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Madrid. Eine Stadt in Biographien MERIAN porträts von Berg, Wolfhart (eBook)

  • Verlag: Merian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
eBook (ePUB)
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Madrid. Eine Stadt in Biographien

Madrid. Eine Stadt in Biographien - Eine Stadt wird nicht nur von Gebäuden und Straßenzügen geprägt, die Identität von Madrid entsteht erst mit den Geschichten seiner Bewohner. Denn was wäre die Stadt ohne Felipe II, Francisco de Goya oder Javier Bardem? 20 ausgewählte Biographien zeichnen ein lebendiges, historisches wie auch aktuelles Bild der Stadt. Die Porträts werden durch Adressen ergänzt, die eine Stadterkundung auf den Spuren der porträtierten Personen ermöglichen. Dieser Band umfasst Porträts von: Isabel I, Carlos I, Felipe II, Miguel de Cervantes, Felix Lope de Vega, Diego Velazquez, Francisco de Goya, Cayetana de Alba, José Ortega y Gasset, Francisco Franco, Federico Garcia Lorca, Jorge Semprun, Alfredo di Stefano, Luis Miguel Dominguín, Cayetana Fitz-James Stuart, König Juan Carlos, Felipe Gonzalez, Tita Carmen Cervera von und zu Thyssen-Bornemisza, Pedro Almodóvar und Javier Bardem. Autor: Wolfhart Berg

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783834217424
    Verlag: Merian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
    Größe: 1234 kBytes
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Madrid. Eine Stadt in Biographien

ISABEL I DE CASTILLA

1451 – 1504

Sie wird als junge Königin in Madrid gekrönt. Das ist zu jener Zeit noch ein ziemlich trauriges Nest, erhebt sich aber zur Residenz des geeinten Spaniens, das immer mächtiger und reicher wird.

E s regnet Bindfäden auf das kastilische Dorf Madrigal de las Altas Torres, 150 Kilometer nordwestlich vom damaligen 4000 -Seelen-Marktflecken Madrid gelegen. An diesem Donnerstagnachmittag des 22 . April 1451 erblickt eine Prinzessin in einem heruntergekommenen Königspalast das Licht der Welt. Ihr Vater ist Juan II , König von Kastilien, ihre Mutter die Juan aus strategisch-friedlicher Absicht in zweiter Ehe angetraute Isabel von Portugal . Es ist eine lange Entbindung. Vater Juan schaut beim ersten Schrei von Isabel aus dem Fenster über den begrünten Innenhof hinüber zur Taufkirche San Nicolás de Bari, betet laut ein "Danket dem Allmächtigen" und ist zufrieden.

Schließlich hat er aus seiner ersten Pflichtehe ( 1419 ) mit Maria von Aragon schon einen Thronfolger, Enrique IV . Am Tag von Isabellas Geburt ist der schon 26 Jahre alt. Der im Volk ob seiner Homosexualität als "impotente" verschrieene intrigante Enrique lauert bereits auf die Macht und wird seiner Stiefschwester das Leben bis zu seinem Tod 1474 schwer machen.

Noch existiert kein Spanien auf der Iberischen Halbinsel. Das kleine väterliche Königreich Kastilien ist durch Korruption und Anarchie verarmt, durch Kleinkriege ausgeblutet und von vielen Provinzial-Königreichen umgeben. Im Norden Asturien und Navarra, im Nordosten die mächtige Königliche Grafschaft Cataluñ;a. Dann die Königreiche Aragó;n und Valencia in östlicher Nachbarschaft sowie die Seemacht Portugal im Westen. Die eigentliche Bedrohung kommt aus dem Süden von dem Emirat Granada und dem Kalifat Có;rdoba. Spätestens nach der Vertreibung der Mauren aus Zentralspanien um 1212 wächst in Kastilien der Neid auf die Wirtschaftsmacht im Süden. Zu Beginn des 15 . Jahrhunderts beginnt die Rückeroberung, die "reconquista".

Isabel wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. Als ihr Vater 1454 stirbt, ist sie drei Jahre alt und muss mit ihrer Mutter und dem Bruder Alfonso in die Burg von Arévalo umziehen, die genau in dem Dreieck zwischen den kastilischen Königsresidenzen Segovia, Àvila und Valladolid steht. Dort aber sitzt nun ihr Stiefbruder Enrique auf dem Thron.

Das Mädchen mit den roten Haaren und den grünen Augen wird streng katholisch und zu persönlicher Bedürfnislosigkeit erzogen. Mit ihrem starken Körperbau fällt sie als Sportlerin auf, lernt früh das Reiten. Ihre Hauslehrer loben sie für ihre kastilische (spanische) Aussprache und ihre handwerkliche Begabung. Sie näht, stickt und webt sehr gern.

Mit elf Jahren endet ihre unbeschwerte Kindheit. Ihr Stiefbruder hat sich mehr und mehr nach Madrid orientiert. Er lässt dort, wo heute die Almudena-Kathedrale und der Palacio Real (Königlicher Palast) stehen, die alte maurische Festung oberhalb des Flusses Manzanares zur neuen Residenz ausbauen.
DIE URZELLE DER STADT
Man muss sich das im heutigen imperialen Stadtbild von Madrid so vorstellen: Da ist der Alcázar, das ehemalige maurische Burgschloss, daneben die Almudena-Kathedrale, die aus einer arabischen Zitadelle hervorgegangen ist und sich heute im neugotischen Stil präsentiert. Im Schatten der beiden Gro

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