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Geisterstädte im amerikanischen Westen Minencamps und einsame Highways der Pionierzeit von Kuegler, Dietmar (eBook)

  • Verlag: Semitarius Verlag
eBook (ePUB)
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Geisterstädte im amerikanischen Westen

In den Saloons klimperten die Orchestrions, Can-Can-Girls schwangen ihre Beine. Zigarettenrauch, Whiskeydunst. Berufsspieler schnippten die Pokerkarten über die samtbespannten Tische. Jede Nacht krachen Schüsse. Hinter den bunten Fassaden der Kneipen und Bordelle spielten sich Dramen ab. Jetzt herrscht Stille. Vergessen, verfallen, am Rande alter Postkutschenrouten, die heute ins Nichts führen, liegen die verlassenen Städte. Nichts charakterisiert die amerikanische Lebensart besser. Gold- und Silberrausch, Eisenbahnbau, Landspekulation - vorbei! Gestorbene Träume. Wer sich heute in solche Siedlungen verirrt, geht auf eine Zeitreise und findet Geschichte und Seele Amerikas. Dieses Buch des erfahrenen Amerika-Kenners dokumentiert über 30 charakteristische Geisterstädte des Wilden Westens. Von Montana bis zur mexikanischen Grenze.

Dietmar Kuegler, geb. 1951 in Dolberg (Westfalen) und beheimatet auf der Nordseeinsel Föhr (Schleswig-Holstein) ist Publizist seit 45 Jahren und beschäftigt sich ebenso lange mit der amerikanischen Pionierzeit. Er schrieb fast 60 Bücher und an die 2.000 Artikel und Aufsätze zu diesem Thema. Er hält regelmäßig Vorträge vor deutsch-amerikanischen Institutionen, deutschen Museen und vor amerikanischen Historischen Gesellschaften. Er ist ständiger Mitarbeiter des 'Deutschen Waffen-Journals' und der österreichischen militärwissenschaftlichen Zeitschrift 'Pallasch'. Viele seiner Arbeiten wurden in Frankreich übersetzt, und er schrieb für amerikanische Magazine wie 'Western Pennsylvania History'. 2006 verlieh ihm die Stadt Northfield (Minnesota) für seine Verdienste um die Verbreitung der amerikanischen Pioniergeschichte den 'Lost Spur'. Die Historische Gesellschaft der Stadt ernannte ihn als einzigen Ausländer zum Mitglied der 'James-Younger-Gang' auf Lebenszeit mit dem Recht, an der jährlichen Aufführung des historischen Bankraubs von 1876 teilzunehmen - dem mehrfach ausgezeichneten besten Pionierzeit-Reenactment der USA. Der Sheriff des Rice County (Minnesota) ernannte ihn zum 'Special Deputy'. Für seine Arbeiten zur Justizgeschichte des amerikanischen Westens wurde er von den Texas Rangers und vom FBI mit Abzeichen geehrt. Kuegler ist Verleger und Herausgeber des MAGAZIN FÜR AMERIKANISTIK. Er verfaßte zuletzt die Bestseller 'In der Wildnis die Freiheit - Der amerikanische Pelzhandel' und 'Sucht mein Herz in der Prärie: Jim Bridger, Mountain Man'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945248218
    Verlag: Semitarius Verlag
    Größe: 8164 kBytes
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Geisterstädte im amerikanischen Westen

Vorwort Es sind Klischees, die das 'typische' Amerika beschreiben: Kaugummi, Wolkenkratzer, Cowboys, Straßenkreuzer, Fast Food und tausend Dinge mehr ... Wie alle Klischees enthalten sie ein Körnchen Wahrheit, aber nicht mehr. Tatsächlich gibt es kein 'typisches Amerika'. Dafür ist dieses große Land zu vielfältig, sind seine Menschen zu unterschiedlich. Und doch es gibt etwas, was 'typisch' amerikanisch sein könnte, zumindest eher 'untypisch' für den Rest der Welt. Etwas, das den amerikanischen Charakter, die Lebensart, die Weltsicht der Amerikaner in unvergleichlicher Weise repräsentiert: Es sind die verfallenen, verlassenen Siedlungen inmitten einsamer Wildnis, die sogenannten 'Geisterstädte'. Wer jemals eine verlassene Stadt betreten hat, wird sich der eigenartigen Atmosphäre, der er hier begegnet, kaum entziehen können. Sie umfängt jeden Besucher mit unwiderstehlicher Macht. Es ist eine Faszination des Morbiden, verbunden mit der schwer zu beschreibenden Anziehungskraft, die auch alte Friedhöfe ausüben, und verbunden mit einer Form der Neugier, die in den meisten Menschen vorhanden ist: Man möchte durch die Fenster in anderer Leute Wohnzimmer schauen, man möchte einen Blick in ihre Küchen tun, in ihre Hinterhöfe ... In Geisterstädten kann man dieser Neugier freien Lauf lassen. Niemand kommt und fragt, was der ungebetene Gast treibt. Niemand weist ihm die Tür, versperrt ihm den Weg. Und doch wird man das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Die alten Dielen knarren unter den Absätzen, die Schritte klingen hohl. Der Wanderer erschrickt vor dem eigenen Spiegelbild in den zerbrochenen Fensterscheiben. Sein eigener Schatten scheint ihn zu verfolgen und zu verspotten. Tausend Augen blicken aus Winkeln, Ecken und Ritzen. Verblichene Schilder, Beschriftungen an morschen Holztafeln zeugen von einstiger Geschäftigkeit, von Arbeit und Fleiß. Von Ladenbesitzern, die mit weißen Schürzen stolz hinter ihren wuchtigen Theken standen und ihren Kunden die Waren einpackten. Von Handwerkern, in deren Werkstätten die Drehbänke knarrten, der Hammer auf dem Amboss klirrte. Von Saloonkeepers hinter messingbeschlagenen Tresen, die Brandy in dickwandige Gläser einschenkten. Manchmal stehen nur noch Grundmauern, manchmal nur noch verrottete Reste von Bretterwänden. Manchmal sind die einzigen Spuren menschlichen Lebens ironischerweise rostige Eisenkreuze oder zerbröselnde steinerne Grabplatten auf einem überwucherten Friedhof. Seit hundert Jahren und länger unberührte zerbrochene Flaschen, Metallkessel und Werkzeuge liegen zwischen Salbeibüschen, Mesquite und Yuccapflanzen. Befestigte Straßen gibt es sowieso nicht, hat es meist nie gegeben. Oft sieht man noch die Spuren der Postkutschentrails. Die Ruinen können unendlich viele Geschichten erzählen, und wer gelernt hat, zu beobachten, wer sich eine gewisse Empfindsamkeit, ein Gefühl für Schwingungen, für Energien, wie sie überall da entstehen, wo menschliches Leben konzentriert war, bewahrt hat, bringt sie 'zum Reden'. Darüber hinaus sind Geisterstädte markante Zeugen des 'american way of life', der amerikanischen Alltagskultur - charakteristisch für dieses Volk, das seit seiner Gründung ständig unterwegs ist, die Zukunft zu erobern. Das rastlos nach vorn drängt, selten zurückschaut. Was nicht mehr benötigt wird, lässt man hinter sich. Auch ganze Städte. Einst waren sie erfüllt von hektischem Leben, von Arbeit und Streben. Aber alles geht zu Ende. Alles ändert sich. Ständig. Die einzige Zuverlässigkeit im Leben ist der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. Ein Boom kommt und geht irgendwann - und dann gehen auch die Menschen. Sie eilen der nächsten Chance hinterher. Und sie lassen alles zurück - ganze Häuser, Straßen, Träume. Man kann neu bauen, man träumt neue Träume. Wer will das Alte ... ? Es gibt Tausende von verlassenen Städten im amerikanischen Westen. Manchmal entstanden sie im Gold- und Silberrausch, manchmal waren andere Bodensc

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