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Bulli! Freiheit auf vier Rädern von Kreutzkamp, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2020
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
18,99 €
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Bulli! Freiheit auf vier Rädern

Vor 70 Jahren lief das erste Modell des VW-Bullis vom Band und avancierte schnell zum Kultfahrzeug. Hippies und Globetrotter suchten mit ihm das Glück in der Ferne, darunter auch Dieter Kreutzkamp und seine Frau: Etwa 500.000 Kilometer sind sie mit den verschiedenen Bulli-Modellen durch die ganze Welt gereist und haben dabei unglaubliche Abenteuer erlebt und zahlreiche Gleichgesinnte getroffen. Deshalb widmet Dieter Kreutzkamp diesen Band nicht nur dem beliebtesten Bus der Welt, sondern auch den Menschen, die sich für ihn begeistern: Bulli-Fans von damals und heute erzählen von ihren Erfahrungen und gehen der eigenen Faszination auf den Grund. Eine Liebeserklärung für alle Nostalgiker, Bastler und Reiselustigen.

Dieter Kreutzkamp, Jahrgang 1946, ist als Abenteurer, Autor und Fotograf eine feste Größe in der Globetrotter-Szene. Seit den Siebzigerjahren hat er unzählige Reisen in alle Welt unternommen, vor allem nach Kanada und Alaska. Über seine Reiseerfahrungen schrieb der fundierte Kenner vieler Länder bereits zahlreiche Erfolgstitel. Bei MALIK National Geographic erschien zuletzt 'Mitternachtssonne über Alaska'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 02.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492996136
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 122039 kBytes
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Bulli! Freiheit auf vier Rädern

Prolog
Bulli zu verschenken!

Kathmandu, 1977: In wenigen Tagen werden wir unserem abenteuerlichen Leben eine neue Richtung geben. 777 Tage ist es her, dass Juliana und ich im Bulli von daheim aufgebrochen sind, unsere Familien, die Berufe, kurz, das alte Leben komplett hinter uns gelassen haben.

Mehr als zwei Jahre lang war der T1 unser Zuhause. Zweimal haben wir mit ihm Afrika durchquert, haben uns später im bitterkalten Winter über verschneite Pässe durchs wilde Afghanistan vorgearbeitet und dann über Indien und Ceylon zum Himalaja-Staat Nepal durchgeschlagen.

Es fällt schwer, uns hier in Kathmandu von unserem Bulli Methusalem zu trennen.

Doch unser nächstes Ziel ist Australien. Manche Grenzen dorthin sind für Autoreisende geschlossen, und die Inseln Asiens mit dem Auto zu bereisen wäre kompliziert, vor allem aber wegen der Schiffspassagen zu teuer ...

Wir hatten über den Verkauf unseres T1 nachgedacht. Vermutlich hätte das geklappt - allerdings nicht legal. Und das wollen wir nicht. Um die offiziellen Ausreisestempel in unsere Papiere zu bekommen, haben wir uns entschieden, den Bulli der nepalesischen Zollbehörde zu schenken. Eine durchaus übliche Praxis in diesen Tagen.

Gestern Abend haben wir unseren ganz persönlichen Abschied vom Bulli zelebriert: stilvoll mit Kerzen und Blumen. Dazu gab es gebratenen Reis mit Zwiebeln, Erbsen, Paprika und Karotten. Ein würdiger Festschmaus für Globetrotter, die gut zwei Jahre am Stück on the road sind. Zur Feier des Tages haben wir uns statt Tee etwas Stärkeres gegönnt: Kukri Special, einen Schnaps, so scharf wie ein Gurkha-Messer. Kostenpunkt laut Julianas akribisch geführter Einkaufsstatistik: 2 Mark 64 Pfennige.

Zwanzig Stunden später: Wir hocken auf dem Fußboden unseres leer geräumten T1 und machen eine letzte Bestandsaufnahme. Die originalen Westfalia-Sitzbänke und -Schränke habe ich heute Morgen ausgebaut und für umgerechnet 100 Mark an andere Traveller verkauft. Auch vieles andere haben wir verhökert: die schweren Sandbleche, den in Afrika immer wieder zusammengebrochenen und geschweißten Dachgepäckträger. Selbst die selten benutzte klobige Eberspächer-Standheizung fand einen Abnehmer.

 

Dort, wo während unzähliger Reisekilometer unsere rot bezogene Westfalia-Sitzbank stand, sieht man jetzt auf das nach innen gewölbte metallene Halbrund der Reserveradhalterung. Ich schieße mit meiner Minolta-Spiegelreflexkamera noch schnell ein Selbstauslöserfoto von uns beiden inmitten dieses Idylls. Vielleicht erwartet man in diesem Moment Abschiedsschmerz. Natürlich: Wir wissen, dass wir mit diesem Bulli ein besonderes Kapitel unseres Lebens geschrieben haben. Unvergesslich zwar ... Jetzt aber blicken wir nach vorn!

Am Tag darauf geht eine Nachricht der nepalesischen Zollbehörde bei uns ein: Man ist auf unsere Anfrage hin bereit, unseren T1, Baujahr 1961, kostenfrei zu übernehmen. Als Gegenleistung erhalten wir den offiziellen Ausreisestempel in das internationale Zolldokument Carnet de Passages.

Am 9. Juni 1977 liefern wir unseren VW-Bus beim Zollamt am Flughafen von Kathmandu ab. Bei der Schlüsselübergabe kriege ich dann doch weiche Knie. »Keine Sentimentalitäten!«, rufe ich mich zur Ordnung und fasse Julianas Hand.

Als wir am 12. Juni in der Propellermaschine nach Rangun in Burma sitzen und einen letzten Blick auf das Zollgelände mit dem einsamen Bulli erhaschen, wische ich mir verstohlen eine Träne aus dem Auge.

 

Über vierzig Jahre ist das her. Born to be free war schon damals das Motto unseres Lebens, Mobilität und Freiheit unser Lebenselixier. Und derjenige, mit dem wir die ersten großen Abenteuer unseres Lebens erlebt haben, spielt noch immer eine zentrale Rolle: der Bulli, egal ob als T1, T2, T3, T4 oder T5.

Als wir kürzlich in Argentinien am Aconcagua standen, dem höchs

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