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1 Monat Deutschland ohne Geld Egal wohin. von Konigorski, Johannes Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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1 Monat Deutschland ohne Geld

Erfahrungen aus neuen Blickwinkeln zu machen, fremde Menschen und ihre Lebenssituationen kennen zu lernen, ihre unterschiedlichen Reaktionen zu erfahren, einmal für einen Zeitraum aus der gewohnten Sicherheit meines bisherigen Lebens auszubrechen und in die Abhängigkeit auf Hilfe und Unterstützung durch Fremde hinein zu schlüpfen, Natur erleben, mich selbst zu erfahren, Spenden für meinen mildtätigen Verein pro dogbo e.V. zu sammeln, mich überraschen zu lassen...waren mein Antrieb, das Experiment: 1 MONAT DEUTSCHLAND OHNE GELD zu leben. Es hat mir so viel gegeben, dass ich es mit Dir teilen möchte. Johannes Konigorski, 53 Jahre alt, Ehemann, Familienvater von drei erwachsenen Kindern, pensionierter Polizeibeamter, Mitbegründer des mildtätigen Klever Vereins pro dogbo e. V., der sich im westafrikanischen Benin für Kinder und Jugendliche insbesondere im Bereich Schul- und Berufsausbildung engagiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 204
    Erscheinungsdatum: 09.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739284057
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 717kBytes
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1 Monat Deutschland ohne Geld

Dienstag, 04. November 2014 (1. Tag)

Um 07:00 Uhr geht es los - immer der Sonne entgegen. Meine mitgenommene Verpflegung besteht aus zuvor auf dem Städtischen Friedhof in Kleve gesammelten, geknackten, getrockneten und gerösteten Haselnüssen, die ich in kleine Plastikdosen gepackt habe und einem Apfel.

Mein erster Weg führt mich über die Königsallee zur Bäckerei "Voß", wo ich die Inhaberin kenne bzw. sie mich wohl auch kennt. Dort fällt mir das Fragen um ein geschenktes Brötchen zur Unterstützung meiner Aktion noch relativ leicht und die Inhaberin ist, da sie meine Aktion so originell findet, gerne bereit, mir ein Brötchen zu schenken. Als ich darauf hinweise, dass ich auch gerne ein Brötchen vom Vortag oder eine Brotkante annehmen würde, besteht sie jedoch darauf, dass ich mir ein frisches, gebackenes Brötchen auswähle. Ich entscheide mich für ein "Sonnen-Krusti".

Ich laufe weiter bis zur Kreuzung Königsallee Ecke Materborner Allee, von wo aus ich zu trampen gedenke. Dort ist die Bäckerei "Scholten", bei der ich ebenfalls meine Aktion vorstelle und darum bitte, mir ein Brötchen zu schenken. Die Mitarbeiterin, die mich nicht kennt, möchte mir gern ein Brötchen geben, ist sich aber zunächst unsicher, ob sie dies wirklich tun darf, da sie ja "nur" Angestellte ist. Nach kurzer Überlegung entscheidet sie sich, mir das Brötchen zu schenken, da sie davon ausgeht, dass ihr Chef in dieser Situation ebenso gehandelt hätte.

Ich positioniere mich also an der Kreuzung und hoffe, dass mich jemand in seinem Fahrzeug mitnimmt. Während ich an der Kreuzung stehe, halten viele Fahrzeuge an der Ampel und sehen mein Hinweisschild: "1 MONAT DEUTSCHLAND OHNE GELD" welches ich an meinem Rucksack deutlich sichtbar angebracht habe. Viele gucken erstaunt, lachen dann und weisen ihre Mitfahrer auf mein Schild hin. Dann fahren sie weiter. Einem jungen Mann, der mit seinem Fahrrad ebenfalls vor der Ampel hält und mein Schild sieht, geht es ebenso. Ich nutze die Gelegenheit und spreche ihn an, um ihn zu fragen, was dieser Zettel in ihm ausgelöst hat. "Das Erste, was in mir hoch kam, war das Gefühl von Freiheit", sagt er und wünscht mir für meine Reise alles Gute.

Um 08:15 Uhr werde ich von einem Bekannten, der in Kleve einen Schreinerbetrieb hat und zu einer Baustelle nach Düsseldorf fährt, mitgenommen. Der erste Schritt in die Ungewissheit ist geschafft. Ab jetzt, so denke ich, werde ich keine Leute mehr treffen, die mir helfen, weil sie mich kennen.

Um 10:30 Uhr kommen wir in Düsseldorf an und ich lasse mich an der Tiergartenstraße absetzen. Von dort zeigt mir ein Hinweisschild als nächstes den Weg in Richtung Ratingen, wobei mir einfällt, dass dort mein Bruder Martin mit seiner Familie wohnt und es vielleicht ratsam ist, für den ersten Tag doch ein vertrautes Ziel anzulaufen. Nach einigen hundert Metern finde ich eine Pfanddose und nur wenige Meter weiter den dazu passenden Kiosk, an dem ich die Pfanddose einlösen kann. So wandern die ersten 25 Cent in die von mir mitgenommene pro-dogbo-Spendendose. Bis 11:30 Uhr finde ich am Wegesrand weitere 5 Bierflaschen, die ich an der nächstgelegenen Tankstelle gegen 32 Cent Pfand eintauschen kann, die ebenfalls in die Spendendose wandern.

Um 11:45 Uhr ruft mir in Rather Broich beim Überqueren einer Fußgängerampel ein Mann mit Fahrrad aus ca. 15 Meter Entfernung von der gegenüberliegenden Straßenseite zu: "Wohin geht s denn? Den Jacobsweg?" "Erst mal durch Deutschland", antworte ich. Als ich meinen Weg entlang der Hauptstraße weiter fortsetzen will ruft er mich erneut an. "Nach Ratingen gehen sie besser hier lang. Dann unter der Unterführung durch, im Zickzack, und dann schön am See vorbei!" "Woher weiß er, dass ich nach Ratingen will", frage ich mich. Ich hatte ihm doch gar nicht gesagt, dass ich in Richtung Ratingen laufen wollte. Ich folgte lediglich dem Weg, den mir mein Landkartenprogramm vorgeschlagen hatte. "Der andere Weg geht

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