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Unterwegs sein ist mein Leben Geschichten aus aller Welt von Rohrbach, Carmen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2014
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Unterwegs sein ist mein Leben

'In der ganzen Welt bin ich zu Hause, und Bayern ist mein Basislager.' Carmen Rohrbach hat unzählige Länder bereist, meist zu Fuß, oftmals begleitet von Kamelen, Eseln oder Pferden. Stets pflegt sie die Sprachen der bereisten Länder zu lernen, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Mit Adlerjägern im Altai- Gebirge, Sherpas im Himalaja und Bauern in der Eifel. Carmen Rohrbach reist mit unbändiger Neugier, aber nie ohne Respekt vor dem Fremden; furchtlos, aber ohne Leichtsinn. Mit ihren schönsten Geschichten von unterwegs lässt Carmen Rohrbach ferne und nahe Welten in ihrer faszinierenden Vielfalt aufleuchten.

Carmen Rohrbach, geboren in Bischofswerda, ist Entdeckerin aus Leidenschaft. Sie studierte Biologie in Greifswald und Leipzig und schloss mit der Promotion in München ab. Ihre Reisen führten sie nach Südamerika, Afrika, Asien und Arabien, auf dem Jakobsweg durch Frankreich und Spanien und entlang der Isar durch Bayern und Österreich, stets auf der Suche nach intensiven Begegnungen und Naturerlebnissen. Heute ist sie die beliebteste Reiseschriftstellerin Deutschlands, dreht Dokumentarfilme, schreibt für Zeitschriften und hält Vorträge über ihre Reisen. Mit ihren persönlich geschriebenen Reiseberichten hat sie sich inzwischen eine große Fangemeinde erworben. Bei MALIK und MALIK NATIONAL GEOGRAPHIC erschienen mehr als zehn Bücher von Carmen Rohrbach, darunter der Spiegel-Bestseller 'Unterwegs sein ist mein Leben'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 14.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492960519
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 45315 kBytes
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Unterwegs sein ist mein Leben

GRIECHENLAND

Klöster, die im Himmel schweben

Die Felsen von Meteora waren in Deutschland nahezu unbekannt, als ich an Ostern im Jahr 1978 dorthin reiste. Kletterfreunde aus München, die diese bizarre Felsenlandschaft erschlossen hatten, luden mich ein, sie zu begleiten. Das Klettern an den bislang unbestiegenen Felswänden war eine spannende Erfahrung und eine ungewöhnliche Herausforderung. Beeindruckt haben mich die Klöster, die auf den Felsgipfeln gebaut wurden, und die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Ein besonderes Erlebnis war es für mich, die Osterbräuche zusammen mit den Griechen feiern zu dürfen.

Es knistert und glüht im dürren Geäst. Hohe Reisighaufen wurden aufgeschichtet und angezündet. Mit Holzknüppeln schlagen Männer in die Flammen, damit sie nicht zu hoch lodern. Herausleckendes Feuer wird mit Wassergüssen gelöscht. Graue Rauchschwaden schweben über dem kleinen Ort Kastraki und verhüllen die Felskulisse von Meteora. Immer wieder legen die Männer neue Zweige dazu. Es braucht viel Glut, um die Lämmer zu grillen. Balken werden im Geviert gelegt und daran Spieße befestigt, an denen die Osterbraten hängen. Nun beginnt die Hauptarbeit. Drei bis vier Stunden müssen die abgehäuteten Tiere über der glühenden Asche gedreht werden. Jede Familie hat ihren eigenen Bratplatz, an dem die Angehörigen sich beim Drehen des Festschmauses abwechseln.

Der Anblick der aufgespießten Tierkörper erschreckt mich, als würde ich ein archaisches Ritual beobachten, eine kannibalische Opferszene. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich von dem Braten kosten werde; schon der Geruch nach Fett und geschmortem Fleisch verdirbt mir den Appetit. Aber den freundlichen Zurufen der Griechen kann ich mich nicht entziehen. Ich werde eingeladen, beim Drehen mitzuhelfen, und gebe mir Mühe, damit das Osterlamm gleichmäßig goldbraun brät. Zum Lohn schenkt man mir Ouzo ein, den köstlichen Anisschnaps. Die Großmutter trägt einen bis zum Rand mit knallroten Ostereiern gefüllten Korb herbei. Ich soll meine Fähigkeit beim »Kicken« unter Beweis stellen. Sieger wird der, dessen Ei beim Aneinanderschlagen nicht zerbricht. Ringsum frohe Heiterkeit. Die Kofferradios sind auf volle Lautstärke gestellt und dudeln griechische Musik. Und immer wieder Ouzo. Die frische Frühlingsluft, das helle Sonnenlicht, die blühenden Gärten und die fröhlichen Menschen vermischen sich für mich zu einem Erlebnis, das ich für immer mit Griechenland verbinde.

Die Felsen von Meteora, an deren Fuß Kastraki liegt, befinden sich östlich des Pindosgebirges im Nordwesten der Thessalischen Tiefebene. Die höchsten Felsen ragen über 300 Meter empor. Sie bestehen aus Konglomerat, das ist Sandstein, der mit kiesel- bis metergroßen Steinen durchsetzt und fest verbacken ist. Vor etwa 25 Millionen Jahren transportierte ein wilder Bergstrom Massen von Geröll heran und häufte es hier auf. Bei späteren Gebirgsbildungen geriet die Aufschüttung unter Druck und verfestigte sich zu einer einzigen Felsmasse. Durch Spannungen entstanden Bruchlinien, an denen später die Erosion ansetzte. Wasser und Wind zerklüfteten das Gestein und modellierten diese einmalige Felsenlandschaft.

Beim ersten Morgenlicht bin ich unterwegs. Das Dorf Kastraki erwacht gerade. Ältere Frauen in schwarzen Kleidern und mit schwarzen Kopftüchern treten als Erste aus dem Haus. Sie versorgen die Hühner, beladen Esel mit Säcken, Wasserkrügen und Hacken, dann machen sie sich auf zu ihrer Arbeit in den Gärten und auf den Feldern. Die Wege außerhalb der Ortschaft sind gesäumt von blühenden Obstb&a

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