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Lesereise Emilia Romagna Pasta, Strand und Glockenklang von Bisping, Stefanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2014
  • Verlag: Picus
eBook (ePUB)
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Lesereise Emilia Romagna

Der Duft von Orangenblüten an einem Sommermorgen in Rimini und das Murmeln von Stimmen auf der abendlichen Piazza Garibaldi in Parma. Badekabinen in Bonbonfarben und Kathedralen, die zum Himmel streben. Die Emilia Romagna ist das Land, das alles hat. Sie besitzt die berühmtesten Badeorte und die breitesten Strände der Adria, aber auch verträumte Dörfer, kaum berührte Natur und mit Ravenna, Bologna und Ferrara einige der prachtvollsten Kunststädte Oberitaliens. Zudem ist sie die Heimat italienischer Exportschlager von Parmesan und Parmaschinken bis zu Ferrari, Lamborghini und Maserati. Einerlei, ob es ums Essen geht - und das ist in der Emilia Romagna eigentlich immer der Fall -, um Architektur oder Design: Man gibt sich nur mit dem Besten zufrieden. Stefanie Bisping zeichnet ein facettenreiches und liebevolles Bild vom 'Bauch Italiens'. Sie erzählt von Regisseuren und Rennfahrern, von Schriftstellern und Schinkenbauern, sie probiert piadine, füllt ravioli und spürt den gelegentlichen Erschütterungen dieses schönen Stücks Italien nach - seismischen und politischen. Stefanie Bisping studierte in Münster und Reading (England) Anglistik, Germanistik und Politikwissenschaft. Heute schreibt sie Reisereportagen für verschiedene Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Picus Verlag erschienen ihre Lesereisen Estland, Malediven, Normandie und Emilia Romagna.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 18.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783711752048
    Verlag: Picus
    Größe: 424 kBytes
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Lesereise Emilia Romagna

Zu Füßen des nackten Neptun

Rot, fett und gelehrt – so beschreibt sich Europas älteste Universitätsstadt selbst kokett. Dabei ist Bologna vor allem schick und schön

Die Luft ist erfüllt von Stimmengewirr. Die Gäste drängen sich im Restaurant und an den Tischen davor. Im Zerocinquantuno in der Via de' Pignattari trifft sich heute halb Bologna. Ohnehin ist der aperitivo eine Institution in der Stadt, in der fast fünfundachtzigtausend Studenten leben. Für zehn bis zwölf Euro erhält der Gast dabei neben einem Glas Wein freien Zugang zum Buffet – eine wegen ihrer Wirtschaftlichkeit von der jungen Generation besonders geschätzte Form der Frühabendgestaltung. Natürlich bildet sie nur den Auftakt. In Bologna sind die Nächte lang. Die Straßen der Altstadt sind nach Mitternacht mindestens so voll wie am späten Vormittag, wenn die Bewohner der Stadt generationenübergreifend zum Mittagessen aufbrechen, um zum Glas Pignoletto, dem örtlichen Weißwein, einen Teller tortellini in brodo oder etwas in der Art zu sich zu nehmen.

"Wir lieben unsere Stadt, deshalb sind wir immer in ihr unterwegs", erklärt Simone, ein Student. Sogar sonntags, wenn die Geschäfte geschlossen sind, strebt alles ins Zentrum. Die Leute trinken ihren caffè , kaufen Zeitungen, treffen Freunde und gehen zum Mittagessen aus.

Rossa, grassa et dotta – rot, fett und gelehrt – mit diesen unterschiedlich schmeichelhaften Adjektiven beschreiben die Bewohner Bolognas kokett ihre Heimatstadt. Rot weniger wegen ihrer politischen Ausrichtung seit dem Zweiten Weltkrieg – obschon auch das im Großen und Ganzen zutrifft – als aufgrund des roten Ziegelsteins, aus dem Bolognas Altstadt überwiegend besteht. Auch Busse, Haltestellen und die letzten verbliebenen Telefonzellen sind rot, ebenso die Markisen an vielen Fassaden. Die Stadt ist schlicht vernarrt in diese Farbe. Als gelehrt gilt die Perle und Hauptstadt der Emilia Romagna wegen ihrer im Jahr 1088 gegründeten Universität. Sie ist die älteste der westlichen Welt.

Fett ist Bologna schließlich ganz unzweifelhaft wegen der exzellenten Kochkunst, die hier, in der Heimat von mortadella und pasta al ragù; , gepflegt wird. So könnte man in der schönen Hauptstadt der Provinz Bologna zwar Wochen mit dem Studium von Kunst und Architektur verbringen, doch sollte genug Zeit fürs Essen bleiben. In den zweiundvierzig Kilometer umfassenden Arkadengängen kann man einen Teil der Kalorien, deren Zufuhr hier unumgänglich ist, schnell wieder verbrennen. Die schönen Laubengänge, in denen es sich heute bei jedem Wetter angenehm flanieren lässt, entstanden als aufgestockter Wohnraum für Studenten. So ließen sich die Häuser ab der ersten Etage zur Straße hin erweitern. Allerdings war eine Mindesthöhe von zwei Metern sechsundsechzig vorgeschrieben, damit Reiter sie ungehindert passieren konnten.

Wurde in Bologna einstmals praktisch gedacht, regiert heute die Ästhetik. Architektur und Kunst, Musik, Mode und Motoren – diese Stadt hat alles zur Blüte gebracht, immer das Schöne bewahrt und mit Leben zu füllen gewusst. Museal ist hier rein gar nichts.

Auf der Piazza Maggiore und der Piazza Nettuno, zwei L-förmig ineinander verschränkten Plätzen, schlägt Bolognas Herz. An einer Seite wacht die Basilica di San Petronio, in deren Seitenkapelle ein Foucaultsches Pendel schlägt. Für Umberto Eco war und ist Bologna nicht nur Wahlheimat, sondern auch Inspiration. Der 1932 im Piemont geborene Philosoph, Schriftsteller und Autor des Weltbestsellers "Der Name der Rose" war

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