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Spartacus Berlin Gay Guide 2014 (Deutsche Ausgabe/German Edition) von Bedford, Briand (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2014
  • Verlag: Gmünder
eBook (ePUB)
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Spartacus Berlin Gay Guide 2014 (Deutsche Ausgabe/German Edition)

Seit 1981 erfreut sich unser schwuler Berliner Reiseführer Berlin von hinten großer Beliebtheit in der Szene. Da unser Guide mittlerweile mehr und mehr auch von internationalen Lesern angenommen wird, wollen wir dem auch mit einem neuen Titel Rechnung tragen. Berlin wird immer internationaler und zieht junge Menschen aus aller Welt an. Daher wird aus Berlin von hinten der Spartacus Berlin Gay Guide. Der Guide liefert viele Gründe, einen Berlin-Besuch zu machen. Sex, Events, Kultur, Sehenswürdigkeiten, Shopping in dieser Fülle ist das in Deutschland nur in dieser Stadt zu erleben. Hier findet man im Anschluss an den Texten zu den jeweiligen Themen eine Adressenliste von Geschäften und Locations, die es zu besuchen gilt. Auch Stadtteilkarten verhelfen hier dem Leser zum Durchblick in der Metropole. Man findet auch alle wichtigen Adressen zu Übernachtungsmöglichkeiten, Touristen-Infos, Fahrplan des öffentlichen S- und U-Bahn-Netzes, schwule Presse, Ärzte usw.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 16.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867877985
    Verlag: Gmünder
    Größe: 12801 kBytes
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Spartacus Berlin Gay Guide 2014 (Deutsche Ausgabe/German Edition)

Die (schwule) Geschichte Berlins: Wie es wurde, was es ist und gleich drei Coming Outs hatte

Es hat vermutlich weniger mit der berühmten Berliner Luft, Luft, Luft zu tun als mit der Tradition von Toleranz. Diese prägt die Stadt seit der Besiedlungspolitik des Großen Kurfürsten nach dem Dreißigjährigen Krieg. Mit dem Mauerfall hinzugekommen sind das Gefühl gewonnener Freiheit und die gewaltigen Leerräume vor allem im Ostteil der Stadt, die es zu füllen und zu nutzen gilt. Ob in Berlin heute in schwuler Hinsicht mehr los ist als in den viel zitierten Goldenen Zwanzigern, lässt sich schwer sagen.

Top Five der bekanntesten Berlin-Zitate

Selbst für einen kurzen Abriss der Berliner Geschichte reicht der Platz nicht, aber vielleicht geben einige Zitate einen Eindruck von der Bedeutung der Stadt.

"Jeder soll nach seiner Façon selig werden." Friedrich II, König in und von Preußen, 1740

"Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!" Ernst Reuter, Oberbürgermeister, 1948

"Ick bin ein Berliner!" John F. Kennedy, US-Präsident, 1963

"Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!" Ronald Reagan, US-amerikanischer Präsident, 1987

"Ich bin schwul – und das ist auch gut so!" Klaus Wowereit, Anwärter für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, 2001

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit , gerade wegen seiner Offenheit Integrationsfigur für die allermeisten Berliner, ist ein Beweis dafür, dass Schwule heute eine ganz andere Rolle in der Gesellschaft spielen – zumindest in Berlin. Und sie nutzen diese Stellung recht aktiv und tragen so ganz sicher nicht unerheblich zum spannenden Image der Stadt bei. Wowereit, liebevoll Wowi genannt und auch selbst dem Party feiern nicht abhold, schreibt schon mal das Grußwort zur Folsom und hält die stante pede darauf folgenden Angriffe der Opposition lächelnd aus. Das ist gelebte Toleranz.

Doch gehen wir erst einmal ein paar Jährchen zurück, Berlin als schwule Metropole hatte ihr erstes Coming Out Ende des 19. Jahrhunderts. Magnus Hirschfeld gründete 1897 das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK) und kämpfte gegen die Diskriminierung Homosexueller. 1919 eröffnete er das Institut für Sexualwissenschaft, es wurde zum zentralen Ort für alle sexualreformerische Arbeit, es war Beratungsstelle und Zufluchtsort für Menschen mit Sexualproblemen und diente darüber hinaus der Information interessierter Laien und der Fortbildung von Medizinern.

Es wurde in Berlin natürlich nicht nur akademisch theoretisiert und diskutiert, sondern auch ordentlich gefeiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es schon fast 40 einschlägige Etablissements, Tendenz steigend. Rund um den Nollendorfplatz schlug das Herz der Szene, mitten im Gewimmel André Gide, Francis Bacon oder auch Christopher Isherwood , der eine zeitlang Nollendorfstr. 17 wohnte, wo auch heute noch eine Gedenktafel an den Schöpfer der Vorlage von "Cabaret" erinnert.

Mit der allgemeinen Party war schnell Schluss, als die Nazis an die Macht kamen, die Zehntausende Schwule in Konzentrationslagern vergaste. Das Institut für Sexualwissenschaft wurde geplündert, die Bestände der Bibliothek und die Schriften Hirschfelds wurden mit anderen Büchern "undeutschen Geistes" verbrannt, das WhK aufgelöst.

Nach dem Ende des 1000-jährigen Reiches feierte man im Mief der Fünfziger privat und traute sich erst langsam wieder aus den Schränken.

Szenen aus "Nicht der Homos

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