, Übernachtungsmöglichkeiten, Reisezeiten u.v.m.

Ralf Stork ( 1973 in Hannover) hatte als Kind den Traum, Tierfilmer zu werden. Stattdessen studierte Stork Germanistik und arbeitet mittlerweile als Redakteur in Brandenburg, wo er nun regelmäßig über Tierthemen schreibt. Auf der Suche nach den wilden Tieren Deutschlands war Ralf Stork im ganzen Land unterwegs. Deutschlandsafari ist sein erstes Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 26.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942989831
    Verlag: Haffmans Tolkemitt Verlag
    Größe: 11482 kBytes
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Deutschlandsafari

KLEIN,
ABER OHO

RINGELGÄNSE AUF DER HALLIG HOOGE

Die Entschleunigung setzt schon ein ganzes Stück vor dem Zielort ein. Sogar noch deutlich vor dem kleinen Anleger der Fähre, die uns auf die Hallig bringen wird, jenes kleine Fleckchen Land im Meer, das partout nicht Insel genannt werden will. Je näher wir der nordfriesischen Küste kommen, desto urtümlicher werden die Namen der Orte: Bordelum, Büttjebüll, Ockholm.

Auf den letzten paar Kilometern wird die Aussicht immer tierischer. Auf dem Deich zur Linken Schafe mit frisch geborenen Lämmern. Auf der rechten Seite saftige Wiesen, auf denen Graugänse mit ihren Gösseln bis dicht an die Straße kommen. Im Hintergrund große Wasserflächen, über die Gänsescharen ziehen. Dann ist die Straße plötzlich zu Ende und man ist da. In Schlüttsiel. Das ist kein Ort, sondern ein kleiner Verkehrsknoten am Ende der Welt - und eine Verheißung. Schlüttsiel, wie das schon klingt, nach Platt und Watt. Da kann man das Platschen und Schlürfen der nackten Füße im Schlick fast schon hören.

Wir stellen unseren Wagen auf dem Dauerparkplatz ab und gehen die paar Schritte zur Fähre. Wir, das sind Elisabeth, ich und Felix, unser zweijähriger Sohn. Wenn es möglich ist, gehen wir gemeinsam auf Recherchereise. Denn zum einen sind die meisten Safari-Orte so schön, dass man dort gerne ein paar Tage Urlaub macht. Zum anderen ist damit auch gleich ein kritisches Testpublikum zur Stelle, das mir zeigt, ob sich auch notorische Kulturmenschen aus der Großstadt und Kinder für das große Naturschauspiel begeistern lassen. Ohne den schützenden Deich pfeift uns der Wind um die Ohren. Das wird sich in den nächsten Tagen kaum ändern. Felix stört das nicht. Er hat seine dicke Wintermütze auf. Es gibt Möwen, die wollen gefüttert werden, und dann parkt auf der Halligfähre auch noch ein großer Trecker.

Die Überfahrt dauert eine gute Stunde. Die Fähre ist eine richtige Fähre, kein Ausflugsdampfer. Statt Oberdeck mit Panoramaglas gibt es unten im Schiffsbauch den "Salon". Aus ein paar Bullaugen kann man von dort direkt auf Augenhöhe in die kabbelige See gucken. Das Interieur ist nicht wirklich schön, trotzdem finden wir es hier von Minute zu Minute gemütlicher. Das genaue Gegenteil von überkandidelt. Auf dem Deck riecht es nach Diesel und im "Salon" nach Bockwurst. Und egal wen man trifft - alle sind unglaublich freundlich. Die Leute von der Fähre, die Leute im Hafen, selbst die anderen Touristen. Alle.

Felix will das Meer sehen. Also gehen wir an den Autos und Traktoren vorbei bis zur Bugklappe. Da weht der Wind zwar heftig, aber der Blick auf das Meer und Hallig Hooge, die langsam am Horizont erscheint, ist unverstellt. Von einer Insel kann man wirklich nicht reden. Aus den Wellen vor uns ragen zehn kleine Hügel, die zusammen ein winziges Archipel ergeben. Die Hügel sind die Warften, von Menschenhand aufgeworfen (daher der Name). Auf ihnen stehen dicht gedrängt die Häuser. Sie bieten Schutz vor der Nordsee, die das umliegende Land jedes Jahr ein paarmal unter Wasser setzt. Das übrige Land der Hallig ist so flach, dass es erst kurz vor der Ankunft im Hafen aus den Fluten auftaucht.

Wo bitte schön ist das Empfangskomitee der Ringelgänse? 30 000 und mehr, heißt es, sollen sich im April und Mai auf dem Eiland tummeln. Aber ich sehe nur eine kleine Schar, die sich recht weit entfernt in den Windschatten einer Baracke drückt. Doch der Schein trügt. Hooge ist zwar klein, hat aber mit seinen fünf, sechs Quadratkilometern genügend Fläche zu bieten, auf der die Gänse sich verteilen können. Die Ringelgänse sind da.

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