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Prag. Eine Stadt in Biographien MERIAN porträts von Schreiber, Norbert (eBook)

  • Verlag: Merian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
eBook (ePUB)
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Prag. Eine Stadt in Biographien

Prag. Eine Stadt in Biographien - Eine Stadt wird nicht nur von Gebäuden und Straßenzügen geprägt, die Identität von Prag entsteht erst mit den Geschichten seiner Bewohner. Denn was wäre die Stadt ohne Bedrich Smetana, Vaclav Havel oder Lenka Reinerová? 20 ausgewählte Biographien zeichnen ein lebendiges, historisches wie auch aktuelles Bild der Stadt. Die Porträts werden durch Adressen ergänzt, die eine Stadterkundung auf den Spuren der porträtierten Personen ermöglichen. Dieser Band umfasst Porträts von: Wenzel von Böhmen, Karl IV., Jan Hus, Judah Löw, Rudolf II., Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, Wolfgang Amadeus Mozart, Bo?ena Nemcová, Bedrich Smetana, Antonín Dvorák, Jaroslav Ha?ek, Franz Kafka, Max Brod, Edvard Bene?, Egon Erwin Kisch, Lenka Reinerová, Alexander Dubcek, Emil Zátopek, Milo? Forman, Václav Havel. Autor: Norbert Schreiber

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783834215437
    Verlag: Merian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
    Größe: 1087 kBytes
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Prag. Eine Stadt in Biographien

WENZEL VON BÖHMEN

ca. 908 –ca. 929

Er ist alles in einer Person: Christianisierer, Befreier Böhmens, Namensstifter, Staatsgründer, Nationalheiliger. In Krisenzeiten versammelte sich das tschechische Volk und rief ihn an.

E s war einmal, so fangen alle Märchen und Geschichten über alte Städte an. Also, es waren einmal zwei Brüder. "Was ist über dich gekommen?", soll Wenzel (Václav) von Böhmen Boleslav I .gefragt haben. Das brüderliche Schwert tötete den Fürsten am 28 . September 929 ; er wurde zum Nationalheiligen. Es wenzelt und václavt überall in Tschechien. Ob der Brudermord 929 oder 935 geschah, darüber streiten die Historiker bis heute. Eines ist sicher: Wenzels Leib wurde vor der Kirche des heiligen Kosmas und Damian in Stará Boleslava (Alt-Bunzlau) von einem Schwert durchbohrt. Das Volk erzählt sich die Geschichte gottesfürchtig: "Da ließ Wenzel seine Seele fahren und sprach: "In deine Hände, Herr, befehle ich meinen Geist.""

Historiker können über das Mordmotiv des Täters nur rätseln. War es die tief verwurzelte christliche Religiosität Wenzels, die ihn von den profanen Regierungsgeschäften abgelenkt hat, und musste er deshalb sterben? Steckten hinter dem feigen Anschlag finstere Auftraggeber aus dem Deutschen Reich? Hatte Boleslav den Brudermord als nationale Großtat geplant, weil der die immensen Geldzahlungen an die Deutschen verhindern wollte? Oder ging es schlicht und ergreifend um die ewig währende Machtfrage und die daraus folgende Nachfolgeregelung im Fürstengeschlecht der P?emysliden, die seit dem Ende des 9 . Jahrhunderts bis 1306 als Herzöge von Böhmen und lokale Fürsten einige Landesteile des heutigen Tschechiens regierten?

Achtung Verwechslungsfahr! In Böhmen saßen so viele Václavs, also Wenzels, auf dem Thron, dass Beobachter in der Genealogie leicht ins falsche Jahrhundert geraten können. In unserem Fall handelt es sich um Herzog Wenzel, einen gütigen Regenten, der, so heißt es, die Galgen abgeschafft haben soll. Er war sozial eingestellt und auch im Strafvollzug zum Äußersten bereit, nämlich einmal Eingekerkerte auch wieder auf freien Fuß zu setzen. Auch die Cihristianisierung Böhmens darf er sich auf die Fahne schreiben.

Svatý Václav, der heilige Wenzel, wurde um 908 geboren. Seine Großmutter, die ebenso heiliggesprochene Ludmilla , sorgte für seine christliche Erziehung, wie eine alte Schrift berichtet: "Und Gott legte solche Gnade auf den Fürsten Venceslav, dass er begann, lateinische Bücher zu verstehen wie ein guter Bischof oder Priester, und wenn er ein griechisches oder slavisches Buch aus der Hand legte, so rezitierte er es aus dem Gedächtnis ohne Mühe."

Widerständig war der überwiegend heidnische Adel damals, als der 13 -jährige Václav nach dem frühen Tod seines Vaters Vratislav I . zum Fürsten ernannt wurde. Es regierte jedoch seine Mutter Drahomíra , eine ebenso entschlossene wie rücksichtslose Frau, die sogar Wenzels Großmutter – und ihre Schwiegermutter – Ludmilla ermorden ließ, um die Erziehungsgewalt über den Jungen an sich zu reißen. Sie soll auch später gegen den Sohn opponiert haben. Hatte sie auch ihren zweiten Sohn Boleslav zum Kampf gegen seinen Bruder aufgestachelt?

Trotz aller Querelen des Adels und mit seiner Familie wurde der refor

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