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Flieger über den sechsten Erdteil Meine Südpolarexpedition von Byrd, Richard E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2014
  • Verlag: Edition Erdmann
eBook (ePUB)
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Flieger über den sechsten Erdteil

Als Richard Evelyn Byrd 1928 zu seiner ersten Antarktis-Expedition aufbricht, hat er die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit, denn die bereits in der Vorbereitung kostspielige Forschungsreise wird von bekannten öffentlichen Personen wie Edsel Ford sowie von der New York Times und der National Geographic Society unterstützt. Byrds Reise wird entbehrungsreich und abenteuerlich: Komplikationen während eines Umrundungsversuchs des Südpols in einer dreimotorigen Floyd Bennett sind nur eines von vielen Problemen, denen sich der Entdecker auf seiner Expedition stellen muss. In seinem Expeditionsbericht sind nicht nur diese außergewöhnlichen Schwierigkeiten festgehalten: Byrd beschreibt ausführlich die akribischen Vorbereitungen der Reise, den Alltag im Basislager auf dem Ross-Schelfeis und die vielen Erkundungstouren durch das ewige Eis, sodass vor den Leseraugen ein farbiges und lebendiges Bild von der Forschungsreise entsteht. Mit zahlreichen Abbildungen. Richard Evelyn Byrd (1888-1957) wurde in Virginia geboren. Er war Konteradmiral der amerikanischen Marine und ein bedeutender Polarforscher. Seine Antarktisexpedition sorgte weltweit für Aufsehen, da sie nicht nur zum ersten Mal mit dem Flugzeug durchgeführt worden war, sondern über die auch live durch einen Reporter der New York Times berichtet wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 13.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843804172
    Verlag: Edition Erdmann
    Größe: 6675 kBytes
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Flieger über den sechsten Erdteil

II.
PLAN, VORBEREITUNG UND AUFGABE
DER PLAN
Das Land um den Südpol reizt mich schon seit langer Zeit. Diese Sehnsucht deckt sich mit den Namen von Scott und Peary, die ich in meiner Jugend oft zu hören bekam. Der Wunsch, dorthin zu gehen, nahm mit den Jahren immer festere Gestalt an, zumal seitdem ich mich der Fliegerei widmete. Aber erst am 10. Mai 1926 enthüllte ich meine geheimen Pläne. Dieser Tag wird meinem Gedächtnis nicht so leicht entschwinden, denn die zwei Freunde, die mein Geheimnis teilten, ruhen in kühler Erde. Sie haben das Leben geopfert, als sie Kameraden zu retten versuchten.
Das war der Abend, als ich mit Floyd Bennett auf Spitzbergen beisammensaß. Vor wenigen Stunden hatten wir den Polflug beendet. Matt und froh waren wir ins Standlager zurückgekehrt, wo uns Kapitän Amundsen und Lincoln Ellsworth begrüßten, die demnächst mit der "Norge" nach Alaska fliegen wollten. Nach dem vorzüglichen Abendessen plauderten wir. Amundsen und ich rückten zusammen.
"Nun, Byrd, was kommt jetzt daran?", fragte er lächelnd. Halb im Ernst, halb im Scherz erwiderte ich: "Der Südpol." Amundsen wurde gleich sehr ernst.
"Ein gewaltiges Vorhaben; aber ausführbar", sagte er. "Sie sind auf dem richtigen Weg, denn die Zeiten ändern sich. Die Zukunft gehört dem Luftfahrzeug. Nur mit ihm lässt sich die Antarktis erobern. Also hören Sie zu!" Und damit begann er, mich zu beraten, eingehend und bedachtsam, als ob er noch inmitten seines Zuges zum Südpol steckte. Er schlug verschiedene Norweger vor, bot mir seine Ausrüstung an und empfahl ein gutes Schiff, den "Samson", der später in "City of New York" umgetauft wurde.
Er warnte mich davor, mich allzu sehr auf meine Leute zu verlassen. "Da unten im Eis gehört der Mensch zu den zweifelhaften Einsätzen. Die beste Vorbereitung kann durch einen Unfähigen oder Minderwertigen zunichtegemacht werden." Ähnlich, wenn auch mit anderen Worten, sprach ein hervorragender leitender Teilnehmer an Scotts letzter Fahrt: "Der erste Mann, der Ränke spinnt, verdient den schlimmsten Tod, den man sich ausdenken kann." Ein anderer Forscher meinte: "Wer sich gemein und unkameradschaftlich benimmt, sollte sofort mit Handschellen gefesselt werden, die ihm erst nach der Heimkehr abgenommen werden." Ein hartes, aber wohl notbefohlenes Gesetz des Eises. Der wackere Mann ist hier unbezahlbar. Der Schweinehund verrät sich bald; und seine Gefährten werden den Tag verfluchen, an dem er geboren wurde.
DIE VORBEREITUNG
Den Aufbau konnte ich erst nach der Beendigung des atlantischen Fluges beginnen. Es dauerte einige Monate, bis wir einen Generalstab einrichten konnten. Die erste Rüstkanzlei bestand aus einem kleinen Zimmer im fünfzehnten Stock des Putnam-Gebäudes zu New York Sie enthielt Schreibtisch, Maschine, Briefablage und ein paar Stühle. Das war mitten im Winter 1927/28. Einige Wochen später mussten wir uns schon in größeren Räumen ausbreiten, die uns John McEntee im Hotel Biltmore zur Verfügung stellte. Ein Stab von Helfern unter meinem Geschäftsführer Brophy fahndete auf der ganzen Welt nach dem hochwertigsten Rüstzeug. Ich befasste mich derweilen mit der so peinlichen Geldbeschaffung, in der ich erst nach meiner Abreise von Kapitän Railey abgelöst wurde, einem ehemaligen Offizier des Landheers. Er war zugleich mein persönlicher Vertreter. Nie fand ich einen gewissenhafteren Mitarbeiter.
Im Frühjahr 1928 waren wir zu einem Großb

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