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Viva Mexico Im Wirbel der Revolution von Calderón de la Barca, Frances (eBook)

  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Viva Mexico

Sieben stürmische und nervenaufreibende Wochen auf See dauerte es, bis das frisch vermählte Paar Frances und Ángel Calderón de la Barca, von New York kommend, mit Zwischenstopp in Havanna, am 18. Dezember 1839 in Veracruz / Mexiko ankommen. Don Ángel ist der erste Botschafter, der von der spanischen Krone in die junge mexikanische Republik entsandt wurde. Die de la Barcas kommen in ein Land, das sich im Umbruch befindet, in eine Welt, in der es nach der schwer erkämpften Unabhängigkeit von Spanien immer noch brodelt. In Begleitung ihres Mannes, aber auch allein, reist Frances Calderón de la Barca quer durch das Land, auch dorthin, wo Gefahren lauern. Sie nimmt an politischen Ereignissen teil, schließt Freundschaften. In Briefen an ihre Familie und Freunde berichtet sie vom ersten Tag an über ihre spektakulären Erlebnisse und Erfahrungen während ihres zweijährigen Aufenthalts in Mittelamerika. Erstmals auf Deutsch! Frances Calderón de la Barca, geboren 1804, wuchs im schottischen Edinburgh auf. Als ihr Vater, ein angesehener Anwalt, 1830 starb, zog die Mutter mit den Kindern nach Boston, wo sie eine Mädchenschule gründete; Frances arbeitete dort zunächst als Lehrerin. 1836 lernte sie den spanischen Diplomaten Ángel Calderón de la Barca kennen und heiratete ihn 1838. Von 1839 bis 1842 lebte das Ehepaar in Mexiko. Calderón de la Barca war später Botschafter in Washington und ab 1853 spanischer Außenminister. Nach dem Tod ihres Mannes 1861 zog sich Fanny, die kinderlos blieb, in ein Kloster zurück, später wurde sie Hofdame der Infantin Isabel de Borbón. Sie starb 1882 im Königspalast in Madrid. Klaudia Ruschkowski, geboren 1959 in Dortmund, lebt in Volterra, Italien und in Berlin. Sie ist Dramaturgin, Autorin, Kuratorin und Übersetzerin. Sie übersetzte aus dem Italienischen und Englischen, zuletzt Etel Adnan, Guiseppe Zigaina und Vincenco Latronico. Susanne Gretter, studierte Anglistik, Romanistik und Politische Wissenschaft in Tübingen und Berlin. Sie lebt und arbeitet als Verlagslektorin in Berlin. Sie ist Herausgeberin der Reihe 'Die kühne Reisende'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843805445
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 704 kBytes
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Viva Mexico

VORWORT

"Ich weiß wirklich nicht, ob ich mich freuen soll, nach Mexiko zu gehen, oder nicht", schreibt Frances Calderón de la Barca am 23. April 1839 aus New Brighton auf Staten Island an den befreundeten Fuhrunternehmer Allyne Otis. "Es scheint mir wie das Ende des Lebens mit meiner eigenen Familie - denn anschließend wird unsere Bestimmung wohl Europa sein." Wenige Wochen zuvor hatte Don Ángel Calderón de la Barca, der erst im Frühjahr 1838 als bevollmächtigter Gesandter der Spanischen Königin in Washington bestätigt worden war, die Nachricht erhalten, man habe ihn für eine wichtigere Aufgabe ausersehen: als ersten Gesandten Spaniens in Mexiko, der ehemaligen Kolonie, die mit Waffengewalt ihre bereits 1821 deklarierte, doch vom Mutterland lange nicht anerkannte Unabhängigkeit erkämpft hatte. Ende April scheint die Sache besiegelt, und Frances berichtet Otis in einem Brief vom 7. Mai, sie habe bereits einen spanischen Priester gefunden, bei dem sie die Sprache lernt - was ihr, wie sie bemerkt, nicht schwerfällt. Sie kündigt Otis auch schon an, dass sie beabsichtige, "lesenswerte" Briefe aus Mexiko zu schreiben.

Frances' Leben hat sich in kurzer Zeit sehr verändert. Erst vor sieben Monaten, am 24. September 1838, war die dreiunddreißigjährige protestantische Schottin in New York von einem römisch-katholischen Geistlichen mit dem vierzehn Jahre älteren spanischen Diplomaten Ángel Calderón de la Barca getraut worden. Doch die kluge, lebenslustige und selbstbewusste Fanny, wie sie von Kindheit an genannt wird, wäre nicht sie selbst, hätte sie den neuen Möglichkeiten, die sich hier ergaben, nicht sogleich das Beste abgewinnen und sich auch an der Aussicht auf ein Reiseabenteuer freuen können. Die Rolle, die sie darin spielen wird, kommt in einem Brief ihrer Bostoner Freundin Mary Appleton vom 26. Mai 1839 zum Ausdruck: "Fanny Calderón ist nach Mexiko beordert worden, mit ihrem Don, hat aber über den Zeitpunkt der Abreise noch keine genaue Auskunft."

Ende August erhält Calderón aus Madrid eine Kopie des Anerkennungsvertrags von Mexiko als unabhängiger Nation. Die beiliegenden Instruktionen weisen ihn an, gemeinsame kulturelle und religiöse Traditionen zu befördern, dabei strikte Neutralität zu wahren, sich nicht in innenpolitische Angelegenheiten zu mischen und stets daran zu denken, dass sich die fragilen Machtverhältnisse innerhalb der mexikanischen Parteien jederzeit ändern können. Fanny tritt Calderón und seiner Mission zuliebe zum Katholizismus über. Sie muss lernen, ihre protestantische Herkunft zu verbergen und sich nach außen hin als überzeugte Katholikin zu zeigen. Der Aufbruch kann so lange hinausgezögert werden, bis die heißesten Monate und damit die Gelbfieberschübe im tiefgelegenen Veracruz, dem wichtigsten Atlantikhafen am Golf von Mexiko, wo man an Land gehen soll, vorüber sind. Am 27. Oktober 1839 ist es soweit: Fanny und Calderón verlassen New York auf dem Paketschiff "Norma" in Richtung Havanna, am Ufer viele, "von denen der Abschied uns wahrhaft schwerfiel". Lang hält die wehmütige Stimmung jedoch nicht vor. Fanny macht sich daran, das Schiff zu erforschen, erste Einzelheiten der Reise aufzuzeichnen und ihre Mitreisenden auf die ihr eigene pointierte, mitunter scharfzüngige Art zu charakterisieren.

Fanny wurde als Frances Erskine Inglis am 23. Dezember 1804, einem Sonntag, als fünftes von neun Kindern in ihrem Elternhaus in Edinburgh geboren. Ihr Vater William Inglis war Anwalt und führte die 1761 von seinem Vater Laurence begründete Kanzlei. Fannys Mutter Jane Inglis, geborene Stein, stammte aus einer angesehenen Unternehmerfamilie. Beide Eltern legten Wert auf Titel und Verbindungen und führten ein offenes Haus in 49 Queen Street, wozu auch die temperamentvollen Tanzvergnügen zählten, durch die Jane Inglis ihre Töchter in die Gesellschaft einführte. Da Platz für einen Schulraum vorhanden war, wurden alle Kinder

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