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Fräulein Draußen Wie ich unterwegs das Große in den kleinen Dingen fand von Heckmann, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
12,99 €
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Fräulein Draußen

Kathrin Heckmann ist 'Fräulein Draußen', Deutschlands bekannteste wandernde Bloggerin. Ihre Leidenschaft fürs Draußensein wurde eines Tages so groß, dass sie ihren Job als Marketing-Managerin aufgab und beschloss, das Wandern und Reisen zu ihrem Beruf und Alltag zu machen. Dabei müssen es aber nicht die höchsten Gipfel oder die weitesten Wege sein. Unterwegs sein, frei sein, glücklich sein ist das, was ihr wirklich wichtig ist. Und das sucht und findet 'Fräulein Draußen' auf einer 1.000 km langen Fernwanderung in Australien genauso wie auf einem Kurztrip nach Brandenburg. Ihr Buch erzählt mitreißend von der Reise einer jungen Frau, die in Wanderschuhen nicht nur zu sich selbst, sondern vor allem auch zur Natur fand. Und alles begann, als sie dem Ruf einer Eule in die nächtliche Wüste folgte ...

Kathrin Heckmann ist Chef-Abenteurerin des Blogs 'Fräulein Draußen', der zu den erfolgreichsten Outdoor-Reiseblogs im deutschsprachigen Raum zählt. Dort schreibt sie seit 2013 über ihre Reisen, Wanderungen und Erlebnisse in und mit der Natur. Zuvor studierte die Autorin Kommunikationswissenschaft, Journalismus und Skandinavistik an der Universität Wien und arbeitete anschließend einige Jahre als Marketing- und Medienspezialistin für große Konzerne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 15.06.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843722667
    Verlag: Ullstein
    Größe: 9750 kBytes
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Fräulein Draußen

Kapitel 1

DER RUF DER EULE

Ich weiß nicht mehr, ob ich langsam aus dem Schlaf erwacht oder doch nie richtig eingeschlafen war. Letzteres wäre gut möglich gewesen, denn meine günstig erstandene Isomatte war für passionierte Seitenschläfer wie mich nur bedingt geeignet, und meine Hüftknochen waren bereits mit schmerzhaften Druckstellen übersät. Jeder seitenschlafende Mensch, der schon mal in einem Zelt genächtigt hat, kennt ihn wohl, diesen Schmerz. Und die endlosen Diskussionen mit sich selbst darüber, ob man denn nicht auch einfach Rückenschläfer sein oder sich zumindest auf den Bauch drehen könne, so wie andere Menschen es ja auch ohne Probleme tun. Aber wenn man es dann versucht, stellt man ziemlich schnell fest, dass man in Sachen Schlafposition einfach keine Wahl hat. Man ist und bleibt, wer man nun mal ist. Also rollt man sich, geplagt von Hüftschmerzen und Müdigkeit, wieder auf die Seite - aber immerhin auf diejenige, auf der die Druckschmerzen etwas weniger schlimm sind, weil man letzte Nacht auf der anderen geschlafen hat. Und hofft, dass die Erschöpfung den Kampf schnell gewinnt und einen zumindest bis zum ersten Morgengrauen halbwegs in Ruhe schlafen lässt.

Meine Freundin und Reisebegleitung Marie lag neben mir und sah schon wieder bestens erholt aus. Sie schlief jede Nacht tief und fest, denn sie besaß eine dieser gelben, fröhlich vor sich hin knisternden Hightech-Isomatten, die sich wohl jeder seitenschlafende Mensch irgendwann in seinem Leben zulegt, wenn er vorhat, öfter mal im Zelt zu nächtigen. Heute, rund sieben Jahre nach dieser Reise, besitze ich schon die zweite davon, und dazu noch eine wärmere Variante, die auch für Minusgrade geeignet ist. Aber damals wusste ich es noch nicht besser, denn um die eigene Schlafposition macht man sich eben normalerweise nur relativ wenige Gedanken.

Ich hatte mir jedenfalls bis dahin wenig den Kopf darüber zerbrochen. Und im Zelt geschlafen hatte ich auch erst ein paarmal, während einiger Campingplatz-Urlaube und dem einen obligatorischen Festivalbesuch. Ich war damals 23 Jahre alt, hatte gerade die Uni beendet, und es war meine erste große Reise. Das erste Mal ganz weit weg von allem, was ich bisher kannte oder zu kennen geglaubt hatte. Das erste Mal eine richtig große Reisetasche packen, in einen richtig großen Flieger steigen und richtig lange fliegen - mit unglaublicher Aufregung im Gepäck. Und nur kurze Zeit später lag ich in einem Nationalpark im Südwesten der USA die halbe Nacht wach, weil ich mich einfach nicht mehr entscheiden konnte, welche der beiden Hüften weniger wehtat. Und dann hörte ich es.

»Huh.«

Mit einem Mal war der Schmerz in meinen Hüftknochen so weit weg, wie er nur sein konnte.

»Huh.«

Ich lag ganz still, den Blick starr an die Zeltdecke gerichtet, weil man in Momenten, in denen man unbedingt etwas ganz genau hören möchte, aus irgendeinem seltsamen Grund noch nicht einmal wagt, die Augen zu bewegen.

»Huh.«

Zweifelsfrei. Da draußen war eine Eule, direkt neben dem Zelt, das Marie und ich mitten in der wüstenartigen Einöde des Bundesstaates Utah aufgestellt hatten - und ich war plötzlich ziemlich aufgeregt.

»Huh.«

Langsam setzte ich mich auf und war zum ersten Mal froh darüber, dass ich keine dieser besagten Isomatten hatte, die bei jeder Bewegung laut knisterten. Ich fuhr mit der Hand den Reißverschluss entlang, bis ich den kleinen Schieber ertastete, und zog ihn langsam auf, Zahn für Zahn, in der Hoffnung, gleichzeitig leise und doch schnell genug zu sein, um einen Blick auf das fremde, aber gleichzeitig seltsam vertraute Wesen zu erhaschen. Doch als der Spalt in der Zelttür groß genug war, konnte ich gerade noch den dunklen, geflügelten Schatten sehen, der sich von dem knorrigen Bäumchen neben unserem Zelt erhob. Er schwebte genauso lautlos wie farblos in die Nacht davon und ließ mich gleiche

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