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Vom anderen Europa Aus Geschichte und Gegenwart südosteuropäischer Landschaften von Bergel, Hans (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.07.2015
  • Verlag: Osteuropazentrum Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Vom anderen Europa

Nirgendwo ist Europa so vielgestaltig wie im Südosten. Der Raum zwischen der nördlichen Adria und der Westküste des Schwarzen Meeres, zwischen dem Pannonischen Becken und der Insel Kreta bricht nicht nur in eine Fülle wechselvoller Landschaften auseinander, zu denen die gelbe Weite der Donausteppe und die Felseneinsamkeit von Delos, die abweisende Wildheit des Hohen Balkans, das Licht der Küsten am Ionischen und Adriatischen Meer und das Dunkel der Wälder in der Maramuresch gehören.
Er hat seine Entsprechungen in den Bewohnern, die in ihm leben: in der Vielfalt an Völkern, Volksgruppen und an Religionen und Herkünften, Sprachen und Mythen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 213
    Erscheinungsdatum: 11.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942437820
    Verlag: Osteuropazentrum Berlin Verlag
    Größe: 1065kBytes
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Vom anderen Europa

"Nein, der Kommunismus ist nicht tot"

Bericht über ein halbes Jahrhundert Abwesenheit aus Europa 60

Bald nach Beginn seiner Amtszeit am 20. 12. 2004 erteilte Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu ( 1951) der "Präsidialkommission für die Analyse der kommunistischen Diktatur in Rumänien" unter der Leitung des in den USA als Universitätsprofessor und politischer Publizist tätigen Vladimir Tismaneanu den Auftrag, in einem "Raport Final", "Abschlussbericht", Geschichte, Aufbaustruktur, Einrichtungen, Regierungsmethoden und Verbrechen des Regimes der Rumänischen Kommunistischen Partei nach explizit wissenschaftlichen Verfahren darzulegen. Tismaneanu versicherte sich als Kommissionsvorsitzender der Beteiligung zweier Mitherausgeber - Dobrin Dobrincu, Cristian Vasile - und der Mitarbeit weiterer achtzehn ausgewiesener Geschichtsforscher, denen ein Stab von Fachberatern zur Seite stand. Unter ihnen befanden sich so bekannte Namen wie Constantin Ticu Dumitrescu ( ), Mihnea Berindei, Virgil Ierunca ( ), Monica Lovinescu ( ), Romulus Rusan, Stelian Tânase und Alexandru Zub.

Aus der Bearbeitung der vorhandenen Merkblätter geht hervor, dass gemäß dem Index der "Besucherdichte" auf den vier ersten Plätzen der Gefängnisse die folgenden Namen stehen: Jilava 36,1 %, Gherla 20,3 %, Aiud 16,2 %, Poarta Alba 12,7 %. Die Prozente spiegeln, wohlgemerkt, nicht nur die Größe der Haftniederlassungen wider, sondern auch deren Spezifikum und Dynamik. Das unterirdische Fort Nr. 13 Jilava, nahe Bukarest, mit mehr als einem Drittel führend, war Durchgangs- und Sortierungsstelle für die Gefängnisse inner- und außerhalb des Karpatenbogens und zugleich das "Depot" für Häftlinge in der Voruntersuchungshaft oder in Erwartung des Prozesses in der Hauptstadt. Zum gleichen Gefängnistyp gehörte Rahova. In den großräumigen Gefängnissen Gherla und Aiud in Siebenbürgen wurden Häftlinge mit hohen Strafen untergebracht. Während Gherla vorwiegend von Bauern "bevölkert" war, wurden in Aiud die Lebenslänglichen und "Unverbesserlichen" eingesperrt. Beide Gefängnisse hatten Hinrichtungsstätten. Poarta Alba, Konstanza, Midia, Kap Midia, Peninsula, Castelu, "9 Culme", Cernavoda - mit drei Arbeitspunkten - und "Bacul" als schwimmendes Gefängnis lagen im Donau- und im Küstenbereich des Schwarzen Meeres und waren Arbeitslager. Zusammen mit Periprava und Salcia, ebenfalls an der unteren Donau, gehörten sie zu den härtesten Lagern und wiesen wegen der zermürbenden Arbeitsbedingungen hohe Todesziffern auf. Baia Sprie, Cavnic, Nistru, Borzesli und Bicaz waren Exterminierungsminen und -baustellen , in denen die politischen Häftlinge wie Sklaven arbeiteten. In Kronstadt/Brasov, Galatz, Ramnicu Sarat, Botesani, Pitesti, Craiova, Zeiden/Codlea, Großwardein/Oradea fanden zahlreiche Exekutionen statt. Vacare und Targu Ocna waren Gefängnisse mit Krankenhäusern. In Margineni, Mislea, Miercurea Ciuc lagen die Frauen-, in Targusor, Margineni und Klausenburg/Cluj-Napoca die Minderjährigengefängnisse. Sighet war als Hochsicherheitsgefängnis auf die langsame Exterminierung - Dahinsiechen - der Eliten spezialisiert. In den Verliesen einer mittelalterlichen Burg eingerichtet, war die Festung Fogarasch/Fagaras das Gefängnis für ehemalige Polizisten und Waffen- SS-Angehörige , gelegentlich Durchgangsstelle. Während der letzten Jahre der Diktatur wurden Galatz und Fogarasch/Fagaras anderweitig verwendet. Das Gefängnis Sighet erfuhr dann durch die Bürger-Akademie die Umwandlung in die Gedenkstätte der Opfer des Kommunismus und des Widerstands, die seit 1995 unter der Obhut des Europarates steht. (S. 536 - 537)

Der Lage der ethnisch

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