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Im Herzen von Afrika (Komplettausgabe) von Schweinfurth, Georg (eBook)

  • Verlag: e-artnow
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Im Herzen von Afrika

Dieses eBook: 'Im Herzen von Afrika' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen.
Georg August Schweinfurth (1836 - 1925) war ein deutscher Afrikaforscher.
Inhalt:
1. Die ersten Abenteuer mit Büffel und Bienen
2. Ein weiblicher Häuptling
3. Das Land, wo Milch und Honig fließt.
4. In zweifelhafter Gesellschaft.
5. Ein seltsames Hirtenvolk.
6. Schwarze Schmiedekünstler.
7. Ein dem Untergang geweihtes Volk.
8. In einem unglücklichen Land.
9. Mohammeds Strafpredigt.
10. Tod dem Blattfresser.
11. Im Lager des Verräters.
12. Das Volk der Niamniam, der 'Vielfresser'.
13. Der rätselhafte Strom.
14. Beim König der Mangbattu.
15. Der tanzende König.
16. Ein irdisches Paradies und seine Bewohner.
17. Die ersten Zwerge.
18. Der Überfall.
19. Ein luftiger Flußübergang.
20. Der unglücklichste Tag meines Lebens.
21. Zum Fürsten der Sklavenhändler.
22. Traum und Wirklichkeit.
23. Ein lustiges Völklein.
24. Der Sklavenhandel
25. Überraschende Nachrichten aus Europa.
26. Scharfe Maßregeln gegen den Menschenhandel.
27. In die Heimat!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 308
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788074841729
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1879 kBytes
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Im Herzen von Afrika

2. Ein weiblicher Häuptling
Inhaltsverzeichnis



Am 24. Januar 1869 wurde Faschoda erreicht, damals der südlichste Grenzwaffenplatz des ägyptischen Reiches. Heute heißt der Ort Kodok, um die französische Empfindlichkeit zu schonen; in Faschoda hatte nämlich 1898 Frankreich eine schwere Kränkung durch die Engländer erfahren.

Auf der am 1. Februar angetretenen Weiterreise lernte ich den Kaufmann Mohammed Abd-es-Ssammat kennen, jenen hochherzigen Nubier, der so großen Einfluß auf mein Unternehmen auszuüben bestimmt war und der mehr dafür geleistet hat, als alle Machthaber des Sudan es vermochten. Gleich bei der ersten Begegnung forderte er mich auf, ihn als sein Gast bis zu den entferntesten Völkern zu begleiten, eine Aussicht, die mich auf das freudigste erregte. Mohammed stammte aus dem nördlichsten Teil des nubischen Niltals und war in seiner Art ein kleiner Held, der sich mit dem Schwert in der Hand Ländergebiete erobert hatte, die an Umfang manchen kleinen Staat in Europa übertrafen. Der unternehmende, keine Gefahren, Mühen und Opfer scheuende Kaufmann, der nach den Worten des Horaz »zu den äußersten Indern wandert, um über Meere und Länder der Armut zu entfliehen«, schien gleichsam die geistige Verwandtschaft zu ahnen, die er mit dem Gelehrten teilte, der im Dienst der Wissenschaft ferne Länder durchreist, um die Wunder der Welt zu schauen. »Durchwandert die Welt und erfreut euch der herrlichen Dinge, die ich erschaffen!«, sagt der Koran.

Wir hatten warten müssen, bis andere Barken zu uns stießen, denn vorher schien die Mannschaft nicht genügend stark zu sein zum Schutz gegen Angriffe des noch nicht unterworfenen Teils der Schilluk. Sie war auch nicht zahlreich genug, um allein die schweren Hindernisse zu überwinden, die der »Ssudd«, die Grasbarre, in Aussicht stellte. Diesen Ssudd habe ich gründlich kennen gelernt, als wir in die Sumpfdickichte der westlichen Zuflüsse des Weißen Nil einbogen.

Tagelang befand sich die Barke in einem Gewirr von Kanälen und schwimmenden Grasmassen, Papyrus-und Ambatschdickichten, die die ganze Breite des Hauptstroms bedeckten. Papyrus ist das bis zu fünf Meter hohe, aus dem Altertum bekannte Riedgras, von dem das Papier seinen Namen hat, Ambatsch eine Pflanze von außergewöhnlich leichtem schwammigem Holz, die sechs Meter hoch werden kann. Hin und wieder bricht sich in engen Rissen die Gewalt des Wassers Bahn, aber diese Kanäle entsprechen nicht immer den Tiefenlinien des Strombettes und sind daher nur selten für Barken passierbar. Ein beständiges Ziehen und Drängen der Massen verändert sie alljährlich in so hohem Grad, daß selbst der erfahrenste Schiffer sich nicht in ihnen zurechtzufinden weiß. Im Winter muß er bei jeder Fahrt sich aufs neue durch ein labyrinthisches Fahrwasser winden. Im Juli dagegen, wenn der Fluß seinen höchsten Wasserstand erreicht hat, sind für die Talfahrt alle jene Kanäle wohl zu benutzen.

Dichte Massen einer auf den freien Stellen der Wasserfläche schwimmenden Vegetation von kleinen Kräutern bilden einen grützeartigen Brei, der die Vereinigung der Grasmassen zu vollständigen Decken sehr erleichtert. Wie ein fest verbindender Kitt verstopft dieser Brei von Kräutern alle Spalten und Löcher zwischen den Gras-und Ambatschinseln, die sich an den Stellen der Hinterwasser anhäufen, wo sie den Winden oder der Strömung minder zugänglich sind.

Am 8. Februar begann der eigentliche Kampf mit dieser Welt von Gras. Den ganzen Tag verbrauchten wir in einem mühsamen Durchzwängen der Barken durch die zeitweilig gebildeten Stromarme. 200 Bootsleute und Soldaten mußten viele Stunden lang im Wasser an Seilen ziehen, um eine Barke nach der andern durchzubringen. Dabei schritten sie selbst auf dem Rande der schwimmenden Grasdecken einher, die streckenweise sogar ganze Rinderherden zu tragen vermochten.


Im Gefängnis des Ssudd


Es war ein eige

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