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Lesereise Malta von Hoffmeister, Carola (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2018
  • Verlag: Picus
eBook (ePUB)
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Lesereise Malta

Malta, Gozo und Comino heißen die drei Schwestern, die das Insel-Archipel im Mittelmeer zwischen Sizilien und Nordafrika bilden. Der Inselstaat ist winzig klein, aber auf der Hauptinsel Malta so dicht besiedelt und widersprüchlich wie kaum ein anderes Land Europas. Kein Wunder: In seiner sechstausendjährigen Geschichte regierten hier Phönizier, Griechen, Römer, Vandalen, Araber, Spanier, Franzosen und Engländer. Die Kreuzritter hinterließen riesige Burgen, die Briten rote Telefonzellen, und die Araber prägten die Sprache. Gleich dreimal steht das Inselreich auf der UNESCO-Welterbe-Liste, und 2018 feiert ganz Malta Valletta als Europäische Kulturhauptstadt. Carola Hoffmeister arbeitet seit dem Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft als Journalistin in Hamburg. Ihre Reportagen führen sie in den Iran, nach Israel/Palästina, Syrien, Italien und immer wieder in ihre Heimat, das Ruhrgebiet und werden u.?a. in der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung', der 'Neuen Zürcher Zeitung', im Deutschlandradio Kultur oder dem SWR veröffentlicht. Im Picus Verlag erschienen die Reportage Iran, die Lesereise Albanien und 2018 die Lesereise Malta.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 25.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783711753748
    Verlag: Picus
    Größe: 1918 kBytes
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Lesereise Malta

Königin des Mittelmeers

Wer mit dem Schiff nach Malta reist, erkennt am Horizont eine sandsteinfarbene Woge, die aussieht, als wäre sie mitten in der Bewegung erstarrt. Barocke Glockentürme tauchen in der Erhebung auf, Giebel und Arkaden. Und in der architektonischen Gischt gleicht die Kuppel der Karmelitenkirche einer Krone, die im Schein der Morgensonne majestätisch glänzt. Das ist Valletta, Hauptstadt Maltas, Königin des Mittelmeers. Gegründet 1566, thront sie seit mehr als vier Jahrhunderten über dem Reich zwischen Italien und Afrika, Sizilien und Libyen. Die barocke Schönheit haben Bauherren der Ordensgemeinschaft Johanniter als Stadt für "Edelleute von Edelleuten" errichtet. Und so vereint Valletta auf nur einem Quadratkilometer Fläche so viele Sehenswürdigkeiten wie kaum eine andere Metropole der Welt. Sie ist Europas kleinste und südlichste Stadt und mutet mit unzähligen Palästen, Kirchen und Plätzen wie ein Freilufttheater an. Bereits 1980 erklärte sie die UNESCO deshalb zum Weltkulturerbe, und 2018 feiert ganz Europa Valletta als Kulturhauptstadt.

Die Königin hat für ihren Auftritt ein smaragdgrünes Mittelmeer als roten Teppich ausgerollt und ein ultramarinblaues Tuch am Himmel als Baldachin gespannt. Vorwürfe winkt die Regentin während ihrer Audienzen gelassen ab: Malta steht seit dem unaufgeklärten Mord an der regierungskritischen Journalistin Daphne Caruana Galizia wegen Korruption international am Pranger. Und außerdem auf der schwarzen Listen der Steueroasen. "Das vergeht, das vergeht", meint man Valletta leise lächelnd flüstern zu hören. Gleich auf zwei Sprachen: auf Malti, der offiziellen Amtssprache, die einzige semitische Sprache in der Europäischen Union und die einzige semitische Sprache der Welt, die lateinische Buchstaben verwendet. Oder auf Englisch, ebenfalls Amtssprache der ehemaligen Kolonie Großbritanniens. Königin Valletta könnte sich genauso gut auf Französisch, Arabisch oder Italienisch verständigen, denn die Regentin ist internationale Gäste gewöhnt. Ihren Aufenthaltsort Malta haben in der sechstausend Jahre alten Geschichte zahlreiche Völker besucht: Die Phönizier kamen ungefähr 1000 vor Christus und gaben der Insel den Namen "Malet", was Zufluchtsort bedeutet. Während des zweiten punischen Krieges fiel Malta 218 vor Christus an die Römer, die hier Wein anbauten und Rosen pflanzten. Aus der Zeit der Araber ab 870 stammen Zitrusfrüchte, Baumwolle und die bunt verzierten Holzbalkone, die heute gallariji genannt werden. Die Normannen hinterließen 1090 die weiß-rote Nationalflagge, die Johanniter gewaltige Festungen und die Briten sausages zum Frühstück.

Ohne die Menschen, die in Valletta leben und arbeiten, wäre die Stadt nicht mehr als ein steinernes Museum. Doch fünfundachtzigtausend erfüllen Valletta jeden Tag mit Leben, Träumen und Visionen. Margerita Pulé ist eine von ihnen. Die junge Frau mit den halblangen braunen Haaren arbeitet im Organisationsteam der Stiftung Valletta 2018 und hat zahlreiche Aktionen für das Jahr der Kulturhauptstadt geplant: ein Barock-Festival, eine Filmwoche, das Pflanzen eines Blumenteppichs vor dem Großmeisterpalast. Besuchern, die nach Malta kommen, rät sie: "Unbedingt die St. John's Co-Cathedral und Caravaggios Gemälde bewundern."

In ihrer Mittagspause schlendert Margerita Pulé gerne die Triq Ir-Repubblika, die Republic Street entlang, die verkehrsberuhigte Prachtmeile, die vom Meer schnurgerade durch die Stadt führt. Unterwegs kommt sie am Großmeisterpalast vorbei, der Sehenswürdigkeit, die wohl die meisten Touristen besuchen. In dem zweistöckigen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert residierten einst die Mitglieder des Johanniterordens, heute ist der Palast Sitz der Präsidentin. Wachen patrouillieren vor der von den Malteser nur "il-Palazz" genannten Architektur, ein Brunnen plätschert, und auf Parkbänken halten Touristen ihr Gesich

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