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DuMont Reiseabenteuer Stadt im Rausch Meine Suche nach dem Glück in Las Vegas von Wöhrle, Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.05.2015
  • Verlag: DuMont Reiseverlag
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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DuMont Reiseabenteuer Stadt im Rausch

Unter Glücksrittern Es gibt viele Arten von Glück in Las Vegas: Glück im Spiel, Glück in der Liebe oder Glück im Big Business. Aber es gibt hier auch viele Verlierer, die bei all diesem Glück nicht mithalten können. "Stadt im Rausch" ist ein Buch über die Glücksritter von Las Vegas, über ihre Träume, und das, was daraus wurde. Christoph Wöhrle trifft Pokerspieler, Stripperinnen, Boxer, Unternehmer, Magier und Obdachlose, die alle ihre Fortune in Sin City gesucht und herausgefordert haben. Und natürlich probiert er sich auch selbst am Spieltisch, er lässt sich nach einer durchzechten Nacht den Kater von einem Arzt wegdoktern, er versucht erfolglos, einen Hamburger mit acht Lagen Fleisch zu essen, und er sucht nach den Gegensätzen der Glitzermetropole, pendelt zwischen denen, die es nach ganz oben geschafft haben, und denen, die es nach ganz unten zog. Die Stadt ist für ihn eine Amour Fou geworden, in deren Arme es ihn immer wieder treibt. En passant bereist er die Gegend rund um die Neonmetropole in der Wüste, er nimmt die Leser mit in ein Indianerreservat oder zum wunderschönen Lake Mead. "Stadt im Rausch" ist ein Buch für Las Vegas-Fans und für Las Vegas-Hasser, für USA- Reisende und für Liebhaber guter Geschichten.

Dieses E-Book basiert auf folgender Printausgabe: 1. Auflage 2015

Christoph Wöhrle, Jahrgang 1979, ist im Schwarzwald aufgewachsen. Zum Studium ging er nach Berlin, wo er auch die Berliner Journalisten-Schule besuchte. Seit 2001 ist er als freier Journalist vor allem für Magazine tätig, unter anderem schrieb er Reportagen und Porträts für "Stern", " Spiegel", "Focus", "National Geographic", "Mare", "Playboy", "Brigitte" und "Reportagen". 2007 wurde er für seinen Beitrag "Dr. Fastfood und Mister Dschihad" mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Wöhrle lebt mit Frau und Sohn in Hamburg und Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 06.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783770199792
    Verlag: DuMont Reiseverlag
    Größe: 5580 kBytes
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DuMont Reiseabenteuer Stadt im Rausch

Kapitel

1

Poker um halb acht

"Ob es ihm gefällt oder nicht, der Charakter eines Menschen wird am Pokertisch bloßgelegt."

ANTHONY HOLDEN, BRITISCHER SCHRIFTSTELLER

E s zirpt, als zirpten tausend Grillen. Steven van Zadelhoff lässt seine Chips durch die Finger gleiten. Tausende Spieler an den zweihundertvierundneunzig anderen Pokertischen tun es ihm gleich, daher dieser Sound, der den Raum wie ein unaufhörliches Hintergrundrauschen durchströmt. Ansonsten herrscht Stille, es ist eine fast feierliche Atmosphäre im Messesaal mit Namen Amazon. Grillenzirpen und Amazonas, das passt gut zusammen.

Ich bin selbst einmal vom brasilianischen Manaus in den Urwald gefahren, habe dort drei Tage verbracht, bin tags mit einem Führer umhergestreift und habe nachts in einer Hängematte geschlafen, gespannt von Baumstamm zu Baumstamm. Am Amazonas ist es immer still und niemals leise. Das trifft auch auf diesen Messeraum zu.

Ich stehe ganz dicht am Spieltisch und schaue, was hier passiert, bin etwas aufgeregt. Mein erstes Pokerturnier.

Der dreißigjährige holländische Pokerprofi Steven van Zadelhoff trägt Sonnenbrille, keiner soll in seinem Gesicht etwas lesen können. Mit am Tisch sitzen ein Mann mit Cowboyhut, ein dicker Unternehmer, drei junge Kerle mit Baseball-Caps, ein Langhaariger mit AC/DC-Shirt, ein Indianer und einer mit einem weiß-roten Karohemd, Typ Maschinenbaustudent.

Jetzt kommt es zum Showdown, die Karten werden gezeigt. "Also los", raunt Steven in die Runde, dreht zwei Könige um und lächelt. Bestes Blatt, Spiel gewonnen.

Las Vegas im Juli. Die ganze Stadt atmet Poker. Der glitzernde Wahnsinn in der Wüste von Nevada huldigt Pik, Karo, Herz und Kreuz. Ich bin da, um über das Turnier zu schreiben. Schon im Taxi vom Flughafen ins Zentrum fragte mich der Fahrer: "Kommen Sie wegen Poker nach Las Vegas?"

Im Hotelzimmer liegt das "Las Vegas Magazine" auf dem Tisch. Der Titel auf dem Cover: "No Limit to the Action". Es zeigt einen Mann mit Basecap, der ganze Bündel von Geldscheinen vor sich liegen hat, die aussehen wie Backsteine, mit denen man Wände hochziehen kann.

Ich bin hier der Chronist eines Spiels, das Millionäre macht. Irgendwie löst das Ganze eine feierliche Stimmung in mir aus. Werde ich hier vielleicht gerade Teil einer ganz großen Sache?

Im Hotel Rio, das nachts in Rot, Violett und Rosa erstrahlt, gastiert die World Series of Poker (WSOP), das größte Pokerturnier auf dem Erdball, die Weltmeisterschaft. Von Mai bis November werden rund sechzig Turniere ausgespielt; am wichtigsten, dem Main Event, nehmen diesmal fast siebentausend Spieler teil.

Gespielt wird die Variante Texas Hold'em, bei der jeder Spieler zwei Karten erhält, weitere fünf werden nacheinander aufgedeckt. Gewonnen hat das stärkste Blatt aus fünf dieser sieben Karten.

Jeder Teilnehmer muss zehntausend Dollar Startgeld einzahlen. Es gibt auch ein Turnier für Journalisten, nur zum Spaß und ohne Geldeinsatz, damit sie die Regeln lernen und sich nicht durch das Turnier stümpern müssen. Ich nehme nicht teil, irgendwie traue ich mich noch nicht recht. Glücksspiele habe ich bislang immer gemieden; ich behalte gerne die Kontrolle über mein Geld.

"Hier zu spielen ist der Traum eines jeden ernsthaften Spielers", sagt Steven. Der Gewinner bekommt das Bracelet, ein Armband aus Silber und Gold, die höchste Auszeichnung für Pokerspieler.

Letztes Jahr betrug das Preisgeld für diesen ersten Platz über neun Millionen US-Dollar. Dieses Jahr wird der Gewinn noch höher ausfallen. Vermögen werden hier gemacht, Legenden geboren oder fortgeschrieben. Und Steven van Zadelhoff will eine dieser Legenden werden. Er ist nicht gekommen, um Lehrgeld zu bezahlen.

Über das Turnier zu schreiben, bringt leider nicht so v

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