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In der Südsee Ein klassisches Erlebnis- und Reisebuch (Erinnerungsbericht über Stevensons drei Kreuzfahrten: Tahiti, Hawaii, Samoa und mehr) von Stevenson, Robert Louis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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In der Südsee

Dieses eBook: 'In der Südsee' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Robert Louis Stevenson (1850-1894) war ein schottischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters. Bekannt geworden sind vor allem der Jugendbuchklassiker Die Schatzinsel sowie die Schauernovelle Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde, die sich dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung widmet und als psychologischer Horrorroman gelesen werden kann. Der Erlös aus den Veröffentlichungen war für eine seit längerem geplante Südseereise gedacht, die die Familie Stevenson am 28. Juni 1888 auf dem Schoner 'Casco' in San Francisco antrat. Die Reise führte über die Marquesas-Inseln nach Tahiti und Honolulu auf O?ahu, einer der acht Hauptinseln des Hawai?i-Archipels, wo sie Freundschaft mit König Kal?kaua und dessen Nichte Prinzessin Victoria Ka?iulani schlossen. Stevenson verbrachte dort fünf Monate und gewann durch den König Einblicke in die komplizierten sozialen und politischen Verhältnisse in dieser Region. Als er 1893 nochmals für einige Wochen auf die Inseln zurückkehrte, war die letzte Königin Lili?uokalani gestürzt worden, und das Land stand unter amerikanischem Einfluss. Im Juni 1889 reisten die Stevensons mit dem Handelsschoner 'Equator' zu den Gilbert-Inseln. Im Dezember des Jahres besuchte Stevenson erstmals Samoa, wo er ein Anwesen am Fuß des Mount Vaea, unweit Apia auf der Insel Upolu erwarb. Im Februar 1890 reisten die Stevensons nach Sydney, machten von April bis August eine dritte Kreuzfahrt in der Südsee, kehrten nach Sydney zurück und siedelten im Oktober endgültig nach Samoa über, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. In the South Seas (In der Südsee) ist ein Erinnerungsbericht über Stevensons drei Kreuzfahrten, erschien im Jahr 1896.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 370
    Erscheinungsdatum: 31.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026822790
    Verlag: e-artnow
    Größe: 965 kBytes
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In der Südsee

Erstes Kapitel
Die Landung

Inhaltsverzeichnis

Nahezu vier Jahre ging es mit meiner Gesundheit bergab, eine Zeitlang vor meiner Ausreise glaubte ich, der letzte Abschnitt meines Lebens sei gekommen, und nur Krankenschwester und Totengräber warteten noch auf mich. Man riet mir, ich solle es einmal mit der Südsee versuchen, und ich war nicht abgeneigt, wie ein Geist oder Gespenst in jenen Gegenden aufzutauchen, die mich einst in Jugend und Gesundheit entzückt hatten. Ich charterte also Dr. Merrits Schonerjacht "Casco", ein Schiff von vierundsiebzig Registertonnen, segelte Ende Juni 1888 von San Franzisko ab, besuchte die östlichen Inseln und befand mich Anfang des folgenden Jahres in Honolulu. Der Mut, zu meinem ehemaligen Krankenzimmerleben zurückzukehren, fehlte mir, und so segelte ich von dort mit dem Handelsschoner "Equator", etwas über siebzig Tonnen, südwestlich, verbrachte vier Monate zwischen den Atollen (niedrigen Koralleninseln) der Gilbertgruppe und erreichte Samoa gegen Ende 1889. Zu dieser Zeit begannen Dankbarkeit und Gewohnheit mich an die Inseln zu fesseln, ich hatte neue Kräfte gesammelt, Freundschaften geschlossen und mir neue Interessengebiete gewonnen, die Reisezeit war wie ein Traum verflogen, und ich entschloß mich zu bleiben. Auf einer dritten Fahrt mit dem Handelsdampfer "Janet Nicoll" begann ich mit der Vorbereitung dieses Buches. Werden mir noch mehr Tage geschenkt, so sollen sie dort verbracht werden, wo ich das Leben am angenehmsten und die Menschen am interessantesten fand; die Äxte meiner Schwarzen beginnen bereits das Gelände zu roden für mein zukünftiges Heim, und ich muß lernen, zu meinen Lesern zu sprechen von den fernsten Fernen des Ozeans.

Daß ich auf diese Weise der Behauptung von Lord Tennysons Helden widersprechen mußte, ist weniger absonderlich, als es den Anschein hat. Wenige Menschen, die zu den Inseln kommen, verlassen sie wieder; sie werden grau, wo sie landeten, Palmen beschatten und Passatwinde umfächeln sie bis zum Tode. Sie spielen vielleicht bis zuletzt mit dem Gedanken, die Heimat wieder zu besuchen, aber er wird selten durchgeführt, noch seltener mit Genuß und am seltensten zum zweitenmal. Kein Teil der Welt übt einen bezaubernderen Einfluß auf den Besucher aus, und meine Aufgabe ist es, dem Reisenden am Kaminfeuer einen Begriff zu geben von seinem verführerischen Reiz und das Leben zu Wasser und zu Lande der vielen Hunderttausende zu beschreiben, die teilweise nach Blut und Sprache zu uns gehören und alle unsere Zeitgenossen sind, in Denken und Sitten aber uns so fernstehen wie Rob Roy dem Kaiser Barbarossa oder die Apostel den Cäsaren.

Erste Eindrücke wiederholen sich nie. Die erste Liebe, der erste Sonnenaufgang, die erste Südseeinsel sind einzigartige Erinnerungen, mit jungfräulichem Empfinden aufgenommen. Am 28. Juli 1888 war der Mond um vier Uhr morgens schon eine Stunde untergegangen. Im Osten verkündete sprühender Glanz den Tag, darunter, am Horizont, bildete sich bereits die morgendliche Nebelbank, schwarz wie Tinte. Wir haben alle gelesen von der Schnelligkeit, mit der in niedrigen Breiten der Tag kommen und gehen soll, wissenschaftliche und gefühlvolle Reisende sind sich darüber einig, und hübsche Gedichte singen davon. Sicher wechselt die Dauer mit der Jahreszeit, aber hier ist ein genau beobachteter Fall. Obgleich die Morgendämmerung um vier Uhr begann, war die Sonne nicht vor sechs Uhr aufgegangen, und wir konnten vor halb sechs Uhr die zu erwartenden Inseln nicht von den Wolken am Horizont unterscheiden. Acht Grad südlich brauchte der Tag zwei Stunden, um heraufzukommen. Inzwischen verharrten wir an Deck in stillschweigender Erwartung, die gewöhnliche Erregung vor einer Landung wurde gesteigert durch die Fremdheit der Küsten, denen wir uns damals näherten. Langsam gewannen sie Gestalt in der weichenden Dunkelheit. U

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