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VDR Jemen 1984-1987 - ein DDR-Auslandskader erzählt Zwischen Dschungel, Taiga, Savanne, Wüste und Heimat. von Mosler, Günter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.03.2014
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
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VDR Jemen 1984-1987 - ein DDR-Auslandskader erzählt

Günter Mosler reist als DDR-Auslandskader zwischen 1984-1987 dreimal in die VDR Jemen. Zunächst koordiniert er Arbeiten beim Bau einer Druckerei in diesem vom Islam geprägte und doch auf einem sozialistischen Weg befindlichen Land. Er erhält den Auftrag, weitere Bauprojekte zu beaufsichtigen. Während er das zweite Mal in der VDR Jemen weilt - dieses Mal ist seine Frau zugegen - kommt es fast zum Bürgerkrieg in diesem gleichfalls geteilten Land. Mit einem Schiff werden die DDR-Bürger evakuiert, kehren jedoch Monate später zurück. Mosler erhält vor Ort ständig neue Aufträge, um Baustellen voranzubringen. So lernt er Land und Leute, Schönheiten und Gefahren in diesem arabischen Land kennen. Viele Fotografien aus der damaligen Zeit unterstützen seine Worte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 243
    Erscheinungsdatum: 03.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957440709
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 39117kBytes
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VDR Jemen 1984-1987 - ein DDR-Auslandskader erzählt

KURZER AUSLANDARBEITSEINSATZ IN DER VDR JEMEN

Im Ministerium für Bauwesen der DDR wird mein Arbeitseinsatz in Mosambik gewürdigt und mir wird mitgeteilt, die mosambikanische Seite wünscht meinen Vertrag in Moatize zu verlängern. Angeboten wird mir eine neue Aufgabe als LIMEX-Beauftragter in Kuwait, damit bin ich einverstanden. LIMEX GmbH ist die Abkürzung von Leistungen im Export. Es ist mein stiller Wunsch, eine Aufgabe in einem arabischen Land zu übernehmen. Am 7.3.1983 ist mein erster Arbeitstag bei LIMEX Berlin

Über die Struktur des Betriebes mache ich mir keine Gedanken, er gehört im weitesten Sinne zum Außenhandelsministerium, hier werden Import-Export-Verträge abgeschlossen, Kostenangebote von DDR-Betrieben geprüft und Verhandlungen mit ausländischen Auftraggebern geführt, aber auch Kader für die Außenstellen im Ausland vorbereitet, so meine Erkenntnisse über LIMEX. Diese Vertretungen habe ich bereits in Hanoi, Moskau, Luanda und Maputo kennen gelernt. Es ist eine kaufmännische Aufgabe, vielleicht finde ich daran gefallen. In der Kaderabteilung von LIMEX werde ich registriert, anschließend dem Abteilungsleiter und Parteisekretär vorgestellt, beiden ist nicht bekannt, mich für eine Aufgabe in Kuwait vorzubereiten.

Im Großraum-Büro fühle ich mich wie Falschgeld auf der Börse und weiß nicht, was ich machen soll. Der Angestellte, dem ich zur Seite stehen soll, ist krank. Er müsste aber bald kommen, sagt der Kadermitarbeiter. Nach zwei Tagen trostlosem Gammeln nehme ich in eigener Initiative Kontakt zu einem Genossen auf, der tief in seinem Projekt versunken ist und biete ihm meine Dienste an. Der nette Genosse, anfangs misstrauisch, überträgt mir Aufmaßberechungen für ein Bauvorhaben in Syrien oder Jordanien. Die Arbeitsatmosphäre in diesem Großraum-Büro ist kühl, formell, wenig kameradschaftlich, angesprochen wird man mit "Genosse" auch wenn der Gesprächspartner kein Genosse ist. Das alles passt nicht in mein Weltbild, meine ersten Überlegungen werden wach, die Kurve zu kratzen. Interventionen beim Abteilungsleiter, mir konkrete Aufgaben für mein zukünftiges Aufgabengebiet in der LIMEX-Vertretung in Kuwait zu übertragen, stoßen auf taube Ohren. Bei weiterem Vorsprechen bekomme ich zu hören, dass der Umfang der DDR-Exportleistungen nicht ausreichend ist, um die Außenhandelsvertretung in Kuwait zu erweitern. Ich suche weiter Beschäftigung im Großraum-Büro und werde so für einen längeren Zeitraum mit dem Studium von Projekten, dem Prüfen von Aufmaßen und der Ausarbeitung von Leistungsangeboten für mehrere Leichtbauhallen tätig. Ich bin auf Dienstreise zum VEB Leichtbaukombinat Leipzig, dem ausführenden Betrieb der Hallen im Irak, hin und wieder mal im Handelszentrum Berlin.

Jeden Freitag mache ich Einkäufe von Delikatessen für meine Lieben daheim, die es in der Provinz nicht gibt.

Nach 17:00 Uhr fahre ich mit der Deutschen Reichsbahn nach Zeitz und Montag, in den Mittagsstunden, erscheine ich wieder bei LIMEX. Von Montag bis Freitag bin ich in Friedrichsfelde, in einer LIMEX-Wohnung untergebracht. Dieser Zustand befriedigt mich nicht, Perspektiven sind nicht zu erkennen, weder für eine Aufgabe in Kuwait, noch in einem anderen Emirat. Und in Berlin zu bleiben, kommt für mich nicht in Frage.

Im Mai verstoße ich "grob" fahrlässig gegen das SED-Parteistatut und werde in der Juni-Parteiversammlung mit einem Verweis bestraft. Mein Verstoß ist folgender: Am 16. Mai 1983 etwa 10:30 Uhr am Leipziger Bahnhof, nach einem Besuch beim VEB Leichtbaukombinat, schaue ich zur Informationstafel nach einem Zug nach Berlin zur LIMEX. Mein

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